Vdk Ostallgäu lädt zur Stadt-Begehung

Barrierefreiheit: Vorausschauende Lösungen für Füssen gesucht

Reiner Schweiger (rechts) informiert Hauptamtsleiter Peter Hartl über die Stationen der Begehung. Hartl versuchte dabei, mit dem Rolli zurecht zu kommen. Jeder Station der Begehung wird sorgfältig dokuemtniert.

Füssen – Mit der Kampagne „Weg mit den Barrieren“ macht sich der Sozialverband VdK für eine barrierefreie Gesellschaft stark. Daher hatte vergangene Woche der VdK-Kreisverband Ostallgäu zu einer „Begehung“ der Füssener Altstadt eingeladen. Fazit:

Fazit: Diese ist zwar, birgt aber einige Hindernisse für Menschen mit Handicap. Deutlich wurde bei dem Rundgang aber auch: Von einer möglichst barrierefreien Stadt profitiert so ziemlich jeder. Was für Rollstuhlfahrer ein Hindernis ist, ist es oft auch für Leute, die ihren Kinderwagen schieben. Das wurde schon am Treffpunkt, dem Bahnhofvorplatz, schnell klar. 

Die Gruppe, die sich dort einfand, bestand unter anderem aus Hauptamtsleiter Peter Hartl, Stadtrat Heinz Hipp (CSU) und Kreisrat Hubert Endhardt (Grüne). Gekommen, um sich ein Bild zu machen, war auch Nadine Anné, neue Fachkraft bei Füssen Tourismus und Mangement (FTM), und hier für das Produktmanagement „Gesundheit, Wellness und Familie“ zuständig. Christine Halaby, vom VdK geschulte Beraterin für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, erklärte den geplanten Ablauf der Veranstaltung mit VdK-Kreisgeschäftsführer Mathias Hochmuth. 

Reiner Schweiger, ihr Berater-Kollege, machte ebenfalls deutlich, dass es bei 18 Stationen darum gehe, „selbstverständlich auch das Positive ins Protokoll aufzunehmen“. Ein Beispiel dafür, wie die beiden Fachleute im Gespräch mit dem Kreisbote betonten, „ist die Situation am Pulverturm, die den Übergang erleichtert.“ 

Es gelte, so Halaby und Schweiger, „vorausschauende Lösungen zu finden“. Als sich die Gruppe – darunter auch etliche Aktive aus der Interessensgemeinschaft für mobilitätseingeschränkte Menschen – in der Bahnhofstraße umschaute, war das Thema die Breite von Gehwegen. Kurios: vor der Ecke zur Augustenstraße, wo der Eingang zur Pizzeria zu finden ist, befindet sich am Gebäude eine die Straße beengende Treppe, die keinerlei Nutzen hat, weil sie sich vor einer Fensterfront befindet. 

Kritik bei Halaby und Schweiger löst nach wie vor die Situation an der Ampel in der Luitpolstraße aus. Was hier geändet wurde, war – so Schweiger – „doch als Provisoium gedacht“. Geboten werde dadurch weiterhin keine zufriedenstellende Lösung für Passanten. „Damit können wir überhaupt nicht zufreiden sein!“, sagten die Berater. Wie sie erfreut feststellen konnten, „kommen manchmal auch schon kleine Lösungen den Befürfnissen entgegen“. 

Gelobt wurde zum Beispiel, dass Martin Köpf aus der städtischen Bauverwaltung „immer ein offenes Ohr für unsere Ideen hat und darüber hinaus umsetzt, was ihm rechtlich möglich ist“. 

Umfangreiches Protokoll

In der Folgezeit nahmen die Teilnehmer Abmessungen vor, hielten die Werte schriftlich fest und diskutierten Details. Das umfangreiche Protokoll soll schließlich an die Stadtverwaltung und den Kontaktmann bei der bayerischen Architektenkammer weiter gereicht werden. Wie Halaby und Schweiger ergänzen, sollten sich die geplanten regelmäßigen Begehungen aber nicht ausschließlich auf den Altstadtkern beziehen.

 Langfristig könne auch herausgefunden werden, was in den Stadtteilen Füssen-West, Hopfen am See und Weißensee in Sachen Barrierefreiheit positiv festzstellen ist und wo Verbesserungen notwndig sind. Herzstück der VdK-Kampagne ist übrigens die „Landkarte der Barrieren“. Mitmachen ist einfach: Wer eine Barriere entdeckt habe, könne diese auf www.weg-mit-den-barrieren.de eintragen. Der VdK verspricht, das der Sozialverband „besonders ärgerliche Barrieren öffentlich machen wird und bei den Verantwortlichen nachhakt“

cf

Auch interessant

Meistgelesen

Polizei und Verkehrsüberwachung kontrollieren ab Montag verstärkt Radler in Füssen
Polizei und Verkehrsüberwachung kontrollieren ab Montag verstärkt Radler in Füssen
Viele Einheimische und Gäste besuchen das Stadtfest Füssen
Viele Einheimische und Gäste besuchen das Stadtfest Füssen
Anzahl der Autos am Fernpass steigt
Anzahl der Autos am Fernpass steigt
Abgelehnte Asylbewerber wollen illegal einreisen
Abgelehnte Asylbewerber wollen illegal einreisen

Kommentare