Füssener Festspielhaus öffnet seine Pforten

Veranstaltungen, Kultur und Spaß

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Die Sonne geht wieder über dem Festspielhaus Füssen auf: Am Samstag feierten die neuen Besitzer Eröffnung.
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Die Sonne geht wieder über dem Festspielhaus Füssen auf: Am Samstag feierten die neuen Besitzer Eröffnung.
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Die Sonne geht wieder über dem Festspielhaus Füssen auf: Am Samstag feierten die neuen Besitzer Eröffnung.

Füssen – „Wir wollen signalisieren, das Haus ist wieder einsatzbereit“. Mit Beginn des zweiten Quartals hob sich am Samstag der Vorhang im und über dem Festspielhaus.

Im Laufe der kommenden Monate soll sich wieder etwas tun am Forggensee, versprachen Wolfgang Rietzler, Geschäftsführerin Birgit Karle und Intendant Florian Zwipf-Zaharia. Ab Juli soll auch wieder auf der Bühne gespielt werden. 

Auftakt: Mit dem Beginn am 1. April soll signalisiert werden, dass das Haus wieder einsatzbereit und buchbar ist und es auch wieder einen Spielplan gebe. „Einen Spielplan, der vorsieht, dass ab Juli wieder gespielt wird“, so Rietzler vor zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft. Hoch droben, im Panoramacafe, mit Blick auf einen derzeit noch trockenen Forggensee, die Berge und natürlich Schloss Neuschwanstein vollzogen die neuen Betreiber den Auftakt. Neben einigen künstlerischen Darbietungen, einer Reminiszenz an das Frühstück, das der Märchenkönig so angeblich immer genossen haben soll, bekamen die Gäste vor allem einen Vorgeschmack auf das, was bald wieder zum Alltag im Festspielhaus werden soll. 

Vergleichbar dem Stausee vor den Türen, der sich erst allmählich bis mit Wasser füllen wird, soll sich auch das Festspielhaus allmählich wieder mit Leben füllen, skizzierten Rietzler und Zwipf ihre Pläne. 

Vorspiel: Um das bisher geleistete zu umreißen, so Rietzler, müsse er ein Wort in den Mund nehmen, das eigentlich so gar nicht passe zum Theaterbetrieb: Betriebsorganisation. Wenn man einen Betrieb aus der Insolvenz übernehme, „funktioniert erst mal gar nichts“, so der Unternehmer und Investor. 

So müssten zunächst viele Baustellen geschlossen werden, ehe überhaupt einen Plan gemacht werden könne. „Das ist das, was wir den ganzen Tag lang machen, schnöde (Betriebs)Organisation“. Selbst sieht sich Rietzler nicht als Teil des Organisationsteams. Er schiebe alles nur soweit an, dass man sagen könne: „Es gibt ein Team und das managt das Haus“. „Wir managen hier Veranstaltungen, Kultur und Spaß“, so Rietzler.

 Letzen Endes, so Rietzler gegenüber dem Kreisbote, sei das Musicaltheater nichts anderes als ein Unternehmen, dessen Produkte eben Kunst und Kultur seien. Seine persönliche Ambition sei es, bis zum Jahresende sagen zu können: „Der Betrieb Festspielhaus läuft wieder, in allen Bereichen“. 

Die Bereiche, das sei alles, was sich auf der Bühne abspielt, das Theater und Musical. Dazu kommt die Gastronomie mit ihren vier Locations und der Bereich Events: „Das Haus kann wieder gebucht werden. Von der Familienfeier bis zum Firmenevent“. Die Haustechnik sei soweit wieder überholt, das gespielt und gearbeitet werden könne. 

Wie eine Achterbahn

Intermezzo: „Ich begrüße Sie zum Auftakt in einer neue Ära. Zum Auftakt in eine erfolgreiche Zukunft“, so Birgit Karle.

 Dazu gehörten neben den Entscheidungsträgern auch Persönlichkeiten aus Füssen sowie langjährige Wegbegleiter, wie etwa der Stefan Barbarino, der das erste Musical auf den Weg gebracht hatte. Die erfolgreiche Zukunft, folgerte Karle, habe sich das Festspielhaus „wahrlich verdient“. 

Gleich einer Achterbahn, so die Geschäftsführerin, sei es mit dem Haus, das vor 17 Jahren eröffnet wurde, auf und ab gegangen. Als Neueinsteiger mit einem gesunden Abstand zu den Altlasten könnten sie nun unbelastet in die Arbeitszukunft blicken. Dabei galt ein ausdrückliches Lob den Mitarbeitern, die mit Loyalität und einer optimistischen Aufbruchsstimmung zu Werke gingen. Das sei Ansporn und Verpflichtung zugleich.

