Zustimmung im zweiten Anlauf

Füssener Bauausschuss stimmt für neue Wohnungen

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17 Wohnungen sollen auf dem Gelände eines ehemaligen Kurheims am Morisse-Parkplatz entstehen. Nachdem der Bauherr seine Pläne überarbeitet hat, hat der Bauausschuss jetzt im zweiten Anlauf grünes Licht dafür gegeben.

Füssen – Hatte der Bauausschuss im Februar den Antrag für den Bau eines Wohnhauses mit 17 Wohnungen in der Kemptener Straße 8 noch abgelehnt, passierten die überarbeiteten Pläne das Gremium am Dienstagabend ohne größere Probleme.

„Wenn wir das so realisieren können, sollten wir das so machen“, befand nicht nur Stadtrat Jürgen Doser (FWF). Lediglich CSU-Ratsmitglied Dr. Christoph Böhm stimmte gegen das Vorhaben auf dem Gelände eines alten Kurheims.

Im Februar hatte der Ausschuss das Ansinnen des Bauwerbers noch abgelehnt, da dieser die erforderlichen Besucherparkplätze nicht nachweisen konnte und sie deshalb ablösen wollte (der Kreisbote berichtete). Während Bauamtsleiter Armin Angeringer seinerzeit kein Problem darin sah und auf den gegenüberliegenden Morisse-Parkplatz verwies, wollten vor allem die Füssener Freien Wähler (FWF) beim Durchwinken der Pläne nicht mitspielen. „Wir schaffen da einen Präzedenzfall“, warnte Fraktionsvorsitzende Dr. Anni Derday seinerzeit.

Rückwärts Ausparken nötig

Das endgültige Aus für die bisherigen Pläne besiegelte schließlich die Feststellung, dass die Besucher des Anwesens zwar vorwärts einparken, aber rückwärts auf die Kemptener Straße ausparken müssten – und dabei den Fuß- und Radweg queren. „Das sehe ich als gewisse Gefahr, das ist technisch nicht machbar!“, befand Bürgermeister Paul Iacob (SPD) vor einem Monat. „Wir hatten Bedenken wegen der Verkehrssicherheit dieser Planung“, fasste Bauamtsleiter Angeringer die Februar-Sitzung am Dienstagabend zusammen.

Die überarbeiteten Pläne sehen laut Angeringer nun eine größere Tiefgarage vor, in der nun auch Besucher parken können sollen, sodass unterm Strich nur noch zwei der nachzuweisenden Besucherstellplätze fehlen würden. Damit machte der Amtsleiter allerdings eine Rechnung auf, der CSU-Stadtrat Dr. Christoph Böhm nicht folgen wollte. „Es müssten acht oberirdische Besucherstellplätze da sein!“, verwies er auf die städtische Stellplatzsatzung. „Es ist Gesetz, dass die Besucherstellplätze schnell anfahrbar sein müssen“, erklärte er. Da seien Parkplätze in einer Tiefgarage in der Regel aber nicht. Ebenso werde kein Besucher des Hauses auf den kostenpflichtigen Morisse-Parkplatz fahren. „Er fährt einmal um den Block und parkt in der Kirchstraße.“ Böhms Fazit: „Nach unserer Satzung hat er zu wenig Parkplätze!“

Stellplatzsatzung aushebeln?

Darüber hinaus sei zu befürchten, dass der Bauwerber die fünf Wohnungen, die kleiner als 30 Quadratmeter werden sollen, lediglich benutze, um die Stellplatzsatzung auszuhebeln. „Dann baut er halt 29,5 Quadratmeter“, so Böhm. Seine Fraktionskollegin Ursula Lax wies Böhm daraufhin in die Schranken. „Ich möchte mich dagegen verwahren, dass wir hier einem Bauherren Unredlichkeit unterstellen“, sagte sie.

Bei den übrigen Ausschuss-Mitgliedern stieß die überarbeitete Planung hingegen auf Zustimmung. „Gut nachgebessert im Vergleich zum letzten Monat“, sagte Dr. Martin Metzger (BfF). „Uns ist bewusst, dass nicht so viele Stellplätze aufgeführt werden können, wie es sein müsste.“ Allerdings handle es sich hier um eine Abwägungssache. „Und hier sind die Vorteile überwiegend!“

FWF-Stadtrat Jürgen Doser gab zu bedenken, dass im Zuge der Digitalisierung ohnehin über neue Parkkonzepte und eine entsprechende Anpassung der Stellplatzsatzung nachgedacht werden müsse.

Matthias Matz

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