Zacherl und Müller stellen 30 Fahrräder mit besonderer Geschichte aus

Die "Talschlampe" und der "Cousin"

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Komiker mit Klappfahrrad: Wigald Boning (Mitte) präsentiert bei der Fahrrad-Ausstellung im Geschäft von Albert Müller (links) und Hannes Zacherl seinen roten „Cousin“.

Füssen – Ob Schweizer Militärfahrrad, XL-Mountainbike oder Bergabrad: Bei ihrer eintägigen Schau haben Hannes Zacherl und Albert Müller, Betreiber des Fahrradgeschäfts „Radsport Zacherl & Müller“, 30 Fahrräder mit besonderer Geschichte in ihren Verkaufsräumen gezeigt.

Dabei sammelten sie Geld zugunsten des geplanten Skate- und Funparks in Füssen sowie der „Nepalhilfe Allgäu“. Vermutlich kann ein „Humorist“, wie sich Wigald Boning selbst nennt, nicht anders. So stand der Komiker, der in München wohnt, in Skikleidung und gelben Skischuhen mitten in der Ausstellung von ungefähr 30 Fahrrädern. 

Das hatte aber nicht etwa einen unterhaltungstechnischen, sondern einen rein pragmatischen Grund, wie Boning erklärte. Auch ein Drahtesel von ihm wurde bei dieser eintägigen Schau gezeigt. Auf seinem „Cousin“, als welchen Boning sein 16 Jahre altes Klapprad bezeichnet, sei Boning etwa 35.000 Kilometer gefahren. Dazu zählte auch eine Tour von Köln nach Brüssel.

Daneben bekamen die Besucher weitere, interessante Exponate zu sehen. Dazu gehörte das frühere Trainingsrennrad der ehemaligen Skirennläuferin Irene Epple-Waigel, ein Schweizer Militärfahrrad von 1952, ein Mobster XL-Mountainbike, ein sogenanntes Bergabrad mit dem wenig schmeichelhaften Namen „Talschlampe“, ein Vollholz-Lastentransportrad aus Tansania und ein laut Zacherl „rund 7000 Euro“ teures Carbonrad. Darüber hinaus hatte ein Tandemrad, dem man ansah, dass es wohl schon ziemlich häufig benutzt worden ist, einen Platz in den Räumen eingenommen.

Ebenso geschichtsträchtig präsentierte sich das Fahrrad, mit dem Dieter Burkhardt 1982 Deutscher Meister im Straßenrennen wurde, sowie ein Rad von Georg Guggemos. Den Drahtesel mit Kardanantrieb, ohne Kette, aus dem Hause „Dürkopp“, Baujahr 1937, hatte ein US-Soldat bei sich, der 1945 im Hopfener Dreieck mit dem Flugzeug abgestürzt war. Dieser überließ das Rad dann Guggemos´ Vater. 

Und nicht nur dies stellte schließlich einen großen optischen Kontrast zu Wigald Bonings Erscheinungsbild dar. Mit seinem Outfit wollte Boning nach eigenen Angaben keineswegs die Blicke der übrigen Ausstellungsbesucher auf sich lenken. Seine Kleidungswahl sei praktischen Motiven geschuldet. Boning erklärte, dass er „mit zwei Fahrrädern und einem Paar Skiern“ mit dem Zug von München nach Füssen gekommen sei, um die Ausstellung seines Freundes Zacherl zu besuchen und dann tags darauf mit diesem eine Skitour auf den Breitenberg zu unternehmen. Da wollte er „nicht soviel weiteres Gepäck mitnehmen“.

lex

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