Die Stadtverwaltung will die Bestattungs- und Grabnutzungsgebühren erhöhen

Teurer sterben in Füssen

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Urnenbestattungen werden auch in Füssen zunehmend beliebter. Daher sollen die Grabnutzungsgebühren für Urnen spürbar angehoben werden.

Füssen – Zum ersten Mal seit 15 Jahren will die Stadt Füssen die Bestattungs- und Grabnutzungsgebühren erhöhen.

Bei zwei Gegenstimmen aus den Reihen der CSU sprach der Finanzausschuss am Dienstagabend eine entsprechende Empfehlung an den Stadtrat aus. Damit folgte das Gremium einer Empfehlung des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes (BKPV), der seit längerem eine Gebührenanpassung fordert.

Die neue Satzung soll zunächst bis 2020 gelten. Ohne größere Diskussionen verständigte sich der Ausschuss deshalb darauf, die Gebühren teils drastisch zu erhöhen. So soll beispielsweise die Nutzungsgebühr für ein einzelnes Wahlgrab auf dem Städtischen Waldfriedhof von 32 auf 79 Euro steigen. 

Die Gebühren für ein Doppelgrab sollen dagegen von 64 auf künftig 167 Euro angehoben werden. Auch bei den zunehmend beliebter werdenden Urnenbestattungen will die Verwaltung künftig kräftig hinlangen. Laut Entwurf soll zum Beispiel die Nutzungsgebühr für eine Urne vorne am Weg des Waldfriedhofs von 17,50 auf 58 Euro steigen. 

Bei den Bestattungsgebühren sind ebenfalls vor allem Erhöhungen vorgesehen, wenn auch zum Teil deutlich moderater als bei den Grabnutzungsgebühren. Die Gebühren für Urnenbestattungen in einem Urnengrab oder einer Urnennische sollen sogar leicht sinken (von 530 auf 503 Euro). 

Grund für die Gebührenerhöhung ist, wie Hauptamtsleiter Andreas Rist den Ausschussmitgliedern erläuterte, ein seit Jahren anhaltend hohes Defizit bei den Bestattungs- und Grabnutzungsgebühren. Demnach musste die Stadt beispielsweise allein zwischen 2012 und 2015 rund 539.000 Euro aus Steuermitteln zuschießen, um die Kosten zu decken. Damit lag der sogenannte Kostendeckungsgrad im genannten Zeitraum bei gerade einmal 59 Prozent.

Klare Vorgaben

Daher hatte sowohl der BKPV als auch das Landratsamt Ostallgäu angesichts der nach wie vor angespannten finanziellen Situation der Stadt die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren bereits mehrfach aufgefordert, die Gebühren zu erhöhen. Das Ziel: ein Kostendeckungsgrad von 100 Prozent. 

Bei den Ausschussmitgliedern regte sich kaum Widerspruch. Herbert Dopfer (Füssen-Land) fragte zwar nach, warum teilweise eine Verdoppelung der Gebühren vorgenommen werde, obwohl seinen Berechnungen zufolge eine Erhöhung um das 1,7-Fache ausreichen würde. Und Peter Hartung (CSU) gab zu bedenken, womöglich auf 14.000 Euro an kalkulatorischen Zinsen bei den Ausgaben zu verzichten. 

Andreas Rist und Zweiter Bürgermeister Niko Schulte (CSU), der Bürgermeister Paul Iacob (SPD) vertrat, wiesen aber darauf hin, dass in der Kalkulation des BKPV sämtliche Faktoren berücksichtigt seien. „Die legen alles um und berechnen, welche einzelne Gebühr kostendeckend ist“, erläuterte Schulte. 

Deutliche Mehrheit

Auch CSU-Stadträtin Uschi Lax widersprach ihrem Fraktionskollegen ebenfalls. Werde auf die 14.000 Euro verzichtet, seien die Gebühren so spitz gerechnet, dass auf keine unvorhergesehenen Ereignisse reagiert werden könne. Darüber hinaus fielen die Entlastungen umgerechnet auf eine einzelne Bestattung kaum ins Gewicht, so Lax weiter.

 Bei zwei Gegenstimmen von Lax und Hartung sprach sich der Ausschuss schließlich für die Gebührenerhöhung aus. Das letzte Wort hat allerdings der Stadtrat, der den Empfehlungsbeschluss noch beraten und entscheiden muss.

Matthias Matz

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