Vorstandssitzung der Arbeiterwohlfahrt Füssen-Schwangau

Kita im Weidach: AWO-Vorstand moniert Verzögerungen

+
So soll einmal der neue Kindergarten im Weidach ausschauen. Doch bis er erst einmal steht, wird es wohl noch dauern.

Füssen – Die Verzögerungen bei der Planung der neuen Kindertagesstätte im Weidach sowie den Zustand der derzeitigen Übergangslösung, dem Kindergarten in der Spitalgasse, hat jetzt der Vorstand des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Füssen-Schwangau in seiner Vorstandssitzung kritisiert. 

Nach einer kurzen Bilanz über die aktuellen Veränderungen mit dem Ende des HIPPY-Projekts und des Flüchtlingshilfsprogramms richtete Vorsitzende Brigitte Protschka den Blick in die Zukunft. Breiten Raum nahmen dabei die Diskussionen über den Neubau der Kindertagesstätte im Weidach ein. Schon in der Vergangenheit hatten sich Baubeginn und Fertigstellung immer wieder verschoben. „Die Entscheidungskompetenz liegt hier beim Stadtrat“ erklärte die Vorsitzende, die AWO habe hier wenig Einfluss. Nicht nachvollziehbar war für Vorstandsmitglied Uwe Claus das „Herumgeeiere“ der Füssener Stadträte: „Hier geht es ja vor allem um das Wohl der Kinder, die jahrelang auf eine wirklich gute Betreuungssituation warten müssen, ganz abgesehen von den enormen Kostensteigerungen“. 

Insbesondere die zunächst für ein Jahr vorgesehene „Übergangslösung“ mit dem Kindergarten in der Spitalgasse verlange nun dringend Nachbesserungen, waren sich die Vorstandsmitglieder einig. Das AWO-FamilienForum helfe zur Not dem Übergangskindergarten zwar gerne mit Räumen aus, aber auch hier stünden dringende Renovierungsmaßnahmen an, die man in den vergangenen beiden Jahren ständig mit dem Verweis auf den Umzug in neue Räume verschoben habe, berichtete Klara Heiserer, Leiterin des AWO FamilienForums. 

Stadt Füssen in der Pflicht 

Für diesen Zweck seien Füssener Bürgerinnen und Bürger aber schon einem Spendenaufruf der AWO gefolgt. Der AWO-Vorstand sieht hier aber auch die Stadt Füssen in der Pflicht: Bei allem guten Willen, den alle Beteiligten zeigen, so die Vorsitzende, an vielen Stellen bröckle die Farbe von der Wand, die Beleuchtung falle ständig aus und die Küche langsam auseinander. Ganz abgesehen von den Personalkosten, die nach einer Reduzierung der beantragten Unterstützung zum größten Teil auf der AWO Füssen-Schwangau laste. „Wir kriegen das zwar mit Hilfe von Spenden immer wieder hin”, sagte Brigitte Protschka, „aber es bleibt schwierig.” 

Dennoch müsse man das Angebot an Füssener Familien unbedingt aufrecht erhalten, war sich der AWO-Vorstand einig. Er vermisse jedoch eine klare Aussage des Stadtrats zum Fertigstellungstermin der Kindertagesstätte. Wenn da – mit Einschränkung und Hinweis auf Verzögerungen durch die Bewilligung der Fördermittel und Aufschüttungsarbeiten – von Baubeginn frühestens im Frühjahr 2019 gesprochen werde, sei doch klar, wo die Reise hingeht, so der AWO-Vorstand. Noch dazu sei die Überlastung des Personals im Liegenschafts- und Bauverwaltungsbereich der Stadt Füssen spürbar. 

Deshalb vermutet der AWO-Vorstand, dass die neue Kita eher im Herbst 2020 fertig gestellt werde. Das sei seiner Ansicht nach aber zu lang, um mit allen Reparaturarbeiten zu warten. Deshalb wird Protschka auf Bitten des Vorstands Anfang 2019 das Gespräch mit der Stadt Füssen suchen. 

AWO beendet „HIPPY”-Projekt 

Daneben blickte der AWO-Vorstand auch auf das Vorschulprogramm „HIPPY“ und das Flüchtlingshilfsprogramm zurück. Das Ende von „HIPPY“, das in knapp zehn Jahren viele Füssener Kinder und Familien auf einen guten Start in die Schule vorbereitet habe, und der Abschluss des Flüchtlingshilfsprogramms, das speziell auf den Unterstützungsbedarf von geflüchteten Familien mit kleinen Kindern ausgerichtet war, sei bedauerlich, allerdings auch eine Entlastung für den ehrenamtlich geleisteten Aufwand, fasste Vorsitzende Brigitte Protschka zusammen. Die Projektleiterinnen Vera Baumeister und Sophia Kellner hätten über die Jahre tolle Arbeit geleistet und großen Dank verdient. 

Geschäftsstelle geschlossen 

Aber auf dem ohnehin leergefegten Arbeitsmarkt habe die AWO keine qualifizierten Sozialpädagoginnen mehr gefunden, die bereit gewesen wären, einen Teilzeitjob mit wenigen Stunden – 15 Stunden bei HIPPY und fünf Stunden im Flüchtlingsprojekt – anzunehmen. Daneben seien Finanzierungsmöglichkeiten über die Deutsche Fernsehlotterie ausgelaufen, der finanzielle Aufwand für die Stadt Füssen und die AWO Schwaben wären weiter hoch gewesen. 

Letztlich habe man sich deswegen entschließen müssen, die beiden Projekte zu beenden, erklärte der AWO-Vorstand. Weil es nun keine Projektmitarbeiterinnen mehr gebe, wurde die AWO-Geschäftsstelle in der Augsburger Straße zum Jahresende 2018 geschlossen, so der Vorstand. Die ehrenamtliche Vereinsarbeit wird künftig im Büro der Vorsitzenden gemacht. Gesprächstermine für Informationen und Auskünfte gebe es dann telefonisch oder nach Terminvereinbarung.

kb

Auch interessant

Meistgelesen

Schwangau feiert das traditionelle Colomansfest
Schwangau feiert das traditionelle Colomansfest
Halle bei Oberreuten brennt komplett nieder
Halle bei Oberreuten brennt komplett nieder
Füssenerin Ilona Deckwerth will Ostallgäuer Landrätin werden
Füssenerin Ilona Deckwerth will Ostallgäuer Landrätin werden
Arbeiten an der Bahnstrecke zwischen Reutte und Vils schreiten voran
Arbeiten an der Bahnstrecke zwischen Reutte und Vils schreiten voran

Kommentare