Retter am Werk

Baudenkmal in der Innenstadt soll saniert werden

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Das Baudenkmal Jesuitergasse 7 soll jetzt aufwändig saniert werden.

Füssen – Eines der ältesten Baudenkmäler in Füssen ist das Haus Jesuitergasse 7. Im Kern 1481 gebaut, ist „der momentane Zustand des Hauses erschreckend“, wie Stadtrat Jürgen Doser von den Freien Wählern vergangene Woche im Bauausschuss befand. 

Umso leichter tat sich der Ausschuss, einem Antrag auf umfangreiche Sanierung des Gebäudes bei einer Gegenstimme von Dr. Christoph Böhm (CSU) zuzustimmen. 

In der Liste der Füssener Baudenkmäler wird das markante gelbe Haus in der Jesuitergasse als „Wohnhaus, schmaler dreigeschossiger Traufseitbau mit Satteldach und spätklassizistischer Haustür, im Kern um 1481 (dendro.dat.) mit Umbauten im 17. Jh. und 1759/60 (dendro.dat.)“, geführt. Doch vom einstigen Glanz des Altstadtgebäudes ist heute nicht mehr viel zu spüren. 

Im Gegenteil: Dass das Gebäude dringend saniert werden muss, ist für den Betrachter offenkundig. Diese Aufgabe will nun ein Bauwerber angehen, der die Sanierung des Hauses beantragt hat und darüber hinaus zwei Wohnungen einrichten will. Die Pläne seien bereits mit dem Denkmalamt und dem Landratsamt in Marktoberdorf abgestimmt, berichtete Bauamtsleiter Arrmin Angeringer in der vergangenen Woche den Ausschussmitgliedern. 

Dachstuhl wird beibehalten

Entscheidend: Der Dachstuhl wird – wenn auch etwas höher als ursprünglich – beibehalten. Eine weitere Abweichung von der Altstadtsatzung: Die Dachfenster sollen größer werden als es die Satzung mit ihren 0,6 Quadratmetern vorsieht. Das veranlasste Dr. Christoph Böhm (CSU), neben UBL-Stadtrat Magnus Peresson hartnäckigster Verfechter der Altstadtsatzung, sich zu Wort zu melden. Zwar begrüße er, dass Wohnen in der Altstadt ermöglicht werden solle, verwies aber auf die Überschreitung der per Satzung diktierten Fenstergröße. Diese sollte auch in diesem Fall eingehalten werden. Das Argument „natürlicher Lichteinfall“ wollte er dabei nicht gelten lassen. Schließlich sei die Steinzeit vorbei und die Bewohner könnten auf LED-Leuchten zurück greifen. 

Zweifel äußerte er auch an Angeringers Aussage, das Denkmalamt könne sich die größeren Fenster vorstellen. Dafür rüffelte ihn Bürgermeister Paul Iacob (SPD) jedoch deutlich und verbat sich, die Glaubwürdigkeit des Bauamtsleiters in Zweifel zu ziehen, woraufhin sich Böhm bei Angeringer entschuldigte.

Lob von Iacob

Bei den übrigen Ausschussmitgliedern stieß das Sanierungs-Vorhaben in der Jesuitergasse dagegen auf breite Zustimmung. „Wenn jemand ein Altstadthaus so anpackt, müssen wir froh sein“, betonte Jürgen Doser. „Das ist für die Altstadt eine Bereicherung!“ Bürgermeister Iacob lobte das Engagement des Bauwerbers ebenfalls: „Da ist ein Retter am Werk“, sagte er. „Die Fenster stören absolut nicht.

mm

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