Füssen spielt sich in einen Torrausch

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Hier erzielen die Füssener Spieler gegen Schweinfurt einen von neun Treffern. Foto: Köhntopp

Füssen – Die Chancenverwertung bei der Niederlage gegen Regensburg sorgte beim EV Füssen für Verstimmung. Am vergangenen Wochenende ließen sich die EVF-Stürmer nicht lumpen, erzielten gegen die Tabellenkinder Schweinfurt und Weiden 15 Tore. Zum Sechs-Punkte-Wochenende reichte es aber wieder nicht.

Solche Torfluten gefallen den Trainern nicht, und am Freitag fand Schweinfurts Interimscoach Steffen Reisser deutliche Worte: „Das war heute russisches Roulette in Füssen. Drei, vier meiner Spieler machen die Trainingsarbeit einer ganzen Woche mit ihrem Egoismus kaputt. Auf die anderen Spieler bin ich dagegen sehr stolz.“ Auch der Füssener Coach Marcus Bleicher hielt sich trotz des deutlichen Sieges nicht zurück. „Ich habe im Vorfeld klar gesagt, dass ab jetzt jedes Spiel ein Endspiel für uns ist. Einige haben das anscheinend nicht kapiert.“ Zwar war der EVF gegen die Mighty Dogs die spielbestimmende Mannschaft, zeigte jedoch in der eigenen Abwehr eine zum Teil erschreckende Nachlässigkeit. 

Anstatt das Ergebnis zweistellig zu gestalten, mussten die Schwarz-Gelben in der Endphase sogar noch zwei Gegentreffer hinnehmen. Am Ende verzeichneten sie mit dem 9:5-Endstand ein wahres Schützenfest. Außerdem war es für einige Leoparden der Tag der Premieren: Erstmals erzielte in dieser Spielzeit Tim Richter drei Tore für den EVF, traf Björn Friedl in einem Spiel doppelt, dazu freuten sich Martin Pfohmann und Ladislav Hruska über ihre ersten Treffer im Leopardendress. 

Eigentlich sollte dieser Sieg bei den Füssenern für Selbstvertrauen gesorgt haben, aber davon war zwei Tage später gegen die Blue Devils Weiden nichts mehr zu sehen. Nach nur 28 Minuten lagen die Leoparden beim Vorletzten der Oberliga Süd bereits mit 0:6 in Rückstand. Bleicher war enttäuscht von seinem Team: „Konzentration, Einsatzwille, Zweikampfstärke, läuferische Qualitäten, wir haben nichts von dem gezeigt, worauf es beim Eishockey ankommt. Keine Grundeinstellung bei einem so wichtigen Spiel.“

Dass die Mannschaft auch anders kann, bewies sie dann im letzten Abschnitt und nach klaren Worten des Trainers. Waren schon im zweiten Drittel jeweils ein Tor in Unter- sowie in Überzahl gelungen, so glichen die Schwarzgelben das Spiel bis zur 57. Minute zum 6:6 aus. Bleicher zu der Aufholjagd: „Da muss ich meiner Mannschaft wieder großen Respekt zollen, sie hat sich nicht aufgegeben, sondern unglaublich gekämpft. Aber warum nicht schon ein Drittel früher?“ Am Ende mussten sich die Schwarz-Gelben aber mit 6:7 geschlagen geben. 

So wurden es anstatt der anvisierten sechs Punkte wieder nur vier, und der EVF tritt auf der Stelle. Der Vorsprung auf den neunten Platz ist auf nur noch drei Zähler geschrumpft, und nun geht es am Freitag, 17. Januar, um 20 Uhr zum Tabellen-Achten Erding, der nur zwei Punkte zurück liegt. Ein direkter Konkurrent, und somit ein sogenanntes Sechs-Punkte-Spiel. Am Sonntag, 19. Januar, kommt um 18 Uhr Aufsteiger und Überraschungsdritter Bayreuth an den Kobelhang. Eines haben beide Gegner gemeinsam: Der EVF konnte in dieser Spielzeit gegen beide noch nicht gewinnen. mil

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