Gewerkschaft schlägt Alarm

Zahl der Pendler im Ostallgäu steigt

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Die IG Bauen-Agrar-Umwelt vermeldet so viele Pendler im Landkreis Ostallgäu wie noch nie zuvor.

Landkreis – Einen neuen Höchststand hat die Zahl der Berufspendler im Ostallgäu erreicht. Das gibt der Bezirksverband Schwaben der Industriegewerkschaft (IG) Bauen-Agrar-Umwelt bekannt.

Demnach verließen 2018 auf dem Weg zur Arbeit rund 40.000 Menschen regelmäßig die Grenzen des Kreises – das sind 45 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damals zählte der Kreis noch rund 28.000 sogenannte Auspendler, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Diese beruft sich dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Gewerkschafter Michael Jäger spricht von einem „alarmierenden Trend“. 

Eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Groß- und Unistädten. „Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise in der Stadt nicht mehr leisten. Aber genau dort sind in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Schwaben. Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler aus dem Kreis Ostallgäu mittlerweile normal, so Jäger.

 Mehr investieren 

Und darunter leidet auch die Umwelt. Nach Angaben des Umweltbundesamtes gehen knapp ein Fünftel aller CO2-Emmissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs, so die IG. Sie warnt deshalb vor einer Zunahme der Pendlerzahlen. „Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen. Es fehlen vor allem Wohnungen im sozialen und im bezahlbaren Segment“, meint Jäger. Investitionen seien auch in der Verkehrsinfrastruktur nötig, um die Pendler zu entlasten.

 „Vor allem beim Schienen-, Straßen- und Radwegenetz ist der Nachholbedarf groß.“ Und auch die Firmen könnten ihren Beitrag leisten – indem sie es leichter machen, in Gleitzeit oder im Home-Office zu arbeiten. Die Pendler-Problematik im Ostallgäu ist laut IG aber Teil eines bundesweiten Trends: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit pendelten 2018 39 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in eine andere Stadt oder einen anderen Kreis zur Arbeit.

kb

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