Fredlmeier stellt "Masterplan Kneipp" vor

FTM will Prädikate untermauern

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Füssen Tourismus und Marketing (FTM) plant für das Thema Kneipp einen Mineralbrunnen, eine Ruheinsel und einen Trinkbrunnen in Bad Faulenbach.

Füssen – Tourismus und Marketing (FTM) will den Qualitätstourismus ausbauen. Und da „spielt die Gesundheit eine große Rolle“, erklärte Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier am Dienstag im Bauausschuss.

Deshalb soll das Thema Kneipp verstärkt in den Vordergrund gerückt werden. Den „Masterplan“ dafür stellte Fredlmeier zusammen mit Landschaftsarchitektin Gudrun Dietz-Hofmann den Räten vor und erklärte: „Wir brauchen Ihre Unterstützung“. Denn Anfang März muss FTM den Förderantrag abgeben.

Füssen soll zum „Kneipport mit moderner Prägung“ werden, erklärte Fredlmeier. Die Lechstadt sei einer der höchstprädikatisierten Orte in Bayern, doch diese Prädikate stehen auf „relativ dünnen Brettern“, so der Tourismuschef. In der Öffentlichkeit werde Füssen nur mit Neuschwanstein verbunden.

Dabei spiele das Thema Kneipp hier seit vielen Jahrzehnten eine Rolle. „Die Kompetenz ist da“, so Fredlmeier. Diese soll jetzt mit Hilfe des Masterplans ausgebaut und die nötige Infrastruktur dafür geschaffen werden (der Kreisbote berichtete mehrfach). Das Ziel sei Füssen ortsteilübergreifend zum Kneippkurort auszubauen. Außerdem soll mit dem Masterplan die Grundlage für das Prädikat Kneipp-Heilbad geschaffen werden. Die Kneipp´sche Lehre setzt sich aus den Themen Innere Ordnung, Bewegung, Wasser, Ernährung und Kräuter zusammen. Diese Säulen sollen sich als „roter Faden“, so Dietz-Hofmann, durch das Faulenbacher Tal und Weißensee ziehen.

Natürliche Elemente

Dabei will man vor allem mit der Landschaft arbeiten und natürliche Elemente verwenden. Im Zuge des Masterplans sind im Faulenbacher Tal ein Mineralbrunnen, ein Trinkbrunnen und eine Ruheinsel am Faulenbach geplant. Dabei soll der vorhandene Mineralbrunnen reaktiviert werden. Weil der Gesetzgeber die Trinkwasservorschriften verschärft hat, ist der Brunnen derzeit „hermetisch abgeriegelt“, so Fredlmeier. Das Wasser enthält zu viele Keime. Jetzt soll der Brunnen barrierefrei umgestaltet werden, um als „natürlicher Quelltopf“ für äußere Anwendungen zu dienen.

Daneben will die Landschaftsarchitektin Sichtschneisen zum Gipsbruchweiher schaffen. Ein Weg soll zudem zum Gipsloch führen, wo ein Sitzplatz zum Verweilen einladen soll. Neben einem Trinkbrunnen auf der Kneippwiese will FTM eine Ruheinsel am Faulenbach mit Blick auf den Wasserfall schaffen. Dafür soll das Schwefel-Tretbecken zurückgebaut werden.

Neue Kneippanlage

 Am Weißensee habe man „eine ganz andere Landschaft“, so Dietz-Hofmann. Neben einem Bewegungsparcours will FTM hier eine neue Kneippanlage einrichten, den verrohrten Bachlauf renaturieren, den Parkplatz abschirmen und ein Naturkneippen am Bach ermöglichen. „Der Parkplatz soll so bleiben wie er ist“, meinte die Landschaftsarchitektin. Allerdings liegen die Badegäste direkt daneben. „Das ist keine schöne Situation.“ Eine Hecke könnte beispielsweise den Parkplatz abschirmen.

Die neue Kneippanlage soll neben dem Strandbad gebaut werden. „Das ist kein Luxus“, so der Tourismusdirektor. „Die alte Anlage ist hinüber.“ Diese soll stattdessen zum Rastplatz für Radler mit Trinkbrunnen werden. An der Eisstockbahn werden vier Elemente zum Trainieren der Bauch-, Bein-, Arm- und Rückenmuskulatur aufgestellt. „Die nehmen nur wenig von der Liegewiese weg. Sie liegen in der Böschung“, erklärte Dietz-Hofmann.

Daneben will FTM am Bach Felsen aufschichten, damit Spaziergänger die Füße in den See baumeln lassen können, und den verrohrten Bachlauf zum Wasserspielplatz umbauen. Am Ende machte Fredlmeier deutlich, dass der Mittersee von diesem Plan ausgeklammert sei. „Dazu gibt es eine eigene Arbeitsgruppe.“ Um eine Förderung durch Interreg zu erhalten, will FTM zusammen mit österreichischen Partnern ein Projekt zum Gesundheitstourismus entlang des Lechs erschließen. Dann könnten 75 Prozent der Kosten gefördert werden.

Hohe Investitionen

Die Gesamtinvestition im Falle einer Interreg-Förderung werde laut Fredlmeier ca. 400.000 Euro betragen. 100.000 Euro würde die Stadt Füssen beisteuern. Das Geld war ursprünglich für die Reaktivierung der Notburgaquelle vorgesehen. Da dies jedoch nicht geschehen ist, wurde das Geld für den „Masterplan Kneipp“ zurückgestellt, informierte Fredlmeier.

Die übrigen Kosten werde FTM aus seinem laufenden Haushalt decken, so der Tourismuschef. „Ich finde den Plan gut“, erklärte Dr. Martin Metzger (BfF). „Menschen, die mit der Natur nicht viel anfangen können, werden an die Hand genommen.“ Das sahen wohl auch die übrigen Stadträte so, die einstimmig die Maßnahme befürworteten.

Katharina Knoll

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