Erleichterung bei der WK Reutte

Wirtschaftstreibende im Außerfern sehen Regierungswechsel positiv

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Der Pfeil zeigt Richtung HTL in Reutte – ein Wunsch, der Landeshauptmann Günther Platter (rechts) mit einer Petition von WK-Obmann Christian Strigl übergeben wird.

Reutte – Neue Bundesregierung, Landtagswahlen, Kammerreform – es ist vieles derzeit in Bewegung. Zur Freude der Wirtschaftstreibenden im Außerfern.

„Wenn die relevanten Akteure in Österreich – Bundesregierung, Landesregierung, Kammern und Verwaltungen – ihre Aufgaben richtig machen, kommen wir wieder zurück an die Spitze“, zeigte sich Präsident Dr. Jürgen Bodenseer beim Neujahrsempfang in der Wirtschaftskammer (WK) Reutte überzeugt. Zu Beginn konnte WK-Obmann Günter Strigl Tirols Landeshauptmann Günther Platter und die für Wirtschaft zuständige Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf begrüßen. 

In seinen Ausführungen nahm Strigl zu verschiedenen Themen wie Arbeitskräftemangel, die „Wirtschaftsmeile Außerfern 2018“ und den dringenden Wunsch nach einer Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) Stellung. Mit der Initiative „Lehre vor der Lehre“ bzw. einer Lehrlingsbörse versuche die Wirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) nicht nur für die Tourismusbranche, sondern auch für die übrige heimische Wirtschaft Interesse für die Lehre zu wecken. Man habe die Hoffnung, neben anderen Maßnahmen, gegen den generellen Lehrlingsmangel im Bezirk erfolgreich zu sein. 

Mit der Wirtschaftsmeile des Werbe- und Ausstellungsvereins Reuttener Bezirksmesse als Leistungsschau zur Stärkung der heimischen Wirtschaft werden neue Wege beschritten: Neben einem überarbeiteten Konzept und einem neuen Ausstellungsort auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Textilwerke wolle man optimale Voraussetzungen für ein gelungenes Event schaffen. Die Messe findet vom 4. bis 6. Mai statt. 

Boomende Konjunktur

Die Forderung nach einer HTL unterstrich Strigl mit dem Argument, dass das Außerfern zu den am höchsten industrialisierten Regionen Österreich gehört. „Dieser Gegebenheit steht jedoch ein unzureichend technisch ausgerichtetes Ausbildungsangebot gegenüber“, beklagte er. Ein neues Schulmodell mit dem Schwerpunkt „Digitale Technologien“ soll künftig diesen Zweig in Reutte ermöglichen. Neben der Wirtschaft habe auch die Politik die Notwendigkeit eines technisch ausgerichteten Bildungsangebotes erkannt. Ein Indiz dafür sei, dass die Mehrzahl der Bürgermeister im Außerfern, der AMS und alle regionalen Sozialpartner die Forderung unterstützen.

 „Die boomende Konjunktur und die neuen Rahmenbedingungen seitens der Bundesregierung machen es jetzt möglich, dass der heimische Standort wieder an das Spitzenfeld anschließt“, führte WK-Präsident Dr. Bodenseer aus. Das Regierungsprogramm enthalte zahlreiche Ansätze in die richtige Richtung – die es jetzt mit voller Kraft umzusetzen gilt. „Für Politiker und die Wirtschaftskammer gilt dasselbe wie für Unternehmer: Sie alle müssen ständig nach neuen Entwicklungspotenzialen Ausschau halten. Sich mit dem Erreichten zufrieden zu geben, bringt Stillstand – und der wird auf Dauer zum Problem“, erklärte der Präsident weiter.

 „Die Arbeit wird uns sicher nicht ausgehen – aber sie wird sich verändern. Neue Arbeitsformen und Flexibilität sind keine Bedrohung, sondern bringen neue Chancen mit sich“, zeigte er sich überzeugt. Landeshauptmann Platter stellte die Frage in den Raum, warum Tirol und das Außerfern so ein unglaublich starker Wirtschaftsbereich sei und hatte auch gleich die Antwort parat: „Der hervorragende Mix mit einer starken Industrie, einem florierenden Tourismus gepaart mit der Landwirtschaft ist das ganze Geheimnis“. 

Dies Ganze sei erarbeitet durch große und kleine Unternehmer, die auf vielen Gebieten einen Vorsprung erarbeitet haben und eine gute Basis für Wirtschaft und Bevölkerung bieten. Bezüglich der Forderung nach einer HTL sehe er eine realistische Entscheidung bis Ende Juni unter der Voraussetzung, dass der Bezirk geschlossen hinter dieser Forderung steht.

ed

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