Präsentation ist noch bis 24. Februar zu sehen

Eine Art künstlerische Zeitreise

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Rudolf Schwiersch zeigt mit seinen Bildern die Illasbergschlucht, so wie sie vor 1954 war. Allerdings waren damals die Felsen noch bewachsen.

Roßhaupten – Dem außergewöhnlichen Abstau des Forggensees im vergangenen Jahr ist es zu verdanken, dass die wohl eindrucksvollste Schlucht der bayerischen Voralpen so zu sehen war, wie vermutlich letztmalig vor 64 Jahren während des Probeaufstaus.

Eine Ausstellung von Rudolf Schwierschs Werken im Pfannerhaus widmet sich deshalb noch bis Ende Februar der Illasbergschlucht. Zahlreiche Einheimische wie auch Gäste nutzten 2018 diese einmalige Gelegenheit um einen näheren Blick in die Geschichte des Durchbruchtals vom Lech zu werfen. 

Denn dass der „Steinige“, (keltisch „Licca“), sich durch die Nagelfluh-Kette bei Roßhaupten grub, war nicht immer so, wie der Pfrontener Hans Geyer kürzlich während Rudolf Schwierschs Vernissage im Roßhauptener Pfannerhaus zu berichten wusste. „Es gab sogar drei Lech-Durchbrüche“, so der Hobby-Glaziologe weiter, „und dieser hier entstand erst während der Würm-Eiszeit vor ca. 15.000 Jahren.“ 

Für die in der hiesigen Region wohnenden und Handel treibenden Menschen auf ihren Flößen war die knapp 800 Meter lange Schlucht ein großes Hindernis auf ihrer Route gen Donau. Viele ertranken in den eiskalten Fluten. Dies änderte sich erst, nachdem die Pläne zum Bau eines Dammes bei Roßhaupten veröffentlicht wurden. 

Auch wenn die Flößerei seinerzeit bereits seit mehreren Jahren nicht mehr ausgeübt wurde, stellte doch dieser Abschnitt eine ständige Bedrohung für die Bevölkerung dar. Mit der Flutung der Illasberg-Schlucht 1954 verschwanden auch für lange Zeit die markanten Felsformationen unter dem Seespiegel. Heute kommen während der zeitweiligen Winterabsenkung nur noch ihre Spitzen zum Vorschein. 

Dies nahm der Roßhauptener Rudolf Schwiersch zum Anlass, über sein Steckenpferd eine Ausstellung zu machen. Schließlich kennt er die Schlucht wie seine eigene Westentasche. „Ich kam bereits als Zwölfjähriger erstmalig hierher und seither ließ mich die wunderbare Landschaft nicht mehr los“, sagte er anlässlich der Vernissage. „Ich kannte auch noch die Zeiten, in der es noch keinen Staudamm gab und der wilde Lech an mir vorbei floss.“ „Ja, wenn Sie so wollen, ist es eine Art Zeitreise“, antwortete der Künstler einem Besucher, als dieser ihn nach dem Grund für dessen Ausstellung fragte, und genau deshalb liege sie ihm auch so am Herzen.

 Der ehemalige technische Zeichner und Deckel-Maho-Mitarbeiter besitzt nicht nur mit der Kamera „ein Auge“, sondern auch in der Malerei. Insbesonders Landschafts-Aquarelle liegen ihm und selbstverständlich auch von der Illasberg-Schlucht. 

Zu sehen ist die einmalige Ausstellung im Roßhauptener Heimatmuseum „Pfannerhaus“ noch bis Sonntag, 24. Februar, jeweils Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr. Rudolf Schwiersch wird anwesend sein und Fragen zu seinen Werken beantworten.

th

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