Bayerische Schützen feiern ihren Schützentag

Schwabens Bezirksschützenmeister Karl Schnell begrüßt zahlreiche Schützen aus ganz Bayern beim 64. Bayerischen Schützentag. Foto: lex

Füssen – Der Schützengau Ostallgäu hat anscheinend einen guten Draht zu Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und der wiederum zu Petrus. So wurde das Wetter während des 64. Bayerischen Schützentages immer besser und ließ so eine Zusage des Füssener Stadtoberhaupts in Erfüllung gehen.

Hatte dieser doch schon beim Eröffnungsempfang mehrerer Hunderter Delegierter von Schützengauen und -vereinen aus ganz Bayern sowie Deutschland und sogar Nord- und Südtirol im Kaisersaal des Klosters St. Mang „schönes Wetter versprochen“. Demzufolge servierte der Wettergott nicht nur am Haupttag des feierlichen Schützen-Großtreffens, während der Delegiertenversammlung und des Festabends im Schlossbrauhaus Schwangau, sondern auch beim Festzug durch die Füssener Innenstadt und der darauffolgenden Abschlusskundgebung im Klosterhof am Sonntag für viele Sonnenstrahlen und warme Temperaturen. 

Am vorvergangenen Freitag war das noch ein bisschen anders, als sich knapp 300 Freunde von Kimme und Korn bei nasskaltem Wetter im Schützenhaus in Weißensee zu einem geselligen Kameradschaftsabend trafen, der erst gegen Mitternacht zu Ende ging. Manche der Besucher dieses Abends, wie etwa der 1. Schützenmeister des Gaus Ostallgäu, Hans-Peter Kristen, hatten denn vermutlich auch nur wenige Stunden Schlaf in den Knochen, als am Samstagvormittag die rund fünfstündige Delegiertenversammlung begann, in deren Verlauf etwa 20 Redner ihre Grußworte an die gut 400 Besucher richteten. 

Am Nachmittag wurde dagegen unter anderem über den Haushaltsplan abgestimmt und der 1. Landesschützenmeister des Bayerischen Sportschützenbundes (BSSB), Wolfgang Kink, entlastet. Dieser wünschte sich in seinem Rechenschaftsbericht im proppevollen Saal des Schlossbrauhauses zunächst eine „gut arbeitende EU“, die „für uns alle wichtig“ sei. Auch sprach er sich energisch gegen eine Verschärfung des Waffenrechts sowie „eine Kriminalisierung der Schützen“ aus. Immerhin engagierten sich seine Sportkameraden seinen Angaben zufolge „für Toleranz, Meinungsfreiheit und Demokratie“. Gleichzeitig machten sie sich immer mehr für „Inklusion und Integration“ von Behinderten stark, was er zum Beispiel mit den Worten an die anwesenden Politiker unterstrich: „Wir brauchen behindertengerechte Sportstätten.“ 

Hüter der Kultur 

Der Ranghöchste unter ihnen war dabei Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Im Anschluss an die Grußworte von Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) und des neuen Schwangauer Bürgermeisters Stefan Rinke, die die Schützen übereinstimmend als festen „Bestandteil des kulturellen Lebens in unserer Gesellschaft“ bezeichneten, lobte der Minister die Schießsportler zunächst gleichfalls als „Hüter der bayerischen Volkskultur“. 

Keine Kriminalisierung 

Des weiteren repräsentierten sie eine „gewachsene Identität“, die Gemeinschaft stifte sowie Heimatverbundenheit dokumentiere. Indem bei den Schützen außerdem „Kameradschaft und Bürgersinn großgeschrieben“ würden, trügen sie darüber hinaus zur „Stärkung des Gemeinsinns“ bei. Nach Meinung Herrmanns nähmen die Schützen jedoch auch „ihre große Verantwortung ernst“, weil sie sich gemäß ihrer Satzung verpflichtet hätten, „nie, nie, nie auf Menschen zu schießen“. Deshalb sollten sie „nicht in irgendeiner Weise kriminalisiert werden“, erteilte Herrmann auch der „Einführung eines einheitlichen europäischen Waffenrechts“ eine klare Absage. Mit den Worten „wir sind in Bayern froh, dass wir die Schützen haben“, unterstrich er seine Zusage, dass die Staatsregierung auch künftig zu den Schützen stehe. 

Anschließend ehrte Herrmann Hans Bösl für dessen langjährige Tätigkeit in verschiedenen Gremien auf bayerischer und Bundesebene und überreichte ihm das Bundesverdienstkreuz am Band. Sinngemäß pflichtete dem Minister daraufhin auch Regierungspräsident Karl Michael Scheufele bei, als er erklärte, dass die Schützen aus Bayern „nicht wegzudenken“ seien. Demgegenüber wünschte der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) den Schützen für die Zukunft „eine sichere Hand und einen klaren Blick“, während die CSU-Landtagsabgeordnete Angelika Schorer die Schießsportler dafür lobte, dass sie „das Schützenwesen in Bayern“ hochhielten. 

Ihr SPD-Kollege Dr. Paul Wengert nannte die Schützen indes einen festen Bestandteil des öffentlichen Lebens. Und die neue Allgäuer Europa-Abgeordnete Ulrike Müller (FW) sprach den Schützen anschließend „Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß“ zu, bevor der Präsident des Deutschen Schützenbundes, Heinz-Helmut Fischer, im Rahmen dieses 64. Bayerischen Schützentages auch dem Schützengau Ostallgäu zu dessen diesjährigem 50. Geburtstag gratulierte.lex

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