Stadtmuseum mit guter Bilanz

Kein Gamsbart im Museum

+
Die Sonderausstellung „Gut gebrüllt“ lockte zahlreiche Besucher ins Füssener Museum.

Füssen – Etwas mehr Besucher als in den Jahren davor haben 2016 das Museum der Stadt Füssen und die städtischen Galerien besucht, berichtete Museumsleiter Dr. Anton Englert jetzt im Kulturausschuss. Insgesamt waren es 44.514 Besucher, 1037 mehr als 2015.

Während die Anzahl der Besucher in den Galerien im Vergleich zu 2015 gesunken ist – von 27.131 auf 25.468 – haben deutlich mehr das Museum besichtigt. Hier stieg die Zahl von 16.346 auf 19.046 Interessierte an. „In dem Museum waren deutlich mehr Besucher als in den letzten zwei Jahren davor. Wir haben dafür keine Erklärung“, so Englert. 

Möglicherweise habe die Wanderausstellung „Gut gebrüllt – Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen“ mehr Besucher ins Museum gelockt. Von allen Besuchern haben 16,4 Prozent (2015: 15,3 Prozent) freien Eintritt dank der KönigsCard erhalten. Dieser Anteil sei erstaunlich stabil, sagte Englert. Seit 2013 lag er in diesem Bereich. „Der Gewinn ist sehr begrenzt. Unter drei Euro bekommen wir“, so der Museumsleiter. 

Das bedeute aber nicht, dass diese Gästekarte der Stadt zahlende Besucher wegnehme, meinte Kulturamtsleiterin Karina Hager. „Die kommen zusätzlich.“ Denn dank der KönigsCard werden diese meist erst auf das Museum aufmerksam. „Das ist für uns kein Schaden“, so Hager. 

Wenn diese 16 Prozent aber auf ein Viertel anwachsen, müsse die Stadt die Sache neu bewerten, sagte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). „Wir fahren die Statistik weiter, damit wir nötigenfalls nachjustieren können.“ „Weit über 90 Prozent der Besucher sind Nicht-Einheimische“, sagte Englert weiter. 

Davon seien 18,2 Prozent ausländische Besucher (ohne Österreich). Die meisten sprechen Englisch (3,99 Prozent) gefolgt von Italienisch (2,93 Prozent), Französisch (2,04 Prozent), Japanisch (1,19 Prozent), Russisch (1,01 Prozent) und Chinesisch (0,79 Prozent). 

Dementsprechend sei auch die Beschilderung in den Museen in drei Sprachen verfasst – Deutsch, Italienisch und Englisch. Nur 4,8 Prozent der Besucher kommen dagegen aus dem Altlandkreis Füssen und dem Außerfern. Allerdings ist ihr Anteil allein beim Museum der Stadt Füssen mit 8,1 Prozent deutlich höher. Daraus schließt Englert, dass die Sonderausstellungen, Vorträge und Spezialführungen das Museum für Einheimische besonders interessant machen. 

Angebot für Klassen

Darüber hinaus waren 2016 3,3 Prozent der Besucher Schüler in Schulklassen (drei Prozent in den Galerien und 3,7 Prozent im Museum). „Es hängt sehr vom persönlichen Interesse der Lehrer ab, ob sie ins Hohe Schloss kommen“, sagte Englert. Um Schulklassen in die Museen zu locken, bietet das Museum das „Fliegende Klassenzimmer“ im Colloquium, dem „schönsten Klassenzimmer in Füssen“, an. Lehrer könnten ihre Schüler hierher bringen und den Lehrstoff, der auch nur etwas im Entferntesten mit dem Museum zu tun habe, unterrichten. 

Ob es denn eine Statistik für die Beiverkäufe des Museums gebe, wollte Dr. Martin Metzger (BfF) wissen. „Das fände ich ausgesprochen interessant.“ Hier gebe es noch Verbesserungspotential, merkte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) an. Derzeit verkaufe man an der Kasse Bücher und Literatur. Doch diesen Bereich müsse man noch umgestalten. „Das ist eine Personalsache. Da sind wir dabei. Wir müssen schauen, wie wir das arrangieren. Wir haben das nicht aus den Augen verloren“, erklärte Iacob.

"Luft nach oben"

Das man in diesem Bereich etwas machen sollte, darauf wies auch Jürgen Doser (FWF) hin. „Viele refinanzieren ihr Museum durch ihren Shop. Ich will kein Disneyworld daraus machen. Aber wir haben noch Luft nach oben.“ Das habe er im Blick, erklärte Englert. „Wir schauen, was wir noch anbieten können.“ Allerdings müsse man berücksichtigen, dass sich das Museum nicht auf dem Land draußen befinde, sondern in einem „riesigen Andenkenladen, der durch die Stadtmauer begrenzt wird. Wir wollen keinem die Butter vom Brot nehmen.“ 

Außerdem möchte das Kulturamt hier „etwas Wertiges“ anbieten, so der Museumsleiter. „Wir sind in Gesprächen und schauen, was gibt’s für Möglichkeiten.“ Das sah auch Iacob so: „Wir dürfen nicht Bierkrug und Gamsbart da reinstellen. Aber es gibt genügend Möglichkeiten.“

kk

Auch interessant

Meistgelesen

Grenztunnel wird gesperrt
Grenztunnel wird gesperrt
Selbstbedienung im Bauhof?
Selbstbedienung im Bauhof?
Bis Sonntag wird noch gefeiert
Bis Sonntag wird noch gefeiert
Entdecke den Pfaffenwinkler Milchweg
Entdecke den Pfaffenwinkler Milchweg

Kommentare