Beschluss vertagt

Östlich der Theresienwiese befinden sich Wohnhäuser (Foto), südlich ein Hotel. Dadurch stößt das Projekt Einkaufszentrum Theresienhof nicht nur auf Unterstützer. Die Gegner haben nun erreicht, dass der Bebauungsplan länger braucht. Foto: Archiv

Das Bemühen einiger Anwohner der Theresienwiese, den Bau des dortigen Kaufhauses zu verhindern, hat erste Früchte getragen. Der Bebauungsplan Theresienhof wird jedenfalls heuer nicht mehr fertig. Denn die Einwendungen, die einige Anwohner bei der öffentlichen Auslegung des Plans einbrachten, sind offenbar so umfangreich, das Bürgermeister Paul Iacob (SPD) vorher noch einmal mit den Betroffenen reden möchte. Erst im Januar soll der Bebauungsplan dann vom Stadtrat abgesegnet werden.

Harald Schwecke, Mitinhaber des Hotels Hirsch, das an die Theresienwiese grenzt, hat im November angekündigt, zusammen mit einem Anwalt Einwendungen gegen den Bebauungsplan einzubringen und ein eigenes Lärmschutz- und Verkehrsgutachten in Auftrag zu geben (der KREISBOTE berichtete). Das ist nun geschehen. Am Dienstag wollte der Stadtrat eigentlich die Satzung des Bebauungsplans beschließen, doch daraus wurde nichts. Bürgermeister Paul Iacob will angesichts der umfangreichen Kritik Schweckes und seiner Mitstreiter das Gespräch suchen. Kommt das bis Januar aber nicht zustande, wird der Stadtrat über die Einwendungen in der ersten Sitzung des neuen Jahres befinden. Über 50 Seiten stark ist das Papier, in dem die Anwohner unter anwaltlichem Beistand Kritik an der Planung üben. Darin werden die Richtigkeit von Verkehrs- und Lärmschutzdaten angezweifelt. Die Anlieferzonen des geplanten Backshops und des Textilers seien demnach nicht im Bebauungsplanentwurf berücksichtigt. Die Kreuzung Sebastian-, Theresien- und Klosterstraße sei im aktuellen Entwurf – anders als in der ersten Fassung – nicht mehr berücksichtigt. Aber auch zum Denkmalschutz, Immissionsschutz und weiteren Themen enthält der Katalog zahlreiche Kritikpunkte. „Ich sehe das auf jeden Fall als Teilerfolg“, erklärte Schwecke gegenüber dem KREISBOTE. Gesprächen sei er „grundsätzlich nicht abgeneigt“, wolle aber nicht auf einen „Kuhhandel“ eingehen. Als „äußerst bedenklich“ bezeichnete Iacob während der Sitzung den Inhalt eines Flugblatts, das im Vorfeld verbreitet wurde. Darin wurden die Theresienhof-Gegner nicht nur dazu aufgerufen, zahlreich zur Sitzung zu erscheinen, sondern darüber hinaus mit Trillerpfeifen und Ratschen ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Gut besucht war die Sitzung zwar, dem Aufruf zum Lärm machen ist jedoch niemand gefolgt. Der Autor sei dem Flugblatt nicht zu entnehmen, kritisierte Iacob. Falsch sei zudem die Angabe darin der der Verkehr in der Theresienstraße werde nach dem Bau des Kaufhauses von 400 auf 3500 Fahrzeuge täglich anwachsen. Die 3500 stimmen zwar, aber schon heute fahren 2500 Autos jeden Tag durch die Straße. Bis nur nächsten Sitzung wollen sich zudem die Stadträte informieren und forderten, auch das Verkehrsgutachten zu bekommen, dass die Theresienhof-Gegner in Auftrag gegeben haben. Das sicherte Iacob zu.

Auch interessant

Meistgelesen

Tausende strömen auf die Alpspitz
Tausende strömen auf die Alpspitz
Drogenrazzia in Asylunterkunft 
Drogenrazzia in Asylunterkunft 
Hauptsache dabei sein
Hauptsache dabei sein
Motorradfahrer schwer verletzt
Motorradfahrer schwer verletzt

Kommentare