Mehr Sensibilisierung

Betroffene zeigen Schülern der Realschule Füssen ihr Leben mit Handicap

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Neben dem Gast Thomas Henkel – Gast an der Realschule Füssen – ist auch Schülerin Elena auf dem Rundkurs mit Hindernissen im Rolli unterwegs.

Füssen – Ein Team der „OBA“ (Offene Behindertenarbeit) war jetzt zu Gast an der Realschule in Füssen, um den Schülern spielerisch zu vermitteln, was es bedeuten kann, durch ein Handicap körperlich eingeschränkt zu sein.

Träger in Partnerschaft sind das Bayerische Rote Kreuz, die Caritas, der Verein Lebenshilfe und die katholisch-evangelische Sozialstation.

Zwischen Rolli-Fahrer Thomas Henkel aus Buchloe und den Schülern der sechsten Klassen gibt es keinerlei Berührungsängste. So will Fabian vom Gast an seiner Schule wissen, wie er im Alltag zurecht komme und warum er überhaupt im Rollstuhl sitze. „Ein dummer Autounfall“, antwortet der ehrenamtliche Mitarbeiter im Team von Sozialwirtin Jade Hemeyer, die das von der Schule zum dritten Mal veranstaltete „Sensibilisierungsprojekt“ verantwortlich leitet. 

Aufklärung über Hnadicaps

Teilnehmer unter Aufsicht ihrer Klassenlehrerinnen sind die Schüler der 6. Jahrgangsstufe. Sie durchlaufen an diesem Vormittag mit spielerischer Aufklärung über Handicaps wie halbseitige Lähmung, Sehbehinderung oder Autismus „jeweils im Klassenverband einen Parcours, in dem sie am eigenen Körper erleben können, wie Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung leben, sich bewegen“, beschreibt Vera Sassmann das soziale Projekt.

Besseres Verständnis

Die stellvertretende Schulleiterin betont: „Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler für die Lebensrealität von Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung zu sensibilisieren.“ Das Projekte trage dazu bei, „ein besseres Verständnis zu entwickeln“ in Hinblick auf die besonderen Herausforderungen, die Menschen mit Handicap im Alltag bewältigen müssten. Der 12-jährige Elena hat – wie sie auf Nachfrage erzählt – noch nicht ausprobiert, wie es ist, sich im Rolli fortzubewegen. Nach zwei Klassenkameraden kommt sie als nächste an die Reihe, im Schulcafé eine Runde zu drehen. „Das war anfangs leicht“, kommentiert die sportlich wirkende Schülerin den Start. Doch auf dem kurzen Rundkurs wurde eine Schwelle aufgebaut. Das kleine Hindernis zu bewältigen „war schwer“, meint Elena, als sie aus dem Rolli aufgestanden ist und eine andere Schülerin losrollt.

Mit guten Tipps, Hilfsmitteln und Geduld sei möglich, ein körperliches Handicap auszugleichen, so der wieder als Angestellter arbeitende Gast im Rollstuhl. „Dem Thomas“ – man war schnell beim Du –stellten die Mädchen und Jungen stundenlang Frage um Frage. Die Staatliche Realschule in Füssen als „Schule der Inklusion“ bewies mit diesem Projekt einmal mehr, was die Schulleitung mit der stellvertretenden Rektorin Vera Sassmann unterstreicht: „Das Thema liegt uns ganz besonders am Herzen.“

cf

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