Mit einem Aktionstag setzen sich Institutionen für Inklusion vor Ort ein

Eine Kluft schließen

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Das Team von St. Gabriel ist für alle kleinen Kinder da.

Füssen – Freundlich und kurz fiel die Begrüßungen aus, die sich am Donnerstag auf dem Schrannenplatz an die Passanten richteten. Viele informierten sich und feierten mit, nachdem Silke Schubbert und Dagmar Rothemund das Mikro beim Aktionstag „Wir gestalten unsere Stadt“ zur Seite gelegt hatten.

Silke Schubert hatte für das Dominikus-Ringeisen Werk als einer der Initiatoren des Aktionstags „Wir gestalten unsere Stadt“ gesprochen, Stadträtin Dagmar Rothemund (SPD) als 1. Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderung. Dass ein solcher Tag zur Gleichstellung von Menschen mit Handicap, der in europäischen Städten geplant war, in Füssen Zustimmung und auch große Beteiligung finden würde, war bereits Wochen zuvor in einer Sitzung im Rathaus Füssen deutlich geworden (der Kreisbote berichtete). 

So kam nicht allein vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) und dem Blindenbund das Signal, mit eigenen Ideen gern mitzumachen. Bei strahlendem Sonnenschein stellten sich auf dem Schrannenplatz soziale Institutionen an Info-Ständen vor. Dazu gab es live Musik einer neuen Band, die sich in den „Wertachtal Werkstätten“ in Füssen-West gebildet hatte und beim Premierenauftritt so stark war, dass sofort Beifall geerntet wurde. 

Schwierige Fahrt

Der Brückenbau bei diesem Straßenfest wurde als „sehr gelungen“ bezeichnet, wie auf dem Platz Nachfragen bei Besuchern aus Nah und Fern ergaben. „Fahren mit dem Rollstuhl ist nicht einfach“, meinte eine Fußgängerin, nachdem sie auf dem Kopfsteinpflaster den Versuch gemacht hatte, mit kräftigen Armbewegungen sitzend auf einem Rolli mit zwei Rädern von A nach B zu kommen. 

Am Stand des katholischen Kindergartens St. Gabriel sollten sich die Besucher dagegen allein auf den Tastsinn verlassen, um hautnah zu erfahren, welche Folgen eine Sehbehinderung auslöst. 

Silke Schubbert fasste zusammen: „Auf die Situation von Menschen mit Behinderung in Deutschland aufmerksam machen und sich bewusst dafür einsetzen, dass alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können: das ist das Ziel dieses Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.“ Bei den Aktionen diesen Monat gehe es vor allem immer darum, die Kluft zwischen dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der Gleichberechtigung für alle Menschen und der Lebenswirklichkeit zu überwinden. Unter dem Motto „Wir gestalten unsere Stadt“ setzten sich in Füssen viele Teilnehmer dafür ein, „dass Inklusion vor Ort erlebbar wird. 

Im Mittelpunkt steht das Miteinander“, erklärte Schubbert. „Unser Ziel weist über unseren Aktionstag weit hinaus. Es geht vor allem darum, gemeinsam die Stadt, in der man wohnt, lebenswerter zu machen.“

Chris Friedrich

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