"Wichtiger denn je"

Neue Städtepartnerschaft: Delegation aus Cremona zu Gast in Füssen

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Bürgermeister Gianluca Galimberti (rechts) aus Cremona las wie sein Füssener Kollege Paul Iacob den Text des Vertrags komplett vor. Durch beider Unterschrift wird die Städtepartnerschaft vor der Publikumsschar im Kaisersaal besiegelt.
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Bürgermeister Gianluca Galimberti (rechts) aus Cremona las wie sein Füssener Kollege Paul Iacob den Text des Vertrags komplett vor. Durch beider Unterschrift wird die Städtepartnerschaft vor der Publikumsschar im Kaisersaal besiegelt.
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Bürgermeister Gianluca Galimberti (rechts) aus Cremona las wie sein Füssener Kollege Paul Iacob den Text des Vertrags komplett vor. Durch beider Unterschrift wird die Städtepartnerschaft vor der Publikumsschar im Kaisersaal besiegelt.
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Bürgermeister Gianluca Galimberti (rechts) aus Cremona las wie sein Füssener Kollege Paul Iacob den Text des Vertrags komplett vor. Durch beider Unterschrift wird die Städtepartnerschaft vor der Publikumsschar im Kaisersaal besiegelt.
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Bürgermeister Gianluca Galimberti (rechts) aus Cremona las wie sein Füssener Kollege Paul Iacob den Text des Vertrags komplett vor. Durch beider Unterschrift wird die Städtepartnerschaft vor der Publikumsschar im Kaisersaal besiegelt.

Füssen – Musik kennt bekanntlich keine Grenzen. Demzufolge wollen Füssen und Cremona ihre erst kürzlich offiziell besiegelte Städtepartnerschaft nicht allein auf den gemeinsamen Blick zurück zu den Wurzeln des Geigenbaus beschränken.

Was sich damals am Lech und in der Poebene in den Werkstätten entwickelt hat, ist eine bekannte historische Quelle, von der ausgehend Zukunft gestaltet werden soll. Anfangs war eine Delegation aus Füssen nach Cremona gereist, um den Städtepartnerschaftsvertrag zu unterzeichnen. Vergangene Woche erfolgte nun der Gegenbesuch der Italiener. 

Cremonas Bürgermeister Gianluca Galimberti unterstrich beim Festakt im Kaisersaal am Samstagabend ebenso wie sein Füssener Gegenüber Paul Iacob (SPD), dass durch die Verbindung der beiden Städte der europäische Gedanke, zum Beispiel durch Schüleraustausch, praktisch umgesetzt werden könne. „Städtepartnerschaften in Europa sind wichtiger denn je“, betonte Iacob. 

Vor den Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklung, die Grenzen wieder schließen zu lassen und nationales Gedankengut in den Vordergrund zu stellen, „ist es ganz wichtig, dass wir neu geschlossene Partnerschaften wie die mit Cremona pflegen werden“. Es schien als hätte die Delegation aus der lombardischen Stradivari-Geigenbauerstadt neben den vielen kulinarischen Spezialitäten noch ein zusätzliches Geschenk mitgebracht: Sonnenschein wie zur schönsten Urlaubszeit in Italien. 

Am frühen Freitagabend gesellten sich zu den Delegationen über die Ehrengäste hinaus zahlreiche Schaulustige. Alle im Klosterhof wurden musikalisch verwöhnt. Die Füssener Harmoniemusik unter Leitung von Markus Thaler intonierte nicht allein die Hymnen. Danach folgte bereits der nächste Höhepunkt im Programm. 

Der Trachtenverein D`Neuschwanstoaner ließ seinen Nachwuchs im Hof tanzen, was ebenfalls starken Beifall auslöste. Es war eine schöne Geste von Bürgermeister Galimberti, dass er vorm Anstoßen mit den Sektgläsern zu den Trachtlern ging und ihnen herzlich dankte. 

„Thank you!“, sagt er freundlich lächelnd zu den kleinen Mädchen und Buben. Vielleicht besuchen diese Schulkinder irgendwann Cremona und jetzt wissen sie, dass sie sich dort in Italien mit Englisch verständigen könnten. Als die Festgesellschaft in den Kaisersaal umgezogen war und die beiden Bürgermeister sprachen, machte auf der Bühne der Dolmetscher „tapfer“ seinen Job. Die Verlesung der neun Punkte im Vertrag machte dem Publikum deutlich, wovon beide Stadtverwaltungen ausgehen: mit dem Austausch lasse sich viel gewinnen. Dies gelte zum Beispiel für die Tourismuswirtschaft und für den Sport. 

Viele Gemeinsamkeiten

Der Vertrag spricht darüber hinaus weitere Möglichkeiten des Austauschs an. Stichworte sind Symposien, Ausstellungen oder Märkte. Dass es in Füssen einen renommierten Bildenden Künstler wie Peter Jente gibt, brachte den Gästen ein Geschenk: Iacob überreichte Galimberti ein Jente-Gemälde, das eine Füssener Stadtansicht zeigt. 

Voneinander künftig viel lernen und dabei kulturelle Highlights genießen dürfen, war ein Kernpunkt in der Rede des italienischen Bürgermeisters. Er wollte daran erinnern, dass beide Städte durch Römerzeit und Flusslage schon in der Vergangenheit Gemeinsamkeiten hatten. Heute könnten die Städte „in einem kulturellen Kreis“, zu dem er auch Saló am Gardasee – Geburtsort des Geigenbauers Bertolotti – zählte, „gemeinsam positive Wirkungen erzielen“. Zur Sprache kam in den Reden nicht zuletzt die Vorgeschichte dieser jungen Städtepartnerschaft. 

Ihr Ursprung liegt bei Otto Bihler und Carlo Carutti, die Ende der 1950er Jahre Freundschaft geschlossen hatten. Als Bürgermeister Paul Iacob 2009 den italienischen Ingenieur und Instrumentensammler bei einer Bihler-Hausmesse kennen lernte, entwickelte sich – forciert durch den früheren Füssener Museumsleiter Thomas Riedmiller – der Kontakt zwischen beiden Städten. Carutti nahm bei der Besiegelung der Partnerschaft ebenso teil wie Matthias Bihler. 

In Gedenken an dessen Vater gab es aus den Händen Caruttis ein wertvolles Geschenk: die mitgebrachte Geige aus dem 19. Jahrhunderte, gebaut vom Meister Anton Jais aus Mittenwald. Alexandra Sonia Romano aus Cremona spielte das Instrument vorm begeisterten Publikum im Kaisersaal – es soll, wie Carutti hofft, nicht der letzte Auftritt mit dieser Geige gewesen sein. 

Vital im Konzertbetrieb stehen John Arthur Westerdoll und sein Kollege aus der Füssener Sing- und Musikschule, Nicolas Kyriakou. Beide Kammersolisten ernteten im virtuosen Duett mit Violine und Renaissancelaute für die Uraufführung der Kyriakou-Komposition „Danza Via Claudia“ ebenfalls einen tosenden Applaus.

Chris Friedrich

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