Ehrenzeichen für "die Erika"

Bürgermeister Paul Iacob wird Erika Henne das Ehrenzeichen der Stadt überreichen

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Erika Henne im Kreis der Führungsmannschaft des FC Füssen im Clubheim im Weidach. Links neben ihr: Vorsitzender Florian Durrer. Für ihren FCF war Erika Henne als Vorstandmitglied zeitweise auch in Doppelfunktionen im Einsatz.

Füssen – Bei jedem Sommercamp wuselten die hungrigen Nachwuchs-Kicker um Erika Henne herum. Ohne ehrenamtliche Einsatzkräfte wie „die Erika“ hätte der Nachwuchs beim Füssener Fußballclub das Nachsehen. Das ist wohl auch der Stadt Füssen bekannt.

Denn am morgigen Donnerstag, 1. Februar, wird Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) Erika Henne für ihr Engagement das Ehrenzeichen der Stadt Füssen verleihen. 

Dass sie künftig im Vereinsleben etwas kürzer treten wird, fällt Erika Henne richtig schwer. „Fußball ist mein Leben“, sagt die 80-Jährige, die sich neuerdings als Beisitzerin im Club engagiert, gut gelaunt im Gespräch mit dem Kreisbote. Ihr geht nicht allein auf viele sportlich mehr oder weniger erfolgreiche Spielzeiten zurück, in denen sie in der Vorstandschaft große finanzielle Verantwortung trug und drei Jahre lang sogar Erste Vorsitzende war: 2019 wird der FCF hundert Jahre alt. Um dieses Jubiläum umfassend vorzubereiten, wirkt sie ebenfalls mit. 

Dass sie für ihren vorbildlichen Einsatz für den Fußballclub und die 25 Jahre in der Interessengemeinschaft Füssener Sportvereine IFS offiziell von der Stadt Füssen in Ludwigs Festspielhaus geehrt wird, hat sich schnell herumgesprochen. Erika Henne selbst wirkt nach dieser Nachricht leicht verlegen. Hohe offizielle Anlässe besucht sie eher selten – und selbst dabei im Mittelpunkt stehen, „das muss nicht sein“, so ihr Standpunkt. Viel lieber sitzt sie am Stammtisch im Clubheim. „Mit den Spielern komme ich besonders gut aus, weil ich sie von klein auf kenne“, unterstreicht sie. 

Auch der neue Erste Vorsitzende Florian Durrer betont: „Als die Erika mit ihrer Familie aus Regensburg nach Füssen umgezogen war, sah man sich regelmäßig am Sportplatz. 1975 erfolgte der Eintritt in den Verein, den die Erika sofort in allen Bereichen unterstützt hat. Sie wurde sehr schnell zur guten Seele in unserem Fußballclub.“ Mit drei Kindern kamen Ernst und Erika Henne damals berufsbedingt in die Lechstadt. „Mein Mann war bei der Bundeswehr. Er hat auf seiner Laufbahn viele Lehrgänge besucht und war deshalb viel unterwegs“, erklärt die 80-Jährige. „Wir hatten uns 1973 für Füssen als den neuen Lebensmittelpunkt entschieden.“ 

Das Talent seines Vaters als Torwart hatte Peter Henne geerbt. Er schlüpfte als Bub ins gelb-schwarze Trikot. „Peters Schwestern Evi und Susi zog es zum Schwimmen und zur Leichtathletik“, erinnert sich Erika Henne. Ein „Mädchen für alles” Sie selbst wurde Stammgast auf dem Weidachsportplatz. So dauerte es nicht lange, bis sie dort als „Mädchen für alles“ im Einsatz war. 

Damit war leider auch verbunden: Viele schöne Tore musste man ihr im Nachhinein beschreiben, weil sie während des Spiels mit Club-Aufgaben betraut war. Das konnte auch in der Küche des Vereinsheims sein. 1987 trat sie dann in die Vorstandschaft ein. „Ich wurde zur Schriftführerin gewählt“, erzählt sie. Von 1992 bis 2017 bekleidete sie das Amt als Kassier. Sie stellte sich darüber hinaus der Verantwortung, als die Position des Ersten Vorsitzenden vakant geworden war. Ab 2005 führte sie mit ihrem Stellvertreter Hannes Durrer den Fußballclub, bis sich mit Herbert Hiemer ein neuer Kandidat für den Vorsitzposten fand. 

Buchführung per Hand

Für die heutige Führungsgeneration mit Florian Durrer und Bernd Kanat, die 2017 gewählt wurde, hat Erika Henne nahezu „Unglaubliches“ geleistet, sagt Vorsitzender Durer. Man müsse beachten, dass sie „die Bücher“ immer „per Hand“ geführt hatte. Zudem hatte der FCF viele Jahre noch keinen Steuerberater. Erst 2002 begann die Zusammenarbeit mit einem Steuerberatungsbüro. Respekt verdiene Erika Henne, weil sie die Vereinsgelder immer „gut zusammenhielt“, betont Durrer. Die Wirtschaftsführung des Vereins sei – „dank unserer Erika“ – stets solide gewesen. „Dies haben Jahr für Jahr die Kassenprüfer des FCF, Hans Troidl und Rochus Nickl, bestätigen können.“

Der FCF baut gerne weiterhin auf die große Erfahrung von Erika Henne. Die frühere „Herrin der Konten“ macht sich indes keine Sorgen um die Zukunft: Erika Henne weiß, dass es beim FCF wirtschaftlich solide weiter geht, gerade auch wenn das große Projekt Kunstrasenplatz gestemmt wird. Allerdings hat sie derzeit doch ein Problem. Vor der Ehrung durch die Stadt Füssen fragt sie sich: Was ziehe ich an diesem Abend im Festspielhaus an?

Chris Friedrich

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