"Der Betrieb wird durchleuchtet"

Organisationsstruktur des Füssener Bauhofs kommt auf den Prüfstand

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Ist der städtische Bauhof in der Kemptener Straße organisatorisch für die Zukunft richtig aufgestellt? Das sollen jetzt externe Prüfer untersuchen.

Füssen – Die Organisationsstrukturen des städtischen Bauhofs in der Kemptener Straße sollen auf den Prüfstand. Darauf einigten sich die Mitglieder des Hauptverwaltungs- und Finanzausschusses am Dienstagabend im nichtöffentlichen Teil ihrer Sitzung.

Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Gleichzeitig sucht die Verwaltung einen neuen Leiter für den Bauhof. Das eine habe mit dem anderen aber nichts zu tun, betonte Iacob im Gespräch mit dem Kreisbote. 

Der bisherige Bauhofleiter habe nach acht Jahren an der Spitze der Einrichtung aus gesundheitlichen Gründen darum gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Bis ein Nachfolger gefunden ist – eine Stellenausschreibung im Kreisbote ist bereits erfolgt – soll der bisherige Leiter zusammen mit seinem Stellvertreter den Bauhof weiter leiten. Anschließend soll er ins technische Bauamt wechseln. Iacob hofft nun, „so bald wie möglich“ einen Nachfolger zu finden.

 Davon unabhängig laut Bürgermeister, soll die komplette Organisationsstruktur des Bauhofs durch eine externe Firma untersucht werden. „Wir wollen von außen her einen Blick auf die Organisationsstrukturen werfen. Der Betrieb wird durchleuchtet“, erläuterte der Rathauschef. 

Dabei handle es sich aber um einen völlig normalen Vorgang. Nachdem der Finanzausschuss dafür am Dienstagabend grünes Licht gegeben hat, soll nun die Ausschreibung erfolgen. Iacob geht davon aus, die Untersuchung im Frühjahr dem Stadtrat vorlegen zu können.

Ziel der Untersuchung sei, den städtischen Betrieb künftig strukturell effizienter aufzustellen beziehungsweise zu schauen, wo in dieser Hinsicht Schwachstellen sind. So soll beispielsweise hinterfragt werden, welche Aufgaben der Bauhof weiterhin beibehält und welche an private Anbieter vergeben werden können. 

Kommt ein Verbund?

Nachgedacht wird offenbar auch über eine mögliche Zusammenarbeit mit Bauhöfen anderer Gemeinden im Zweckverband Allgäuer Land (ZVAL). Vorstellbar ist laut Iacob auch, dass der ZVAL bestimmte Maschinen anmietet oder anschafft, und diese nach Bedarf den Mitglieds-Kommunen zur Verfügung stellt. 

Auch beim Einkauf von Streusalz sei eine Gemeinde übergreifende Zusammenarbeit denkbar, da beim Einkauf der Preis mit der Höhe der Menge sinke. „Da gibt es Möglichkeiten, die kommunale Zusammenarbeit zu stärken“, sagte er. 

Auch der Informationsfluss zwischen der Hauptstelle in der Kemptener Straße und den Außenstellen in Hopfen und Weißensee – die nicht angetastet werden sollen – müsse dabei nach Angaben von Iacob durchleuchtet werden. 

Aber: „Was sich bewährt, wird übernommen!“ Auch wenn das Ziel effizientere, und daraus resultierend womöglich schlankere, Strukturen sind – um seinen Job müsse keiner der etwa 30 Bauhof-Mitarbeiter bangen. „Die stehen nicht auf der Kippe!“, betonte der Rathauschef. „Kein Mitarbeiter muss in Furcht ausbrechen.“ Im Gegenteil: Sie seien zum aktiven Mitmachen an der Untersuchung aufgerufen und würden im Rahmen dieser zu ihren Tätigkeiten und den Abläufen befragt. 

Man brauche die Erfahrung der Kollegen für die Weiterentwicklung der Einrichtung, erklärte der Rathauschef. Dass die jetzt beschlossene Organisationsuntersuchung etwas mit den Vorwürfen des ehemaligen Bauhof-Verwalters Werner Miller zu tun habe, wies Iacob auf Nachfrage strikt zurück. 

Wie im Kreisbote berichtet, hatte Miller vor etwa zwei Jahren seinen ehemaligen Kollegen unter anderem Selbstbedienung auf Kosten des Steuerzahlers vorgeworfen. „Dort herrscht Goldgräberstimmung!“, sagte er seinerzeit im Gespräch. „Wir konnten deutlich machen, dass diese Vorwürfe nicht stimmen“, sagte Iacob jetzt.

Matthias Matz

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