Behörden informieren zum Jugendschutz

Zum Jugendschutz informierten in der gut gefüllten Realschul-Aula Nicole Kees (rechts), Musikkapelle Reinhardsried, und Claudia Lecher.,Polizeiinspektion Füssen, unter Leitung von Nikolaus Augenstein vom Landratsamt. cf

Als Veranstalter tragen die Vereine stets auch Verantwortung dafür, dass der Jugendschutz nicht nur auf dem Papier steht. So waren Schützen, Angler, Vorstandsmitglieder von Sportvereinen, Feuerwehrleute und Trachtler - in großer Zahl - der Einladung zum Abend unter der Überschrift „Wir feiern alle mit?!“ in die Aula der Füssener Realschule gefolgt. Sie wurden von der Servicestelle „Ehrenamt“ des Landkreises Ostallgäu mit allen Infos versorgt, „damit man als Ausrichter eines öffentlichen Festes auf der sicheren Seite bleibt“, so Referent Nikolaus Augenstein.

In den zweieinhalb Stunden bis 22 Uhr – so lange dauerte die Veranstaltung mit dem Diplom-Sozialpädagogen – blieb genügend Zeit, um die Fragen zu stellen, die im Vereinsleben zum Beispiel in der Faschingssaison und anderen Festzeiten dem ehrenamtlichen Organisationsteam unter den Nägeln brennen. Unmissverständlich machte der Referent klar, dass der Veranstalter das Hausrecht hat und nicht jede Person einlassen muss, die – oft schon angetrunken – mitfeiern möchte. In solchen Fällen sei eine klare konsequente Haltung gefragt. „Mit dem Diskutieren kommt man da einfach nicht weiter“, meinte Augenstein aus Erfahrung. Ansonsten sei es am besten, Vernunft und Außenmaß einzusetzen, um „Exzesse wie das Komasaufen“ zu verhindern. Er sagte: „Der Jugendschutz endet mit 18 Jahren, die Trunksucht nicht“. Dafür ein Beispiel: Am Einlass zum Festzelt oder -gelände tauchen oft Jugendliche unter 18 Jahren mit einer kaum älteren, aber laut Gesetz erwachsenen Person auf, die zwar ihre „Erziehungsbeauftragung“ nachweisen kann, aber nicht wie die Autorität wirkt, die einem Alkoholmissbrauch vehement Einhalt gebieten wird. In solchen Fällen muss das vorgelegte Dokument nicht als Eintrittsberechtigung akzeptiert werden, wie der Referent auch mit Hinweis auf die von den Eltern ausgestellte „Blanko-Formulare“ unterstrich. In ihrem Erfahrungsbericht hob Nicole Kees von der Musikkapelle Reinhardsried ebenfalls die besonders wichtige Rolle hervor, die den für den Einlass eingeteilten Helfern zukommt. „Mit Armbändern in unterschiedlicher Farbe für Minderjährige und Volljährige haben wir bei den Blasmusiktreffen mit bis zu 800 Besuchern gute Erfahrungen gemacht“, erklärte sie. „Beim Ausschenken von alkoholischen Getränken sollte man dennoch nicht nur auf das Bändchen schauen, weil hier viel getrickst wird“, ergänzte Augenstein. Als Tenor der Aufklärungsveranstaltung, die durch klare Antworten und Tipps Ängste und Unsicherheiten bei den Teilnehmern ausräumen sollte, wurde deutlich, dass bei frühzeitiger Planung gesetzliche Maßnahmen zum Jugendschutz lediglich mit überschaubarem Aufwand verbunden sind. „Erforderlich ist die Belehrung der Helferinnen und Helfer, was mit Blick auf den Jugendschutz unbedingt getan werden muss, zum Beispiel die erneute Durchsage zum Aufenthalt um Mitternacht“, betonte Augenstein. Um sich als nicht professioneller Veranstalter zu wappnen, empfahl Augenstein den „Leitfaden“, der übrigens ständig aktualisiert wird und auf der Homepage des Landratsamts Ostallgäu, www.ostallgaeu.de, zu finden ist, wobei man Seite für Seite anklicken und herunter laden kann. Nicht zuletzt beantwortete Polizeihauptmeisterin Claudia Lecher, Füssener Polizeiinspektion, zahlreiche Fragen aus dem Zuhörerkreis. cf

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