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Außerferner Künstlerin Franziska Fink startet durch

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Von: Hans Nikolussi

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Franziska Fink
Mit Fleiß, Ausdauer und Beharrlichkeit hat die Außerfernerin Franziska Fink den Sprung auf die große Bühne geschafft. © privat

Reutte - Mit ihrer Single „Wind“ startet die Musauerin Franziska Fink mit ihrer Musik-Karriere gerade so richtig durch. Doch der Weg dahin war lang und mühsam.

Schauspielern und Singen war schon immer das ihre. Bereits als Kind in ihrem Heimatort Haldensee im Tannheimer Tal war sie stets bereit, Rollen zu übernehmen oder ein Liedchen zu trällern. Im Innersten war sie schon immer darauf fixiert, einmal auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu stehen. Die Rede ist von Franziska Fink, die nun ihrem großen Ziel bedeutend näher gekommen ist. Mit „Der Wind“ ist sie prominent in den Amazon-Charts vertreten, hat in Füssen bei „Ludwig II.“ mitgemacht und wird heuer bei den „Geierwally“-Festspielen in Elbigenalp auf der Bühne stehen.

Es war allerdings ein langer, mühsamer Weg, bis sie sich gleichermaßen als Sängerin und Schauspielerin behaupten konnte. Die Bandbreite ihres künstlerischen Schaffens ist groß, ihr Ehrgeiz auch nach über 15 Jahren Bühnenerfahrung ungebrochen. Die Möglichkeiten für eine Ausbildung in die angedachte Richtung waren im Tal und darüber hinaus allerdings nicht möglich. Zwangsläufig kam es zu einer Lehre als Bürokauffrau bei Koch in Höfen und weiteren Anstellung bei diversen Firmen. Was man der zierlichen Frau nicht zutrauen würde: sie war eine begeisterte Kampfsportlerin. Nebst Taekwondo schulte sie sich unter anderem auch im Anti-Terror-Streetfight. Daher wird sie wohl ihre „Kampfkraft“ fürs weitere Leben bezogen haben. Irgendwie logisch, dass der Weg zur Musik kein konventioneller war.

Begonnen hat alles mit der Messe zur Goldenen Hochzeit ihrer Großeltern. Dort war sie die einzige, die lauthals sang. So was fiel auf, die Verantwortlichen wollten sie darauf hin in einem Kirchenchor haben. Mit Pastoralassistent Alois Gedl gründete man schließlich einen Gospelchor, der bald 20 Leute umfasste. Anfragen für Auftritte gab’s dann sehr schnell. Die Sänger wurden zum Chor für das Hotelmusical „Die Legende des Liebes RotFlüh“ im gleichnamigen Haus in ihrer Heimatgemeinde. „Das war richtig viel Arbeit, denn in diesen beiden Jahren haben wir an die 60 Shows gespielt“, erinnert sich Fink heute. Parallel dazu machte die junge Frau aus Spaß bei einer Punk-Rock-Band mit.

Glücklicher Umstand

Schritt für Schritt sollte es in den folgenden Jahren in der Karriere der Autodidaktin weitergehen. Ein glücklicher Umstand war dabei sicherlich die Begegnung mit der bekannten Sängerin Janet Chvatal, die viele Jahre die „Sissi“ am Füssener Festspielhaus gegeben hatte. Sie nahm die Tirolerin unter ihre Fittiche. Das war ein besonderer Meilenstein im Leben der Außerfernerin. Mit dem Privatunterricht des bekannten Musical-Stars ging es sozusagen ins Eingemachte und Professionelle des Singens. „Dabei habe ich viel gelernt“, erzählt Franziska Fink mit Dankbarkeit.

Vor allem Stimmbildung stand während des Unterrichts mit Chvatal auf dem Programm. Geübt wurde fleißig zu Hause, im neuen Domizil in Musau. Schließlich wurde Franziska von 2018 bis 2020 am Festspielhaus für verschiedene Produktionen engagiert, beispielsweise für „Die Päpstin“, und für „Ludwig II.“, etwa für die Rolle der Herzogin Sophie. Ein absolutes Highlight war überdies das Mitwirken an der Kino- und TV-Produktion „Hymn“ mit Weltstar Sarah Brightman.

Purer Stress

Ihr zweites künstlerisches Standbein, die Schauspielerei, vernachlässigte sie ebenfalls nicht. Weiterbildungen dafür absolvierte sie an der Internationalen Schule für Schauspiel und Action (ISSA) in München, an der Münchener Filmakademie und den Bavaria Filmstudios. Das alles bewältigte sie neben ihrer Tätigkeit in einer 40 Stunden-Woche als Assistentin der Geschäftsführung für verschiedene Unternehmen.

Stress pur, der mit der Zeit merklich an ihrer Substanz nagte und ein Umdenken bei der jungen Künstlerin einleitete. Fink verspürte deshalb zuletzt vermehrt Lust andere Wege zu gehen: Ein Auftreten als Solo-Sängerin sollte es schließlich sein. Mit Produzent Fabian Mróz fand sie einen kongenialen Partner. Mit ihrer erst zweiten Single „Der Wind“ landete sie gleich einen Volltreffer. Prompt schaffte sie damit in den Amazon-Charts den Sprung auf Platz zwei unter den „Aufsteigern des Tages“. Einen Auftritt im Fernsehen gab es bei der „Schlager Nacht“ zu Gunsten der „Pride Community“ und der Ukraine am 1. April in Winnenden. Mit der ihr eigenen Hartnäckigkeit wird sie das erreichen, was sie sich in jüngsten Jahren vorgenommen hat – auf der Bühne, wie im Studio.

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