Das Dach am Hohen Schloss ist marode

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Damit keine Besucher von herunterfallenden Dachziegeln getroffen werden, hat das Staatliche Bauamt Kempten den Innenhof des Hohen Schlosses großflächig absperren lassen.

Füssen – Heruntergefallene Ziegel und angefaulte Dachbalken: Die Schäden am Dach des Gefängnisturms am Hohen Schloss sind größer als gedacht. Das haben jetzt Untersuchungen ergeben, erklärt Thomas Kieschke vom Staatlichen Bauamt Kempten. Die Sanierungsarbeiten werden im Mai oder im Herbst beginnen.

Vor etwa 17 Jahren wurde die Dachlandschaft des Hohen Schlosses saniert, informierte Kieschke. Mit einer Ausnahme: Das Dach des Gefängnisturms. Untersuchungen haben nun ergeben, dass der gesamte Dachbelag marode sei, so Kieschke. „Das Dach ist ganz eindeutig schadhafter als gedacht.“

Die sogenannten Mönch-Nonne-Ziegel seien gerissen. Einige sind auch schon in den Innenhof gefallen. Deshalb wurde der großflächig abgesperrt. Durch die Risse ist zudem Wasser eingedrungen. Dadurch fingen die sogenannten Dachfüße zu faulen an. „Der gesamte Dachstuhl muss hergerichtet werden“, so Kieschke. Doch dafür braucht das Staatliche Bauamt die Erlaubnis des Landesamt für Denkmalpflege. „Die Regierung von Schwaben hat bereits ihr Okay gegeben“, informierte Kieschke.

Nun sei man bei der Bestandsaufnahme. Weil es aber noch keine genaue Schadensanalyse gebe, könne man noch nicht genau sagen, wie hoch die Sanierungskosten ausfallen werden. Das sei „sehr schwierig vorher einzuschätzen“, so Kieschke. Er rechnet allerdings mit „mehreren hunderttausend Euro.“

Da auch das Dach am sogenannten Turm beim Malerwinkel saniert werden muss – ein Sturm hat die Dachkonstruktion verschoben – wurde ein Antrag über 400.000 Euro beim Geldgeber, dem bayerischen Finanzministerium, eingereicht. „Der Freistaat zahlt“, erklärte Kieschke genauer. Wenn der Geldgeber den Antrag bewilligt hat, wird der Auftrag ausgeschrieben.

In der warmen Jahreszeit will das Staatliche Bauamt dann mit der Sanierung beginnen. Da es für die Arbeiten am Dach allerdings trocken sein muss, könne sich der Baubeginn bis in den Herbst hinein verzögern. Denn da sei „die Witterung erfahrungsgemäß besser“, sagte Kieschke.

Besucher müssen allerdings keine Angst haben, dass sie deshalb nicht das Hohe Schloss besichtigen können. Der wesentliche Teil des Museums sei von den Arbeiten überhaupt nicht betroffen. „Außer, dass die Silhouette gestört ist, gibt es keine Einschränkungen für die Besucher“, so Kieschke. Katharina Knoll

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