Festabend: Reiterverein Nesselwang feiert sein 50-jähriges Bestehen

"Mehr als ein Paar Turnschuhe"

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Die Gründungsmitglieder des Nesselwanger Reitervereins, die am Jubiläumsabend anwesend waren: Karl Güttinger (v.l.), Dieter Danks, Karl Meyer, Martin Miller, Johannes Linder, Rüdiger Thrun, Helmut Gockel sowie Gerd Düsterfeld.

Nesselwang – Mit dem Einzug der Standarten und Fahnenabordnungen der Nesselwanger Vereine und Gastvereine wurde am Samstag in der Alpspitzhalle der Festabend anlässlich des 50. Gründungsjubiläums des Reitervereins Nesselwang eröffnet.

Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte die Bläsergruppe Nesselwang, die in diesem Jahr ihr 40. Gründungsjubiläum feiert. „Der Reitsport ist seit langem kein elitärer Sport mehr. Aber es braucht halt etwas mehr als ein Paar Turnschuhe“, so Vereinsvorsitzende Bianca Meyer in ihrer Begrüßung. Sie würdigte den Mut der Vereinsgründer. „Mein Dank gilt den mutigen und euphorischen Leuten um Martin Miller, die vor 50 Jahren den Mut hatten, den Verein zu gründen und ohne einen Cent in der Tasche die Reithalle zu bauen“. 

50 Jahre Reiterverein Nesselwang

Unter den Ehrengästen waren neben Vertretern des Marktes Nesselwang unter anderem auch die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer (CSU) und Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU). Schorer hatte die Schirmherrschaft für das Jubiläum übernommen. Bürgermeister Franz Erhart gratulierte im Namen der Marktgemeinde und lobte das Engagement des Vereins und die sportlichen Erfolge der Mitglieder. 

„Das Ereignis, das mit dem Reiterverein in Verbindung gebracht wird, sind die Reiterspiele am 15. August. Auch wenn mich der ehemalige Vorstand Karl Meyer bereits mehrmals darauf hingewiesen hat, das es die Reiterspiele sind und nicht das Reiterfest. Es ist jedes Mal ein großes Fest in Gschwend“, so Erhart. Schirmherrin Angelika Schorer gratulierte dem Verein zum Jubiläum und wünschte alles Gute für die Zukunft. Sie war nach eigenen Angaben selbst schon mehrfach mit ihren Pferden bei den Reiterspielen dabei. „Wir sind dabei nur einmal nass geworden, was mir für die Organisatoren sehr leid getan hat. Ich weiß, wie viel Vorbereitungen hinter den Reiterspielen stecken“. 

Sie hob die Jugendarbeit im Vereins besonders hervor und dankte den Verantwortlichen dafür. „Fünf Jahrzehnte, fünf Vorstände – das heißt im Verein herrscht eine große Kontinuität“, so Schorer weiter. „In Bayern gibt es 132.000 Pferde aller Rassen. Das sind mehr als der Landkreis Einwohner hat“, so die Abgeordnete zur Bedeutung des Reitsports. Der Freistaat steht damit an zweiter Stelle im Bundesvergleich. Außerdem überreichte Schorer Vorsitzender Bianca Meyer im Namen der Staatsregierung einen Bayerischen Löwen anlässlich des Jubiläums. 

Hafer von der Landrätin 

Einen Sack Hafer übergab dagegen im Anschluss Landrätin Zinnecker. „Der verstaubt nicht im Reiterstüble und nimmt keinen Platz weg. Und dabei erfüllt er auch noch einen guten Zweck“, so Zinnecker. „Wir sind als Landkreis stolz, dass wir einen so erfolgreichen Verein haben“. Auch sie lobte das ehrenamtliche Engagement in der Jugend- und Vereinsarbeit. Im Namen der Nesselwanger Vereine gratulierte der Vorsitzende der Feuerwehr, Armin Schwarz, zusammen mit Michael Dopfer vom Trachtenverein „Alpspitzler“ und übergab ein Geschenk an die Vorsitzende. 

Dieter Danks, Gründungsmitglied des Vereins, ließ in einem Rückblick mit zahlreichen Fotos die vergangenen 50 Jahre aus Sicht des Vereins Revue passieren und hob einige Höhepunkte hervor. So unter anderem die erste Vereinsmeisterschaft am 21. Oktober 1967, die er als „junger Hüpfer“ knapp vor Emil Kamp, ebenfalls Gründungsmitglied, gewann. „Die Basis für den Verein war der Reitstall Miller.“ 

Fünf Pferde, die von Weissensee nach Nesselwang verlegt wurden, bildeten den Grundstock für den Aufstieg und die zahlreichen sportlichen Erfolge des Vereins. Danks beschrieb die verschiedenen Pferde und ihre Eigenheiten, die so manchen Reiter zur Verzweiflung gebracht hatten. Aber auch die sportlichen Erfolge wie zahlreiche Schwäbische und Bayerische Meistertitel und Teilnahmen an nationalen und internationalen Turnieren in vielen Disziplinen kamen in dem Rückblick nicht zu kurz. „Fünf Jahrzehnte, fünf Vorstände – was diese in diesen 50 Jahren alles erreicht haben. Ich habe Hochachtung davor“, so Danks zum Abschluss seines Rückblicks. 

Der Ehrenvorsitzende des Reit- und Fahrvereins Marktoberdorf, Manfred Reichmann, überbrachte die Glückwünsche des Patenvereins. „Es war uns eine Ehre die Patenschaft anlässlich der Weihe der Standarte zu übernehmen. Seit der Zeit bestehen freundschaftliche Beziehungen zwischen unseren Freunden“, so Reichmann. Er übergab Bianca Meyer „nix was verstauben könnte oder einen Platz wegnimmt“. 

Der Betrag soll gezielt für die Jugendförderung eingesetzt werden. Ein weiteres Jubiläum wurde an diesem Abend ebenfalls gefeiert: Vor 40 Jahren kam von Monica Nusser bei einer Jahreshauptversammlung des Reitervereins die Idee zur Gründung einer Jagdhornbläsergruppe. Von den sieben Gründungsmitgliedern sind vier noch immer aktiv dabei. Die Gruppe besteht derzeit aus zehn aktiven Bläsern unter der Leitung von Arthur Lotter. Die Gruppe war und ist an allen Reiterspielen und zahlreichen anderen Vereinsaktivitäten dabei. 

Aber auch im In- und Ausland hatte die Gruppe schon Auftritte. Im Rückblick vom Leiter der Bläsergruppe auf die vergangenen Jahrzehnte waren unter anderem auch bekannte Persönlichkeiten wie Dr. Josef Neckermann, mehrfacher Olympiasieger und Weltmeister im Dressurreiten, zu sehen. Neckermann war 1986 anlässlich der Siegerehrung von „Jugend trainiert für Olympia“ in Nesselwang in seiner Funktion als Vorsitzender der „Stiftung Deutsche Sporthilfe“.

Herbert Hoellisch

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