Auf den Notfall vorbereitet sein

Ein Mitglied der Bergwacht gelangt mit einer Rollenkonstruktion zu den Sesselliftfahrern. Foto: Sommer

Ostallgäu – Ein großes Aufgebot an Helfern hatte die Bergwacht am Buchenberg zusammengezogen. Fünf Bereitschaften mit rund vier Dutzend Bergrettern übten dort den Ernstfall, das Retten von im Sessellift gefangenen Passagieren. Während die Übung reibungslos verlief, spielte nur das Wetter nicht mit.

„Aufgrund eines technischen Defektes kann der Lift nicht mehr leergefahren werden…“. So oder so ähnlich muss die Durchsage geklungen haben, als die Tegelbergbahn vor knapp zwei Jahren stand und die Passagiere mit Hilfe der Bergwacht gerettet werden mussten. Mit diesen Worten wurden nun wieder Liftpassagiere informiert, diesmal am Buchenberg. Allerdings war der technische Defekt nur angenommen, die Passagiere wussten, was auf sie zukommen würde und die Retter standen schon in Bereitschaft. Für eine Übung hatte die Bergwacht Füssen dieses Szenario kreiert, das in der Folge Arbeit für die Bereitschaften aus Füssen und Kaufbeuren, Pfronten, Nesselwang und sogar für die Bergretter aus Steingaden-Peiting bedeuten sollte. 

Mussten bei der großen Rettungsaktion rund 20 Gondelinsassen mit Hilfe von Hubschraubern ins Tal geholt werden, ist eine Sesselliftbergung einerseits einfacher, aber auch arbeitsintensiver. Es sind nur wenige Meter, die den Skifahrer im Winter oder den Wanderer im Sommer vom Boden trennen, wenn er im Sessellift sitzt. Freiwillig würde dennoch wohl kaum jemand rausspringen, wenn der Lift doch einmal zum Stillstand käme. Die Aussicht, auf einen der zahlreichen Baumstümpfe zu treffen oder im steilen Gelände abzurutschen, ist nicht zu verlockend. Bequemer ist es da schon, mit Hilfe der Bergwacht und eines Tragesitzes wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen. Dazu muss der Bergretter allerdings erstmal zu den Eingeschlossenen vordringen. 

Vom nächstgelegenen Tragmasten gelangen die Helfer mit einer Rollenkonstruktion über das Tragseil des Liftes zu den einzelnen Sesseln. Dort wird dann, über eine Umlenkrolle, eine Art Aufzug aufgebaut, über den, im Tragesitz fixiert, die Menschen abgeseilt werden. Das klingt einfach, ist aber vor Ort doch recht umständlich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass zwischen den Stützen bis zu vier Sessel feststecken können. Spielt das Wetter mit, können auch die, die direkt über einem Tragmasten festsitzen, ihre Rettung erwarten. 

Bei der jüngsten Übung aber hatte das Wetter kein Mitleid, einige der Festsitzenden bekamen die volle Breitseite einer herannahenden Regenfront ab, ehe die Bergretter sie aus ihrer Zwangslage befreien konnten. Alles in allem verlief die Übung, die die Bergwacht mit Unterstützung der Buchenbergbahn abgehalten hatte, aber recht erfolgreich. Auch wenn Heinz Hipp von der Bergwacht Füssen, der die Aktion geplant hatte, feststellen musste, dass eine solche Übung, mit so vielen Teilnehmern, zum Teil schwieriger zu organisieren sei, als ein Einsatz. Auch wenn das Wetter mitspiele. gau

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