In St. Mang lebt der Süden musikalisch auf

Heiße Rhythmen

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Großartiges Quartett: Alexander Kilian (v. l.), Jan Pascal, D. D. Lowka und Mulo Francel verlegen den Kaisersaal kürzlich musikalisch betrachtet in südlichere Gefilde.

Füssen – Mit riesiger Begeisterung und tosendem Beifall haben sich die rund 150 Besucher im vollbesetzten Kaisersaal des ehemaligen Klosters St. Mang jetzt bei vier kongenialen, virtuosen Musikern für ein grandioses Konzert bedankt.

Und während das Duo „Café del Mundo“ dabei mit einer Hälfte der Formation „Quadro Nuevo“ fast zwei Stunden lang in St. Mang überaus delikaten Ohrenschmaus servierte, rissen Alexander Kilian, Jan Pascal, Mulo Francel und D. D. Lowka die Zuhörer am Ende zu derart frenetischem Applaus hin, dass Letztere sich sogar drei Zugaben erklatschten. 

Alle vier großartige Könner im Umgang mit ihren Instrumenten (Kilian und Pascal an der Gitarre, Francel mit Saxophon und Klarinette sowie Lowka mit Kontrabass und Schlaginstrumente), boten sie eine abwechslungsreiche Mischung von mal rasant temperamentvollen und mal ruhig fließenden südländischen Latinjazz-Impressionen sowie traditionellen Flamenco-Rhythmen. 

Dazu moderierten das Konzert in erster Linie Francel und Pascal in einnehmender, charmanter Weise, was ihnen zusätzlichen Kredit bei den Zuhörern einbrachte. Man merkte, dass die Musiker einander blind vertrauen und sich sympathisch sind. 

Wie bei einer fruchtbaren, konstruktiven Konversation nahmen die Vier aufeinander Rücksicht, achteten sie sensibel darauf, dass niemand auf der Bühne zu kurz kam. So setzten sie sich immer wieder gut gegenseitig in Szene und ließen jedem seinen individuellen Einsatz.

Harmonische Atmosphäre 

Auf diese Art entstand eine vollkommen harmonische Atmosphäre, zu der ein nicht ganz ernst gemeinter Wettkampf zwischen dem Gitarrenduo und Francel/Lowka, den das Publikum mit seinem Applaus bewerten sollte. Mit ausdrucksstarkem Spielwitz und sinnlich schäumender Klangfülle gerieten schließlich Eigenkompositionen wie etwa „Sambinha para Angela“ (Café del Mundo), „Giovanni Tranqillo“ (D. D. Lowka) und „Tango Gosselin“ (Mulo Francel) zu einem genauso auserlesenen, akustischen Leckerbissen wie unter anderem „La Fiesta“ sowie „La vida breve“ von Chick Corea beziehungsweise Manuel de Falla. 

Durch geschmeidige Samba-, Stolz vermittelnde Tango- und rassig anmutige Flamencotakte sowohl nach Südamerika als auch Spanien „entführt“, ließen schließlich die Zuschauer mit zunehmender Dauer des Abends ihren Gefühlen immer freieren Lauf. Und am Ende erschallten neben langem, frenetischem Klatschen auch zu Recht laute Jubelrufe.

lex

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