Junge Spanier absolvieren Ausbildung im Füssener Seniorenheim

"Ein voller Erfolg"

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Paella mit Hähnchen kochen vier spanische Azubis für ihren Chef, Mitarbeiter und Helfer im St. Martin. Von links: Maria del Carmen Rodriguez Jimenez, die ehrenamtliche Begleiterin Josefina Graf, Raul Martinez, Encarnación Reyes und Pablo Lopez.

Füssen – Ein großes Abenteuer und gleichzeitig eine Bereicherung für beide Seiten – das ist die Ausbildung von fünf spanischen Jugendlichen in den Füssener Seniorenheimen St. Martin und St. Michael.

Raul Martinez, Maria del Carmen Rodriguez Jimenez, Pablo Lopez und Encarnación Reyes sowie Manuel Munoz Lopez, alle zwischen Anfang und Mitte Zwanzig, sind seit dem Sommer hier und allen gefällt es gut.

Jetzt kochten vier von ihnen für Mitarbeiter und Helfer original spanische Paella – eine Gelegenheit, Danke zu sagen und die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen.

Um junge Menschen für eine Ausbildung im Ausland zu vermitteln, gibt es spezielle Programme, die über gewisse Auswahlkriterien verfügen, wie Peter Hartmann, Einrichtungsleiter im St. Martin, erklärt. Voraussetzungen sind unter anderem Kenntnisse in der Sprache des Gastlandes und berufliche Vorkenntnisse.

Chancen verbessern

Raul Martinez ist seit August 2014 im St. Martin – er hat bereits in Spanien im Bereich der Altenpflege gearbeitet und will mit der Ausbildung in Deutschland seine Kenntnisse und Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

Geholfen hat ihm das Programm „Mobipro-EU“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, das zum Ziel hat, europaweit Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Menschen im Alter zwischen 18 und 35 zu vermitteln. Dazu gehören auch finanzielle Unterstützung bei der Reise, Unterkunft und weiterer Sprachkenntnisse.

Die Plätze sind begrenzt, sowohl für die potenziellen Azubis als auch für die Arbeitgeber. Im vergangenen Jahr hatte das BRK hier den Zuschlag erhalten. Eine andere Möglichkeit, die unter anderem Maria del Carmen Rodriguez Jimenez und Encarnación Reyes genutzt haben, ist das Programm Elcla, wobei die Vermittlung über ein privates Unternehmen erfolgt. Hier hat das BRK über ein Programm der Arbeitsagentur, die „assistierte Ausbildung“, mit der die Behörde eigentlich hauptsächlich deutschen Jugendlichen mit schulischen Defiziten zur Seite steht, eine Möglichkeit gefunden, den Spaniern zusätzliche Sprachkurse und Beratung zu ermöglichen.

Großer Spaß

„Uns macht es sehr großen Spaß, die Ausbildung in Deutschland ist sehr hochwertig und die Kollegen sind sehr nett“, sagen Martinez, Rondriguez Jimenez, Lopez und Reyes übereinstimmend. Peter Hartmann als Einrichtungsleiter bestätigt: „Die Ausbildung ist ein voller Erfolg“.

Ohne Arbeitskräfte aus dem Ausland ließen sich die offenen Stellen in der Altenpflege zumindest nach seiner Erfahrung auf Dauer nicht besetzen. Allerdings stehen oft trotzdem später noch Dinge zur Klärung an, wie zum Beispiel die Anerkennung von Zeugnissen oder eine Nachbesserung der Sprachkenntnisse. Wie bei Encarnación Reyes – sie hat einen spanischen Universitätsabschluss in Biologie, muss aber hier in Deutschland damit aus bürokratischen Gründen sogar um die Anerkennung des Abschlusses „Mittlere Reife“ kämpfen. Deshalb ist es so wichtig, dass vor Ort ein Netzwerk an Helfern besteht.

Viele Helfer

Zum Essen im St. Martin eingeladen waren deshalb unter anderem Werner Ehrmanntraut, Personalleiter beim BRK Ostallgäu und ebenfalls ein starker Befürworter der EU-weiten Ausbildung. Dazu Josefina Graf, die den Spaniern ehrenamtlich bei Fragen im Alltag zur Verfügung steht, Carolin Gonzalez mit Ehemann und Kind, die einen großen Beitrag hinsichtlich der Übersetzung von Dokumenten geleistet hat, Reinhard Sitka von der Deutschen Angestellten-Akademie, die Sprachkurse im Auftrag des Arbeitsamtes vornimmt, Sonja Löffler von der Berufsfachschule für Altenpflege in Kempten, sowie die Arbeitsvermittlerinnen Marion Freudling und Cornelia Dzionsko von der Arbeitsagentur in Marktoberdorf. Aber nicht nur die jungen Spanier sagten

danke – Peter Hartmann gab den Dank zurück und erklärte: „Wenn zum Beispiel Maria morgens mit einem Lächeln und ihrer Lebensfreude über den Flur wirbelt, freut das die Senioren und die Mitarbeiter.“ Auch der gegenseitige Austausch über die Heimatländer, Traditionen und Speisen sei befruchtend. So gibt es eine Seniorin mit starker Demenz, die eines aber immer wieder erkennt – Marias Lächeln.

kb

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