Genehmigung für Wohnhaus wurde ohne Anhörung des Denkmalschutzes erteilt

LfD bleibt außen vor

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Das Projekt „Wohnen in der Altstadt“ wurde anscheinend genehmigt, ohne den Denkmalschutz anzuhören.

Füssen – Die Baugenehmigung für das umstrittene Bauprojekt „Wohnen in der Altstadt“ ist ohne Einbeziehung und Zustimmung des Landesamts für Denkmalpflege (LfD) erteilt worden. 

Das räumte Gudrun Hummel, Leiterin der Abteilung Bau und Umwelt am Landratsamt Ostallgäu, auf Nachfrage ein. Auf die bestandskräftige Baugenehmigung für den Neubau in der Hinteren Gasse/Luitpoldstraße habe das aber keinen Einfluss.

Wie am Mittwoch im Kreisbote berichtet, hatte Stadtrat Magnus Peresson (UBL), Architekt und Vorsitzender des historischen Vereins Alt-Füssen, eine Überarbeitung der Genehmigung beantragt. Der Architekt verwies dabei auf eine Stellungnahme des bayerischen Landesamts für Denkmalpflege (LfD) in München vom Mai 2014.

Darin werden Größe und Fassadengestaltung des Gebäudes scharf kritisiert und eine Zustimmung durch das LfD ausgeschlossen. Nach Ansicht der Denkmalbehörde füge sich der Komplex nicht in das Ensemble der Stadt ein. Mit Unverständnis reagierte die Münchner Behörde außerdem darauf, dass sie an dem Genehmigungsprozess nicht beteiligt worden sei.

"Hätte passieren müssen"

 Tatsächlich ist das LfD bei der Ausarbeitung und Erteilung der Baugenehmigung für das Projekt vor über zehn Jahren durch das Landratsamt Ostallgäu nicht beteiligt worden, wie Gudrun Hummel auf Nachfrage des Kreisbote einräumte. „Man hat damals das LfD nicht einbezogen“, sagte sie. „Warum, weiß ich nicht. Das ist nicht mehr rekonstruierbar.“ Die Einbeziehung der Denkmalschützer „hätte aber passieren müssen“.

Rechtlich bindend für das Landratsamt ist die Beurteilung des LfD aber nicht. Vielmehr macht die Münchner Behörde in solchen Stellungnahmen für gewöhnlich deutlich, was ihrer Ansicht nach aus denkmalpflegerischer Sicht beim Erteilen der Baugenehmigung zu beachten ist.

 Keine Handhabe mehr

 Dass die nun aufgetauchte, zwei Jahre alte Stellungnahme des LfD keine Auswirkungen mehr auf die Baugenehmigung habe, erklärte Hummel unter anderem damit, dass sich diese auf einen Tekturantrag des Bauherren vom Frühjahr 2014 beziehe. Seinerzeit seien nachträglich eine Tiefgarage und ein Garagengeschoss beantragt und schließlich auch genehmigt worden. Somit hätte sich das LfD nur dazu äußern können, nicht aber zu dem Gebäude an sich oder der Fassadengestaltung. Denn: „Das war gar nicht Gegenstand der Tektur“, so Hummel.

Allerdings befinden sich die Projekt-Planer und das Füssener Bauamt derzeit in Gesprächen über Details der äußeren Gestaltung des massiven Gebäudekomplexes (der Kreisbote berichtete).

Matthias Matz

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