Der nächste Versuch

Unterhalb des Füssener Franziskanerklosters sollen wieder Wohnhäuser entstehen

+
Unterhalb des Franziskanerklosters will ein Bauwerber fünf Wohnhäuser errichten. Einige Stadträte sehen das kritisch.

Füssen – Einen neuerlichen Anlauf für den Bau von mehreren Wohnhäusern in der Floßergasse hat jetzt ein Bauwerber aus Füssen unternommen. Laut Bauvoranfrage will er fünf Stadthäuser unterhalb des Franziskanerklosters bauen.

Die Reaktion der Stadträte im Bauausschuss darauf fiel jedoch eher zurückhaltend aus. Auf Drängen von Bürgermeister Paul Iacob (SPD) verständigte sich das Gremium am Dienstagabend aber schließlich mehrheitlich immerhin darauf, noch einmal Gespräche mit dem Architekten des Projekts zu führen. 

Die Idee, am Hang unterhalb des altehrwürdigen Franziskanerklosters Wohnhäuser zu bauen, ist an sich keine neue. Bereits 2015 hatte der gleiche Bauwerber dort den Bau von vier Wohnhäusern geplant. Kritiker des Vorhabens fürchteten seinerzeit aber durch den Bau der Häuser vor allem eine Einschränkung des historischen „Quaglio-Blicks“, die Aussicht vom Franziskanerplatz über die Füssener Altstadt zum Hohen Schloss. 

Außerdem waren die Kritiker gegen Bauarbeiten in den Hang unterhalb des Klosters hinein, der womöglich statische Problem für dieses zur Folge gehabt hätte. Nach massivem Widerstand der Bevölkerung, Unterschriftensammlungen, immer neuer Auflagen hinsichtlich der Höhe und der Androhung einer Normenkontrollklage durch den Historischen Verein „Alt Füssen“ versandete das Vorhaben schließlich. 

Im August hat der damalige Bauwerber nun über seinen Architekten eine neuerliche Bauvoranfrage im Rathaus eingereicht. Geplant sind demnach fünf Stadthäuser mit einer Tiefgarage für zehn bis elf Stellplätzen. Dazu kommen zwei Besucherparkplätze. Die Firsthöhe soll diesmal maximal 801,30 üNN betragen und somit zwei Zentimeter unter der vorgegebenen Firsthöhe von 801,32 üNN liegen. Das Haus Floßergasse 22 soll dafür abgerissen werden.

Doch die Chancen auf eine Verwirklichung des Vorhabens scheinen auch diesmal schlecht zu stehen. Bauamtsleiter Armin Angeringer berichtete den Stadträten am Dienstagabend, dass das Landratsamt das Vorhaben eindeutig ablehne, unter anderem weil eines der Häuser zu weit in den Hang hinein geplant sei. Das Bebauungsplanverfahren, das 2015 nach dem Rückzug des Bauherrn nicht weiter verfolgt worden war, müsse außerdem wieder neu aufgerollt werden. „Bebauungsplantechnisch hat es keine Fortschritte gegeben“, sagte der Bauamtsleiter. 

"Es geht nicht!"

Angesichts der klaren Aussage aus Marktoberdorf wollte Dr. Martin Metzger (BfF) die Bauvoranfrage schon gar nicht mehr diskutieren. „Sobald in den Hangfuß hinein gebaut werden soll, sollten wir das hier gar nicht behandeln, denn es geht nicht!“, sagte er. UBL-Stadtrat Magnus Peresson verwies ebenfalls auf die vorgesehenen Arbeiten am Abhang. „Die Eingriffe sind gewaltig“, so seine Einschätzung. 

Dr. Christoph Böhm von der CSU verwies hingegen auf die bereits 2015 gemachten Vorgaben des Denkmalamtes, wonach die Gebäude in einem 30-Grad-Winkel zum Kloster gebaut werden müssen. Das führe seinen Berechnungen nach dazu, dass für die Zufahrt zur Tiefgarage lediglich die Breite eines Radweges bleibe. „Er kann eine Tiefgarage bauen, aber nur mit dem Fahrrad reinfahren.“ Außerdem müsse im Falle eines positiven Bescheids wieder mit einem Bürgerbegehren und einer Normenkontrollklage durch den Verein „Alt Füssen“ gerechnet werden. 

Weder das eine, noch das andere seien Gründe für die Ratsmitglieder, die Zustimmung zu verweigern, entgegnete ihm Bürgermeister Iacob. „Ein Bürgerbegehren und ein Prozess dürfen die Entscheidung hier nicht beeinflussen.“ 

Architekt Hans-Peter Meyer, dem der Ausschuss Rederecht einräumte (8:4 Stimmen), widersprach Böhm ebenfalls. Er erklärte, dass die Abfahrt zur Tiefgarage drei Meter breit werden und über eine Ampelanlage geregelt werden soll. Im Übrigen halte er sich bei seinen Planungen an sämtliche vor vier Jahren mit der Stadtverwaltung, dem Landratsamt und dem Denkmalschutz abgestimmten Größenvorgaben. „Wir haben alle Höhen eingehalten, die abgestimmt waren“, betonte. 

Auf Drängen von Bürgermeister Paul Iacob einigten sich die anwesenden Ratsmitglieder mit 10:2 statt auf eine Ablehnung der Bauvoranfrage zunächst auf einen Kompromiss. Demnach sollen zunächst noch einmal Gespräche mit Architekt und Bauwerber über mögliche Verbesserungen der Planung geführt werden.

mm

Auch interessant

Meistgelesen

Füssener Naturfreibad soll nun doch in das Kneipp-Konzept integriert werden
Füssener Naturfreibad soll nun doch in das Kneipp-Konzept integriert werden
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) bewilligt Zuschüsse für Ausbau des Skateparks
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) bewilligt Zuschüsse für Ausbau des Skateparks
Ralf Preker ist der neue Klosteroberer der Füssener Franziskaner
Ralf Preker ist der neue Klosteroberer der Füssener Franziskaner
Die Firma Scheibel aus Füssen ist mehr als nur ein guter Arbeitgeber!
Die Firma Scheibel aus Füssen ist mehr als nur ein guter Arbeitgeber!

Kommentare