Hansjörg Kindler alias "Trixini" verstirbt nach langer Krankheit

Abschied von "Trixini"

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Hansjörg Kindler liest aus seinen Reiseerzählungen „Der Zopf des Fräulein Li“.

Rieden a.F. – Hansjörg Kindlers Wirkungsbereich mit nur einem Wort zu beschreiben, war immer schon nahezu unmöglich. Dafür war sein Leben von Jugend an viel zu vielseitig. Jetzt ist der als Zauberer „Trixini“ bekannt gewordene Künstler im Alter von 81 Jahren in einem Kemptener Hospiz verstorben. 

Der zuletzt in Rieden am Forggensee lebende Hansjörg Kindler alias „Trixini“ war katholischer und später altkatholischer Priester, Esperantist, Buchautor, Tagebuchschreiber, Lyriker, Satiriker, Zauberkünstler, Puppenspieler und Botschafter seiner Allgäuer Wahlheimat. „Mit zauberhaften Grüßen“ unterzeichnete er seine Autogramme und oft auch seine persönlichen Briefe. Geboren wurde Hansjörg Kindler am 3. September 1933 in Villingen (Baden-Württemberg). Schon früh nahm ihn das Puppenspiel gefangen. Bereits im Alter von 18 Jahren verfasste er auf Schloss Salem seinen „Wegweiser zum Handpuppenspiel“. Doch sein beruflicher Weg sollte ihn zunächst wieder wegführen von den Puppen: Kindler ließ sich zum Priester weihen. Während seiner Zeit im Priestertum entwickelte er aber eine intensive Liebe zur Kunst der Zauberei und erlangte unter dem Bühnennamen „Trixini“ weltweite Bekanntheit: In rund 50 Ländern auf drei Kontinenten zog er mit seiner Zauberei Jung und Alt in seinen Bann. 

Zurück zum Puppenspiel 

Die Liebe zu einer Frau führte ihn schließlich zur altkatholischen Kirche. Und da er auch noch einen weltlichen Beruf ausüben musste, kehrte er zum Puppenspiel zurück und eröffnete in Paderborn sein eigenes Theater mit festem Haus. 13 Jahre lang führte er sein Theater in Paderborn, dann siedelte er nach Rieden am Forggensee um, von wo aus er als Puppenspieler und „Magier mit dem blauen Stein“ kreuz und quer im deutschen Sprachraum auftrat. Außerdem war er überall dort ein gern gesehener Gast, wo das von ihm so geliebte Esperanto gepflegt wurde. 

Verschiedene Bücher 

Fast schon nebenbei verfasste er im Thalhofener Bauer-Verlag eine Fülle von Büchern wie „Die ökumenischen Hunde“, „Muriel“ und „Der Zopf des Fräulein Li“. Auch das Dichten war ein Vergnügen von ihm: Glückwünsche zu den verschiedensten Anlässen gab es immer in gereimter Form. Sein Meisterstück lieferte er allerdings mit „Joseph der Ägypter“ ab. Darin gibt er diese Geschichte aus dem alten Testament auf 20 Seiten humorvoll in Versform wieder. Zuletzt schrieb er mit den „Hohnsteiner Puppenspieler-Geschichten“ noch Anekdoten aus seiner Lehrzeit auf und setzte seinem Meister Friedrich Arndt ein kleines, aber sehr persönliches Denkmal. Die Puppen legte „Trixini“ zwar bereits 2010 aus der Hand. 

Als Zauberkünstler war er aber weiterhin aktiv, bis ihm eine schwere Krebserkrankung seine intensiven Auftritte unmöglich machte. Der Abschied vom Leben fiel ihm nicht leicht, aber vor dem Tod selbst hatte der überzeugte Christ keine Furcht, eher im Gegenteil: „Ich bin mal gespannt, ob das alles so stimmt, wie ich es immer gepredigt habe“, scherzte er noch kurz vor seinem Tod am Telefon.

 Am 22. August starb Trixini in einem Hospiz in Kempten. Er wurde 81 Jahre alt. Seine Bross-Puppen sind im Bensberger Puppenpavillon und bei den Piccolo Puppenspielen weiterhin im Einsatz, sein Nachlass als Zauberkünstler ging an das Magicum-Museum nach Berlin. In seinen Büchern und in den Erinnerungen unzähliger Zuschauer wird er weiterleben, in den Herzen derer, die ihn näher kennen durften, sowieso. Die Beerdigung findet am 2. Oktober in seiner Heimatstadt Villingen statt.

kb

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