Tourismuschef Fredlmeier stellt im Stadtrat den "Masterplan Kneipp" vor

Füssen auf den Spuren Kneipps

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Mit den Lehren Sebastian Kneipps will die Stadt Füssen künftig gesundheitstouristisch punkten. Konkrete Maßnahmen sind bereits für dieses Jahr geplant.

Füssen – Um die Stadt gesundheitstouristisch weiter zu entwickeln, hat Füssen Tourismus und Marketing (FTM) bekanntermaßen den „Masterplan Kneipp“ entwickelt. Wesentliche Baumaßnahmen sind im Zuge dessen vor allem am Weißensee geplant.

Doch können diese wegen der geplanten, aber umstrittenen Weiterentwicklung des Standbades auch so umgesetzt werden? Ja, teilte Tourismuschef Stefan Fredlmeier vergangene Woche im Stadtrat mit. Da aus den Reihen des Stadtrats in der Vergangenheit immer wieder die Frage gestellt worden sei, was der „Masterplan Kneipp“ sei, habe er Fredlmeier gebeten, diesen kurz zu erläutern, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). 

Vor allem vor dem Hintergrund, dass wesentliche Bausteine des Konzepts am Weißensee umgesetzt werden sollen. Wie bereits berichtet, ist das Ziel des Kneipp-Konzepts, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und die gesundheitstouristischen Angebote durch „eine einschlägige und qualitativ hochwertige Infrastruktur“ zu verbessern. Dadurch sollen alle Ortsteile zunächst das Prädikat „Kneippkurort“ und später das Prädikat „Kneippheilbad“ erreichen. 

Dass es auf dem Weg dahin zu keinen Kollisionen mit dem geplanten Umbau des Strandbads, dem damit einhergehenden Bürgerentscheid oder dem Naturschutz komme, betonte Fredlmeier mehrmals in der Ratssitzung in der vergangenen Woche. „Alle Verfahren wurden rauf und runter geklärt – wir machen nichts ohne Genehmigung!“, betonte er. Begonnen werden soll mit den Arbeiten im Herbst. „Wir werden nicht in der Hauptsaison bauen!“ 

Alle Ortsteile profitieren

Konkret sollen am Weißensee auf der alten Eisstockbahn ein Bewegungsparcours mit Rückwand und Abschirmung zum Parkplatz hin und ein Kneipptret- und Armbecken am Strandbad gebaut werden. Außerdem sind Spielelemente im Wasser mit einer Öffnung des Bachlaufs und eine Verlegung des Weges geplant. 

Darüber hinaus soll Naturkneippen am Bach ermöglicht werden, kündigte Fredlmeier gegenüber den Stadträten an. Wie in allen anderen Ortsteilen auch, sollen zudem in Weißensee sogenannte Terrainkurwege eingerichtet werden. Doch nicht nur der Ortsteil Weißensee soll von dem Masterplan profitieren. So sind für Bad Faulenbach eine Ruheinsel am gleichnamigen Bach, ein Trinkbrunnen auf der Kneippwiese und eine Kneippgussstelle im ehemaligen Schwefelbrunnenareal. 

Diese Arbeiten sollen bereits bis Mai abgeschlossen sein. Die Kernstadt soll hingegen einen „Besinnungsweg“ im Baumgarten erhalten. Die ursprünglich geplanten Trinkbrunnen in der Reichenstraße und am Kaiser-Max-Platz werden dagegen wegen zu hoher Kosten und des großen Andrangs während der Hauptsaison voraussichtlich nicht gebaut, kündigte der FTM-Chef an. Stattdessen überlege man nun, einen kleineren Brunnen in den räumen von FTM zu installieren. 

Magnus Peresson bedauerte dies: „Ich finde es schade, wenn der Trinkbrunnen in der Reichenstraße wegfallen würde“, sagte er. Er schlug Fredlmeier vor, Stadtratskollegen Jürgen Doser (FW) zu kontaktieren, der in der Vergangenheit bereits die Einrichtung zwei anderer Brunnen unterstützt habe. Ergänzend dazu sollen in den einzelnen Stadtteile ein Ortsteil übergreifendes Informationssystem an den Kneipp-Erlebnisorten installiert werden. 

Ergänzend zu den verschiedenen Baumaßnahmen werden die Füssener Gastgeber derzeit zum Thema „erholsamer Schlaf“ gecoacht, ein Kriterienkatalog für die „Schlafbetriebe“ wird erstellt sowie eine „Schlaffibel“. Die Kosten für das Kneipp-Projekt werden mit insgesamt 450.000 Euro veranschlagt. Dabei sei allerdings mit Zuschüssen in Höhe von 75 Prozent der Gesamtkosten zu rechnen.

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