Bahnhof kommt

Seeg bekommt ein neues Bahnhofsgebäude. Das hat der Gemeinderat am Montagabend beschlossen. Äußerst kritisch beäugten die Räte jedoch die drei Konzepte, die Allgäuer Architekten eingereicht hatten. So richtig überzeugen vermochte keines von ihnen. Die Entscheidung fiel für die Zweckmäßigkeit.

Eine Wartehalle, eine Möglichkeit zum Abstellen von Fahrrädern und einen Reserveraum, in dem möglicherweise die Forstdienststelle unterkommen soll, muss der neue Bahnhof beinhalten. Außerdem sollte der Entwurf pfiffig ausfallen. Alle diese Dinge brachte offenbar keiner der Architekten, die an der Ausschreibung teilnahmen, zur Zufriedenheit der Gemeinderäte unter einen Hut. Letztendlich entschied sich das Gremium für einen Entwurf, dem es nach Ansicht einiger zwar an der nötigen Originalität fehlte, der aber am praktischten zu sein schien. Er sieht ein dreiteiliges Gebäude vor, das Wartehalle, Reserveraum und Fahrradraum unter einem Pultdach vereint. Vorteil des Entwurfs: Er kann später problemlos um weitere Gebäudeteile erweitert werden, denn „man weiß ja nicht, was in 15 oder 20 Jahren ist“, erklärte Bürgermeister Manfred Rinderle. Zudem sei er mit 180000 Euro verhältnismäßig kostengünstig. Das Problem: Der Reserveraum, dessen Nutzung noch offen ist, muss gleich mitgebaut werden. Das wäre beim Entwurf Nummer 2 anders. Der sieht drei Gebäude vor. Ein verglaster Pavillon zum Warten, ein überdachter Fahrradunterstand und noch ein Platz dazwischen für ein zukünftiges Gebäude für den Forstdienst oder eine andere Nutzung. Bis dahin stünde der kleine Wartesaal aber ziemlich verlassen da, wie einige Räte kritisierten. Entwurf Nummer drei, der zunächst einen Wartesaal mit abgeschrägten Ecken und einem schrägen Pultdach für eine etwaige Photovoltaikanlage vorsah, die direkt an den Fahrradunterstand angebaut würde, wäre nach Meinung einiger Gemeinderäte zwar der pfiffigste Entwurf. Aber der Archiktekt sehe den möglichen Reserveraum-Anbau als weiteres Stockwerk vor – eine Lösung, die im Gremium nicht gut ankam. Der Rat schloss sich dem Vorschlag des Tourismusvereins an, der Variante 1 bevorzugte. Offen blieb die Frage, ob im Reserveraum Toiletten installiert werden. Hier fürchteten die Räte Folgekosten und Vandalismus. Im Herbst oder spätestens im kommenden Frühjahr soll es losgehen.

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