AWO-Ortsvorsitzende Protschka spricht im Interview über die neue Kindertagesstätte im Weidach

Neue Füssener Kindertagesstätte: »Der neue Standort hat viele Vorteile«

Brigitte Protschka
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AWO-Ortsvorsitzende Brigitte Protschka

Füssen – Aufatmen bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO): „Es ist schön, dass es mit dem Neubau im Weidach, wo zahlreiche junge Füssener Familien wohnen, gut vorangeht“, freut sich AWO-Ortsvorsitzende Brigitte Protschka. Im Gespräch mit dem Kreisbote sieht sie die Leitungsteams für die Kindertagesstätte und -krippe sowie das Familienforum mit Familienstützpunkt personell gut aufgestellt und kontert die aufkommende Kritik am Baustil des Gebäudes, das nach lange dauernder Projekt-Planung nunmehr Gestalt annimmt. 

„Die betreuten Kinder werden sich in der neuen Tagesstätte wohlfühlen“, ist sie sich sicher.

Frau Protschka, gefällt Ihnen die Form des Rohbaus, wohin nach der Fertigstellung, die für den Herbst 2021 erwartet wird, neben Kindertagesstätte und -krippe auch das AWO-Familienforum umziehen wird?

Protschka: „Moderne Kindertagesstätten sind Zweckbauten. Wichtig ist dabei in erster Linie, dass sie ganz auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet sind. Die architektonische Gestaltung spielt zwar auch eine Rolle, ist aber eben auch Geschmackssache. Zudem spielen dabei immer wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Das System der Ausschreibungen, nachdem meist der günstigste Anbieter zum Zug kommt, setzt da Grenzen. Aber am Wichtigsten ist doch, dass sich die Kinder gut betreut und wohl fühlen. Das ist im Weidach bestimmt der Fall. Durch den Umzug aus der Spitalgasse wird erfreulicherweise sehr viel Platz gewonnen. Der neue feste Standort hat da tatsächlich viele Vorteile gegenüber dem langjährigen Provisorium in der Altstadt.”

Sie denken dabei wohl sicherlich ans Auto- und Fahrradabstellen und Platz für die Kinderwägen, oder?

Protschka: „Ja, dafür wird sicher mehr Platz sein. In der Altstadt ist es zwar schön, aber eben auch sehr eng. In erster Linie freuen wir uns aber darüber, dass wir unser spezielles Angebot für die Familien im Familienforum erweitern können, weil uns dann die dafür notwendigen Räumlichkeiten ausreichend zur Verfügung stehen werden.”

Die Geschichte der AWO-Kindertagesstätte

Die Planungen für den Neubau einer neuen Kindertagesstätte (Kita) gehen bis auf das Jahr 2016 zurück, als festgestellt wurde: es gibt in Füssen dafür einen Bedarf. Das Projekt stellt sich heute als barrierefreie viergruppige Kita mit Familienstützpunkt unter einem gemeinsamen Dach im Stadtteil Weidach dar. Der Rohbau steht. Aufgrund der strikten Regeln zum Gesundheitsschutz hat die Stadt Füssen als Bauträger jedoch aufs Richtfest in der Weidachstraße 49 verzichtet. Baubeginn war Anfang März in diesem Jahr. Die Baukosten teilen sich auf unterschiedliche Finanz- und Fördertöpfe auf. 

Ein Beispiel?

Protschka: „Geplant ist zum Beispiel eine sogenannte Pekip-Gruppe. Das Angebot richtet sich an Eltern mit Babys im ersten Lebensjahr und bietet Spiel- und Bewegungsanregungen, die helfen die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Babys wahrzunehmen und zu fördern. Eine Mitarbeiterin befindet sich bereits in der Ausbildung zur Pekip-Gruppenleiterin.”

Fachkräfteteam zieht mit um

Die Räume können folglich gut genutzt werden. Sind Kita, Krippe und das Forum auch personell gut aufgestellt?

Protschka: „Das Fachkräfteteam des Familienstützpunktes zieht mit um. Die Leitung teilen sich jetzt schon Viola Guggemos und Klara Heiserer. Carmen Liefke-Ewert hat als Kindergartenleiterin in der schwierigen Übergangszeit hervorragende Arbeit geleistet. Auch sie setzt ihre verantwortungsvolle Tätigkeit am Standort Weidach fort. ”

Das Richtfest musste ausfallen. Sicherlich hätten Sie Dankesworte gesprochen. Wem gilt Ihr ganz besonderer Dank?

Protschka: „Hervorzuheben sind die Stadt Füssen und das Landratsamt Ostallgäu. Sie sind verlässliche und unterstützende Partner der AWO. Wir haben aber mit Unterstützung unseres schwäbischen Bezirksverbandes auch selbst Geld in die Hand genommen, damit sich die Familien und Kinder bei uns wohlfühlen. Besonders danken möchte ich auch allen Mitarbeiterinnen, die für den Bezirksverband Schwaben als Kita-Träger und für das Familienforum mit Familienstützpunkt des Füssener Ortsvereins ein vorbildliches berufliches Engagement zeigen. Gute Kinderbetreuung erfordert pädagogische Fachkompetenz, ist aber auch Herzenssache. Das bringen unsere Mitarbeiterinnen mit. Ich bin sicher: Die Betreuungsqualität ist und bleibt hoch, auch wenn uns der allgemeine Fachkräftemangel immer wieder plagt und Corona momentan noch eins obendrauf setzt.”

Chris Friedrich

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