Strandbad Weißensee: Räte segnen Pläne ab

Kiosk wird versetzt

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Diese Aussicht auf den Säuling (rechts) und die anderen Berggipfel sollen künftig auch Besucher von der Terrasse des neuen Kiosks am Strandbad Weißensee genießen.

Füssen – Der Kiosk am Strandbad Weißensee zieht um: Das neue Gebäude soll ein paar Meter weiter im Norden, parallel zur Straße entstehen.

Den ersten Schritt in Richtung Umsetzung hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstag gemacht. Er segnete die Aufstellung des Bebauungsplans ab. Doch damit nicht genug: Hinter verschlossenen Türen stellten auch zwei Bewerber ihre Konzepte für das Strandbad vor.

„Beide sind noch im Rennen. Mehr kann ich noch nicht zu den Bewerbern sagen“, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) auf Nachfrage des Kreisbote. Mit den zwei Interessenten werde die Stadtverwaltung weitere Gespräche führen. Aber: „Wir sind auf einem guten Weg!“ 

Den ersten Schritt dafür hatte der Stadtrat bereits in seiner öffentlichen Sitzung gemacht. Hier stellte die Verwaltung die Pläne für das neue Strandbad vor. Da das bisherige Gebäude „erhebliche technische Mängel“ und „funktionelle Defizite“ aufweise, die eine dauerhafte Nachnutzung nicht mehr möglich machen, soll ein Neubau her, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer. 

Doch die aktuelle Lage ist dem Landratsamt ein Dorn im Auge. Denn der gesamte Weißensee mit seiner Uferzone liegt im Landschaftsschutzgebiet. Der bestehende Kiosk befindet sich zudem direkt am Bach Wörther Ach, der als Biotop eingestuft ist, und beeinträchtigt diesen nach Meinung der Experten. „Außerdem schiebt sich der Kiosk als Riegel in die schmale Landzunge und engt die Liegewiese und Uferzone ein“, heißt es weiter. 

Deshalb habe der Naturschutz der Stadt eine „verbesserte Lage“ angeboten, die „wir gar nicht für möglich gehalten haben“, erklärte Iacob.#

Kiosk wird versetzt

So soll der Neubau weiter im Norden, westlich der Parkplätze entstehen. Dort gebe es „keine wertvolle Vegetation“, erklärte Architekt Martin Hoffmann. Insgesamt ergeben sich dadurch einige Vorteile, ist die Stadtverwaltung überzeugt. Den Besuchern stehe künftig nicht nur eine größere Liegewiese zur Verfügung. Sie können auch die Aussicht auf den Säuling genießen, wenn sie auf der Terrasse einen Kaffee trinken.

Daneben kann der Bach renaturiert und „besser erlebbar werden“, erklärte Hoffmann. Denn Gäste können dann in dem kühlen und qualitativ guten Wasser kneippen. Durch die Lage des neuen Gebäudes am Rand der Parkplätze bleibe auch die derzeitige Blickbeziehung von der Straße zum See bestehen. Das Gebäude selbst werde „nicht viel größer“ als der Bestandsbau. Da es sich insgesamt um ein „sehr heikles Gebiet“ handle, gebe es „keine Chance die Stellplätze zu erhöhen.“ 

Deshalb werden auch die Baugrenzen nicht „wesentlich vergrößert“. Die Grundfläche der Gastronomie inklusive Pavillon soll sich auf 350 Quadratmeter (Bestand: 280 Quadratmeter) belaufen. Hinzu kommt noch eine Terrasse von maximal 150 Quadratmetern (Bestand: 120 Quadratmeter). Das Gebäude soll ebenerdig werden und sich in die Landschaft einfügen.

Auch beim Neubau wird ein Pavillon integriert. Der soll nicht nur für die Gastronomie zur Verfügung stehen. Auch Vereine dürfen hier weiterhin auftreten. Daneben sollen öffentliche Toiletten eingerichtet werden. Und es soll Platz für eine mögliche Zweigstelle der Tourist Information geben.

Stadel für Vereine

Am Rande des Parkplatzes soll außerdem ein Vereinsstadel entstehen. Denn bisher lagern die Weißenseer Vereine ihre Utensilien, die sie für ihre Sommerfeste auf dem Parkplatz brauchen, zum Teil in Garagen des Gemeindehauses. 

Der Stadel soll ins Gesamtensemble integriert werden und könnte dann beispielsweise die dortigen Müllcontainer verbergen. Gleichzeitig könnte darauf auch eine Solaranlage installiert werden, sagte Hoffmann. Daneben dürfe der Parkplatz auch fünf Mal im Jahr als Festplatz benutzt werden.

Das war Andreas Eggensberger (CSU) zu wenig. Er sprach sich dafür aus, die Zahl auf zehn zu erhöhen. „Bisher sind drei erlaubt“, entgegnete Iacob. „Die Standkonzerte (der Musikkapelle – Anmerk. d. Rd.) sind nicht betroffen. Wir gehen von großen Festen aus. Ausnahmen kann man immer noch machen.“ 

Wie es sich dagegen mit dem Pavillon genau verhält, wollte Herbert Dopfer (Füssen-Land) wissen. Ihn interessierte, ob der künftige Betreiber ihn unterbringen soll oder muss. „Im nichtöffentlichen Teil werden zwei Möglichkeiten vorgestellt“, erwiderte Iacob. Bei der Gestaltung wolle die Verwaltung dem Investor nichts vorschreiben. 

Sicher sei nur, dass der neue Pavillon anders ausschauen werde als der bisherige. Der neue Pavillon soll architektonisch reinpassen, sagte Iacob. Außerdem müsse man mit den Vereinen absprechen, welche Anforderungen sie an ihn stellen.

Katharina Knoll

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