Traditionelles Fest der CSU

"Nicht so dünn, nicht so windig"

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Seine Rechnung zum geplanten Skizentrum stellt „Don Carmello Corleone“ (Wolfgang Goldstein) an. Kostenpunkt für die Gemeinde pro Tag: 278 Euro.

Pfronten – Was dem Münchner sein Nockherberg, ist dem „Pfrontar“ der CSU-Starkbieranstich. Zu dem war das Pfrontener Pfarrheim am Samstagabend komplett ausverkauft.

Unter den zahlreichen Zuschauern warteten unter anderem der heimische CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke, Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), Bürgermeisterin Michaela Waldmann, Tourismusdirektor Jan Schubert und die amtierende Bergwiesenkönigin „Sinja I.“ darauf, wer etwas beim traditionellen „Derblecken“ abbekommt. 

Starkbierfest in Pfronten

Wolfgang Goldstein alias „Don Carmello Corleone“ überbrachte den Gästen Grüße mit erhobenem Zeigefinger vom „Heiligen Stuhl“ in Rom und begrüßte die anwesende Politprominenz verschmitzt. Stephan Stracke verglich er mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, weil der seit Jahren im Fasching „schwarzen Hut und schwarzes Hemd“ trage und Stracke seit Jahren in Schwangau und Memmingen dasselbe: „Weiße Weste wäre besser!“ so „Don Corleone“ und überreichte dem Kaufbeurer Bundestagsabgeordneten einen Gutschein für den Second-Hand-Faschingsmarkt 2016 in Schwangau – gültig für 367 Tage. 

Zu den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr fragte der „Apostolische Gesandte“, warum nur 49 Prozent der Pfrontener Bürger zur Wahlurne gegangen waren: „...dann braucht man sich nicht wundern: Das Rathaus wird bunter und munter – geht unter?!“ Das „ewige Licht“ sei ausgegangen, nachdem der „Stimmenkönig“ nach seinem grandiosen Wahlergebnis den Gemeinderat verlassen habe. All denen, die neu hinzugekommen seien, zündete er „auf dass ihnen immer ein Licht aufgehe“ erneut die mitgebrachte Kerze an – die allerdings nicht brennen wollte. 

Bürgermeisterin Michaela Waldmann sei eine „Art Heidi Klum – Pfrontens next Top-Gemeinderat“. Sie sehe allerdings wesentlich besser aus als das Original: „Nicht so dünn, nicht so windig, so ausgehungert.“ Zu sechs ehemaligen Pfrontener Gemeinderatsmitgliedern habe Waldmann nach der Wahl lächelnd gesagt: „Ich habe heute leider kein Foto für Dich!“ 

Der anwesende Pfarrer von St. Nikolaus, Bernd Leumann, bekam zu hören, dass er an Fronleichnam nur mit weißem Hemd und nicht in festlicher Sultane gekleidet „Pfrontens neue Bergpredigt“ verkündet habe, in der er seinen Schäfchen nicht nur ins Gewissen geredet, sondern ihnen den „Kopf gewaschen“ habe: „Respetto, Reverendo Leumann!“ 

Im "Tal des Stillstandes" 

Außerdem erwähnte der „Gesandte des Heiligen Stuhls“, das „Ladensterben, Pfrontens Einzelhandelsfriedhof“ und nicht zuletzt die Informationsveranstaltung zum „Centro du Ski“ am Anfang des Monats. Tourismusdirektor Jan Schubert sei „sicherlich neidisch gewesen angesichts der Massen, die zu dieser Veranstaltung gekommen waren“: „Er wäre froh gewesen, wenn zu seinen Vermieter-Abenden nur halb so viele gekommen wären...“, lästerte „Don Corleone“. Aber „dieser Administratore di Skicentro“ habe „die Besucher zu Tode informiert“: „Nach vielen, vielen Seiten, Plänen, Gründen, Zeichnungen, Leitungen, Wegeplänen und fünf Millionen Euro Kosten waren Geduld und Desinformation am Ende!“ kritisierte der „Gesandte des Heiligen Stuhls“ unmissverständlich. 

Auch Andireas Fichtl reimte als Fastenprediger „Pater Andrew“ in bestem „allgaierisch“ über die Pläne zum Pfrontener Skizentrum „Im Tal des Stillstandes“, dass „do a Zahl von fünf Millione stoht“ und: „Das dicke Ende kommt glei – do isch no koi Lift dabei!“ Waltraud Mair erzählte drei Geschichten aus ihrem Buch „Stell di it so a“. Die „kleinen Peinlichkeiten aus eigenem Haus“, wie „die seit zwei Stunden vor Wut schäumende Waltraud unter der Dusche, weil das Wasser abgestellt war – und das letztlich doch nur für fünf Minuten“, brachte die Zuschauer im Saal schallend zum Lachen. 

Übrigens: Nach der Begrüßung durch Pfrontens CSU-Ortsvorsitzenden Dr. Alois Kling brauchte Landrätin Maria Rita Zinnecker gerade einmal zwei Schläge, dann war das Engelbräu-Doppelbock-Fass angestochen.

Johanna Lang

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