Es begann im Kuhstall

Die Gruppe „Rockzipfel“ aus der Schweiz war bei der Jubiläumsfeier zu Gast in Lechbruck. Foto: gau

„Zither oder Alphorn?“, vor dieser Entscheidung standen Christian Fischer und Georg Müller vor 20 Jahren. Wie die Entscheidung ausging, konnte man am vergangenen Wochenende sehen, da feierte nämlich die Alphornbläsergruppe Edelweiß ihr Jubiläum. Dazu hatten die Lechbrucker Freunde aus nah und fern eingeladen. Einzig das Seefest im Zeichen des Alphorns fiel ins Wasser.

Eine Zither stand seinerzeit nicht zur Verfügung, weshalb sich Christian Fischer und Georg Müller heimlich in einem Kuhstall trafen, um mit ihren Alphörnern zu üben. Nicht sehr heimlich, denn kurz darauf entdeckte Axel Straub, was sich in dem Stall abspielte. So erzählt Stefan Müller die Geschichte davon, wie sich die Alphorngruppe „Edelweiß“ vor 20 Jahren fand. Mittlerweile ist daraus ein Sextett geworden, das beim Festwochenende auf seine aufregende Vergangenheit zurückblickte. Das entwickelte sich in den 1990igern nicht nur vom Trio weiter, sondern durfte deutschlandweit über das Frühstücksfernsehen einst einen Weckruf verbreiten, im New Yorker Central Park Grüße über den großen Teich senden und schließlich auch in Berlin vor hundertausenden Lechbruck bekannt machen. Danach allerdings wurde es ruhiger um die Gruppe, so Müller. Im Ton der Alphörner könne man die Kälte, die Hitze, die Stürme, aber auch die Stille hören, die die Bäume erlebt hätten an ihrem Standort hoch oben im Gebirge. Für den Lechbrucker Pfarrer Seitz, der den Gottesdienst zelebrierte, sind die Alphörner erzählende Bäume, deren Jahresringe viele Geschichten zu erzählen hätten und, so Seitz, die Stille (nicht zu verwechseln mit Schweigen) der Berge in die Täler und Dörfer trügen. Besuch aus der Schweiz Still waren die Instrumente aber so gar nicht in der Lechhalle, vielmehr sorgten sie für Stimmung. Zwar war der Stimmungsabend und das Seefest sprichwörtlich ins Wasser gefallen, dafür wurde es in der Lechhalle umso stimmungsvoller. Den Auftakt machten denn auch die Rockzipfel, eine Damen-Alphornbläsergruppe (mit Mann) aus Bern, die „Schwyzerörgeli“ mitgebracht hatten und eine Jodlergruppe – und eben auch die musikalischen Grüße aus dem Land, in dem das Alphorn früher zur Kommunikation zwischen den Almen genutzt wurde.

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