Bergmesse gegen das Vergessen

Die Reservisten Oberfeldarzt Dr. Jan Savarino (links) und Obermaat Horst Schädtler (rechts) legten für die Pfrontener Reservisten- und Veteranenkameradschaft einen Kranz zum Gedenken nieder. Foto: privat

In der Kriegsweihnacht 1944 versprachen sich die in schwere Abwehrkämpfen verwickelten Spielhahnjäger, Soldaten der damaligen 97. Jägerdivision, nach dem Ende des zweiten Weltkriegs den Kameraden, denen die Heimkehr zu ihren Familien und Angehörigen nicht vergönnt sein wird, mit einer Bergmesse zu gedenken. Am vergangenen Sonntag hat nun das Ehrenmitglied der Spielhahnjäger, Pfarrer Stefan Ried aus Lengenwang, bei strahlendem Wetter die 55. Bergmesse für die fast 14.000 Opfer der Division zelebriert.

Pfarrer Ried freute sich über die vielen Besucher aus nah und fern. In seiner Predigt betonte er, dass mit der Bergmesse an dieser denkwürdigen Stätte nicht die Vergangenheit glorifiziert wird, sondern vielmehr die Menschen zum Nachdenken angeregt werden sollen. „Nur wer den Krieg in seinem Gedächtnis behält, ist auch bereit etwas für den Frieden zu tun. Für den Frieden in der Familie, in der Gemeinde, in unserem Lande und unter den Völkern“. Oberstleutnant Lutz Hartmann, Standortkommandant in Füssen, führte die Abordnung der Pfrontener Patenkompanie des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 an. „Ich wünsche mir als Angehöriger der Bundeswehr eine ähnlich gelebte und tiefe Kameradschaft wie bei den Spielhahnjägern. Tapferkeit, Disziplin und Treue dürfen jedoch nicht losgelöst werden von Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit auf dem Wertebezug unserer verfassungsmäßigen Ordnung“. Er wünschte der Bergmesse am Falkenstein dass das Zeugnis „nie wieder“ jährlich laut erschallen möge und eine Brücke zur Tradition der Bundeswehr entstehe. Die Pfrontener Reservisten- und Veteranenkameradschaft pflegt und unterhält seit Jahren das Denkmal der Spielhahnjäger auf dem Falkenstein. Vorsitzender Horst Schädtler versicherte in seinem Grußwort den Veteranen, dass sie deren Erbe in guter Tradition fortführen werden. Er dankte allen, die an der Gestaltung der feierlichen 55. Bergmesse mitgewirkt haben, insbesondere der Harmoniemusik Pfronten, die seit dem Anfang, also seit 55 Jahren, die Bergmesse musikalisch gestaltet. Die Klänge von „Ich hatt‘ einen Kameraden“ beendeten dann die Bergmesse der Kameradschaft der Spielhahnjäger auf dem Falkenstein.

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