Bessere Bezahlung für Bauarbeiter

IG Bauen warnt vor Fachkräftemangel in der Baubranche im Ostallgäu

+
Bald allein auf der Baustelle? Die IG Bauen-Agrar-Umwelt warnt davor, dass Baufirmen im Landkreis Ostallgäu auf einen verschärften Fachkräftemangel zu steuern, wenn die Branche für Beschäftigte nicht attraktiver wird.

Landkreis – Der Mangel an Fachkräften könnte für Baufirmen im Landkreis Ostallgäu in den kommenden Jahren zu einem ernsten Problem werden. Davor warnt jetzt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und verweist auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Danach gibt es in den Bauberufen immer größere Schwierigkeiten, Personal für offene Stellen zu finden. Im vergangenen Jahr blieben im Kreis Ostallgäu 46 Stellen in der Branche länger als 90 Tage unbesetzt. „Ob es um den Bau von Wohnungen und Straßen oder die Sanierung von Brücken geht – viele Firmen arbeiten wegen der anziehenden Nachfrage längst am Limit. Und das sogar in Zeiten von Corona. Um die Aufträge zu bewältigen, müssen sie jetzt in die Fachleute von morgen investieren“, sagt Michael Jäger, Bezirksvorsitzender der IG BAU Schwaben. 

Die Branche müsse jedoch deutlich attraktiver werden. Das fange bei einer besseren Bezahlung an, so Jäger. In der laufenden Tarifrunde für das Bauhauptgewerbe fordert die Gewerkschaft deshalb ein kräftiges Lohn-Plus. Außerdem soll die lange, bislang meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden. „Aktuell erleben wir einen regelrechten Facharbeiter-Schwund. 

Drei Jahre nach der Ausbildung haben im Schnitt zwei von drei Bauarbeitern ihre Branche verlassen. Der Trend muss unbedingt gestoppt werden“, betont Jäger. Fehlende Anerkennung Neben höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen komme es auch auf ein gesundes Betriebsklima an. Beschäftigte vermissten häufig Respekt und Anerkennung für ihre Leistung. „Kein Wunder, dass sich da mancher nach einem anderen Beruf umschaut“, so Jäger. 

Wie sehr der Fachkräftebedarf in Zukunft anwachsen könnte, zeigt laut IG BAU eine Studie der Sozialkassen des Baugewerbes (SOKA-BAU). Danach dürften in den kommenden zehn Jahren bundesweit 150.000 Bau-Beschäftigte in Rente gehen. Das sei jeder sechste Arbeitnehmer in der Branche.

kb

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Razzia in Füssener Aslylbewerberheim - Nigerianer festgenommen
Razzia in Füssener Aslylbewerberheim - Nigerianer festgenommen
Stadt Füssen verabschiedet Stadtarchivarin Ruth Michelbach in den Ruhestand
Stadt Füssen verabschiedet Stadtarchivarin Ruth Michelbach in den Ruhestand
Füssener Tunnel werden ab Montag gewartet
Füssener Tunnel werden ab Montag gewartet
Mobilfunk-Sendemast am Füssener Galgenbichl soll Ende Juli Betrieb aufnehmen
Mobilfunk-Sendemast am Füssener Galgenbichl soll Ende Juli Betrieb aufnehmen

Kommentare