„Unsere Aufgabe sehen wir darin, dem Festspielhaus seinen Glanz zurückzugeben und es wieder zu dem Leuchtturmprojekt zu machen, als das es einstmals geschaffen wurde“. Man koche zwar auch nur mit Wasser, so Karle, dafür aber konsequent, strukturiert und hochprofessionell. Darin sehe sie das Erfolgskonzept des aktuellen Teams. 

Man wolle mit Disziplin und Beharrlichkeit dauerhaft und nachhaltig auf soliden Füßen stehen, skizzierte Karle die Ideen, die dem Erfolg des Festspielhauses künftig zugrunde liegen sollen. Man habe einen holprigen Weg vor sich. „Deshalb appelliere ich an Sie alle“, so Karle. „Wir brauchen gute Partner und treue Weggefährten!“ Es werde nicht leicht, so die Geschäftsführerin, „aber es wird leichter, wenn wir wissen, wir sind nicht allein“. 

Deshalb wünsche man sich auch ehrliche und konstruktive Kritik.

Hauptakt: Es wird wieder, wie bereits am Samstag im Kreisbote berichtet, ein Musical über den bayerischen Märchenkönig geben. Das verkündete der künstlerische Kopf des Trios, Florian Zwipf-Zaharia. Er stehe nun wieder hier, an der Stelle, wo er vor 15 Jahren nach einer für ihn schönen und tollen Zeit Abschied genommen habe. 

Es sei beim ersten Ludwigmusical eine goldene Zeit gewesen, gestand Zwipf. Man habe damals tolle Zahlen erreicht und viele glückliche Besucher erlebt. „Diese Erinnerungen, gepaart mit meinen Erfahrungen der vergangenen Jahre, haben mich überzeugt, dass hier wirklich ein neuer Anfang stattfindet.“ 

Große Konsequenz

 Die drei von Rietzler schon angesprochenen Säulen seien auch für ihn nichts Neues. Aber die Konsequenz, mit der man nun diese drei Säulen verknüpfe, mache den Unterschied zu den Vorgängern und sollte es ermöglichen, wieder eine Wohlfühloase der Unterhaltung und Genusses zu schaffen, so Zwipf. Unter dem Motto „Das Festspielhaus präsentiert“ werde künftig eine Eventagentur im Hause integriert sein. 

So sollen in Zukunft TV-Shows und Produktionen, Firmenevents, Modeschauen und Produktpräsentationen stattfinden. Außerdem werde das Haus wieder ein Bühnenprogramm präsentieren. Dazu gehören heuer 20 Aufführungen des Ludwigmusicals und ab dem kommenden Jahr eine neue Fassung der Geschichte um Ludwig II. von Bayern. 

Der „Kini“ sei das Alleinstellungsmerkmal der Region, weshalb nicht nur wieder ein Musical auf die Bühne gebracht werden soll, sondern mit einer Multimediapräsentation auch seine Träume, Visionen und deren Realisierung. „König der Träume“ werde täglich um 11 Uhr im Festspielhaus laufen, eine bislang so noch nie gezeigte 3D-Version mit traumhaften Bildern der Region, fiktiven Gesprächen Ludwigs mit Zeitgenossen und natürlich untermalt von Wagner-Musik. 

Buntes Programm

Weiterhin werde es ein Varieteprogramm im Juli geben, und auch Artistik, Show und Performance. Gegen Ende Juli soll ein Kinderzirkuszelt als Ferienprogramm eröffnen und auch Shakespeare auf die Bühne kommen. Angestrebt wird auch eine enge Kooperation mit den Musikkapellen der Region, die sonntags zum Frühschoppen einladen. Und es wird ein Wiedersehen mit der Oper Sofia geben, deren Intendant „Tristan und Isolde“ sowie „Turandot“ auf die Bühne bringen will. 

Das Haus springe heuer auch für die Schlosskonzerte in die Bresche, so Zwipf. Im Winter werde es Varieté geben und für das kommende Jahr auch Openair-Veranstaltungen. Auch beim Thema Gastronomie habe man viel vor und sei in der Planung. Vor allem wolle man nun die Botschaft verkünden, wir sind wieder da. „Und es gibt ab sofort Karten für alles.“ 

Epilog: Wie das Musical über das Leben Ludwigs ausgeht, ist klar – der Kini wird sterben. Noch offen ist dagegen der nächste (nicht letzte) Akt im Schauspiel um das Festspielhaus: Klar ist das Sommerprogramm bis Mitte September 2017. Teilweise stehen die Programme für 2018 und 2019 schon, teilweise konnte man für heuer noch Veranstaltungen gewinnen. Wie es aber langfristig weitergehen wird, da wollten sich weder der Besitzer noch der Macher äußern. 

Openair-Veranstaltungen sind denkbar, aber ob man dafür eine Seebühne bauen wird? Es gehe jetzt zunächst darum das Vertrauen zurückzugewinnen und wieder aufzubauen: „Auf Seiten der Politik wie der Menschen“.

Oliver Sommer

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