Kemptenerin Florence Bühr erhält Förderpreis für junge Kunst

Licht, Pflanzen und Plastik

+
Museumsleiter Dr. Anton Englert (links) und Künstler Peter Huf präsentieren das Bild von Florence Bühr aus Kempten, die den Füssener Förderpreis erhält.

Füssen – „Eine gute Wahl“, kommentierte die Füssener Kulturamtsleiterin Karina Hager die Entscheidung, Florence Bühr aus Kempten den Füssener Förderpreis für junge Kunst zu verleihen.

Die Auszeichnung erhielt Bühr für ihr Werk „Hidden in The Branches“. Das Urwald-Bild erachtete die Fachjury als besonders unter einer „sehr guten Auswahl“ an eingereichten Werken. Dies unterstrich Dr. Karin Haslinger in ihrer Laudatio bei der Eröffnung der Ausstellung „Aktuelle Kunst“. Die Schau neuer Werke ist bis Sonntag, 14. Mai, im Museum der Stadt Füssen zu sehen. 

Die Erste Vorsitzende des Berufsverbands Bildender Künstler (BBK) Allgäu/Schwaben Süd skizzierte vor einer großen Publikumsschar im Refektorium den Werdegang von Florence Bühr, Jahrgang 1978, die Medienkunst in München studiert hat. Nach ihrem Abschluss an der Akademie der Bildenden Künste arbeitet Florence Bühr in München und Portugal. 2009 hatte sie ihre Debütanten-Ausstellung in der Kunsthalle Kempten. 

In der ausgezeichneten Fotocollage, die von einer Zeile aus dem Lied „Far from any Road“ der Band „The Handsome Family“ inspiriert ist, erhält der Betrachter Einblick in eine Urwaldszenerie. Wie die Jury erklärte, durchdringen in diesem Bild ein Gewirr aus Fäden, Seilen und Plastikteilen eine unwegsamen Urwaldlandschaft. 

Das Werk – so die Förderpreisjury – „vermittelt eine fast unheimliche Stimmung, welche durch eine dramatische Lichtführung noch verstärkt“ werde. Das prämierte Bild von Florence Bühr „lädt dazu ein, das Gesehene zu hinterfragen und genau hinzuschauen“.

Kunst am Computer

Stellvertretend für ihre Tochter, die nicht aus Portugal anreisen konnte, nahm Renate Bühr, die zu den 38 ausstellenden Kunstschaffenden gehört, den Förderpreis entgegen. 

Sponsor der mit 1000 Euro dotierten Auszeichnung ist das Unternehmen EWR Reutte, bei der Vernissage vertreten durch Dr. Andreas Hilz. „Florence sog ihre künstlerische Kreativität mit der Muttermilch auf“, so Renate Bühr zur erfolgreichen Entwicklung der Förderpreisträgerin 2017. Während sie selbst klassische Techniken wie die Collage einsetzt, arbeitet Florence Bühr mit Programmen am Computer. 

Die diesjährige Sonderausstellung gestaltet der Füssener Maler Wolf Maurer. Seine Bilder, die auf zwei Kabinette im ehemaligen Kloster St. Mang verteilt sind, sind „selbstständige Organismen aus Linie, Fläche, Farbe und Material“, beschrieb die BBK-Vorsitzende Wolf Maurers „konkrete Kunst“. 

Diese elf Werke tragen zur Qualitätssteigerung der Ausstellung im Museum der Stadt bei, in der sich die präsentierte Kleinplastik und Malerei oftmals im rein Dekorativen erschöpfen. Den Besuch lohnenswert macht einmal mehr ein Acryl-Gemälde ohne Titel von Barbara Perras, die im Gespräch mit dem Kreisbote vermutete, „dass ich wahrscheinlich schon zum 25. Mal dabei bin“. 

Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr im Museum der Stadt Füssen im Barockkloster St. Mang zu sehen.

Chris Friedrich

Auch interessant

Meistgelesen

Stadtverwaltung im Tiefschlaf?
Stadtverwaltung im Tiefschlaf?
Zurück in die Goldenen Zwanziger
Zurück in die Goldenen Zwanziger
Alles für die Braut
Alles für die Braut
Dank an Allgäuer Bergretter
Dank an Allgäuer Bergretter

Kommentare