"Berwaldoffensive" vor Ort

Vor Ort überzeugten sich Landrat Johann Fleschhut (rechts) und Bürgermeister Paul Iacob (2.v.r.), was mit den Geldern der Bergwaldoffensive geschieht. Am Kalvarienberg gab Forstdirektor Robert Berchtold Auskunft. Foto: gau

Seit Ende 2008 fördert der Freistaat Bayern mit Mitteln aus dem Klimaprogramm Bayern 2020 Projekte im Bergwald. Geld gibt es im Ostallgäu für aktuell acht Projekte der „Bergwaldoffensive“, auch für den Füssener Stadtwald. Am Kalvarienberg nahmen Bürgermeister Paul Iacob und Landrat Johann Fleschhut die Maßnahmen und Ergebnisse jetzt in Augenschein. Ein Beitrag für den Klimaschutz, so Iacob, der „vor Ort beginnt“.

„Die Nachfrage der Waldbesitzer ist riesig. Der Schub, den wir für den Bergwald bekommen ist gewaltig“. erklärte Robert Berchtold, Leiter des Forstamtes Füssen Es geht um die Bergwaldoffensive des Freistaates, eine Maßnahme zur „Stabilisierung und nachhaltigen Anpassung der Bergwälder an den Klimawandel in ausgewählten Projektgebieten“, wie Berchtold erklärte. Dabei werden die privaten Waldbesitzer und Waldkörperschaften finanziell unterstützt, etwa mit Zuschüssen bei Maßnahmen, werden beraten oder erhalten Hilfe wie bei der Durchforstung des Füssener Stadtwaldes. Neu ist, dass die Förderung nicht nur für die Sanierung des Schutzwaldes (als Teil des Bergwaldes), sondern für präventive Maßnahmen im gesamten Bergwald in den bayerischen Alpen ausgegeben wird. Insgesamt gibt es acht Projekte, so Robert Berchtold der dem Füssener Bürgermeister und dem Landrat, der gleichzeitig Vorsitzender des Beirates der Bergwaldoffensive im Ostallgäu ist, die Ergebnisse oberhalb der Stadt präsentiert. "Ein richtiger Urwald" Dort wo die Menschen an Ostern den Leidensweg Christi nachfolgen, hatten die Frühjahrsstürme von 1990 großflächig vor allem die Nadelbäume umgeworfen. Seinerzeit hatte die Natur selbst schon für Verjüngung auf den Freiflächen gesorgt, eine naturnahe Mischwaldpopulation siedelte sich wieder an. Deswegen habe man nur noch in Lücken nachpflanzen müssen, so die beiden Projektmanager Klaus Lamatsch und Andreas Held, die für das Forstamt den Füssener Stadtwald betreuen. Rund 600 Euro pro Hektar, also etwa 7200 Euro habe diese Maßnahme bislang gekostet, so Held. Durch die Durchforstung, Entnahme von schwächeren und die Pflanzung hochwertigerer Bäume werde der Wald stabilisiert, so Held. Mittlerweile habe man hier eine einzigartige Baumartenvielfalt, rund 20 verschiedene Nadel- und Laubwaldarten siedeln am Kalvarienberg. Man habe, für die Verhältnisse, so Lamatsch, einen richtigen Urwald mit Zirbe, Spirke, Felsenbirne oder Stieleiche. Überall rede man über Klimaschutz, so Landrat Fleschhut, „wir auch“. Aber hier saniere man nicht nur, sondern agiere in einem frühen Stadium. Und dies in einem Landkreis, dessen Kommunen sehr durch den Wald geprägt seien. Das sei Nachhaltigkeit im wahrsten Wortsinn, so Fleschhut, der allerdings auch mahnte, man dürfe Waldschutz nicht nur nach Kassenlage betreiben. Und mit diesem Projekt könne man die Bevölkerung sensibilisieren, nach dem Motto, dass nur geschützt werde, was man auch schätze. Aus diesem Grund, habe man auch sofort zugegriffen, so Paul Iacob, als man die Möglichkeit bekommen habe, Gelder für die Sanierung und Erhaltung zu bekommen. Jeder müsse seinen Teil erbringen, erklärte Iacob und der Klimaschutz „beginnt hier, vor Ort“. Dies sei Aufgabe und Verantwortung eines jeden, so Iacob, der sich für das Engagement für den Forst bedankte.

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