Klempner fordert 700 Euro für 30 Minuten Arbeit

Polizei warnt vor Betrügern

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700 Euro für eine halbe Stunde Arbeit forderte ein Klempner. Jetzt ermittelt die Polizei gegen ihn.

Rieden a.F. - Über 700 Euro in bar für eine halbe Stunde Arbeit an einem verstopften Rohr verlangte am Montagnachmittag ein 19 Jahre alter Klempner aus Augsburg. Jetzt ermittelt die Polizei nach eigenen Angaben gegen ihn.

Im Keller einer Seniorin aus Rieden a.F. staute sich am Montagnachmittag im Abfluss Abwasser zurück. Da sich die Verstopfung nicht beseitigen ließ, war professionelle Hilfe gefragt. Im Internet stieß die Dame schließlich auf ein Kanalservice-Unternehmen und bestellte einen Klempner, berichtet die Füssener Polizei. 

Dieser konnte die Verstopfung zwar auch rasch beheben. Für seine 30-minütige Arbeiten forderte der Klempner allerdings über 700 Euro und drängte auf Barzahlung. Laut Nachfrage bei einem lokalen Rohrreinigungsfirm hätten die Arbeiten aber maximal 150 Euro kosten dürfen. Daher leiteten die Beamten gegen den 19-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugs und Wuchers ein.

Um sich vor solchen Firmen zu schützen, rät die Polizei Füssen, dass sich Kunden bereits am Telefon über den Stundensatz und über die Anfahrtskosten erkundigen sollten. Es besteht zudem die Möglichkeit, einen Kostenvoranschlag oder ein Angebot anzufordern. Der Kostenvoranschlag ist hierbei nur eine begrenz verbindliche Kostenschätzung bei der Abweichungen zulässig sind. Im Gegensatz dazu ist ein Angebot verbindlich und hat für den Kunden den Charakter einer Festpreisvereinbarung. 

Besonders im Internet werden in den verschiedenen Suchmaschinen unter Umständen dubiose Firmen in der Ergebnisliste ganz oben angezeigt. Dadurch verbessern diese ihr sogenanntes „Ranking“, in dem sie hohe Beträge an die jeweiligen Suchmaschinen-Anbietern zahlen. Auch wenn der eigene Wohnort in der Suche mit angegeben wird, werden Firmen aufgelistet, welche ihren Firmensitz weit über 50 Kilometer entfernt haben. Die Kunden werden so bewusst getäuscht.

Grundsätzlich sei es sinnvoll, Betriebe aus der näheren Umgebung auszuwählen, mahnt die Polizei. Dies verringere Fahrkosten und beschleunige gegebenenfalls auch die Bearbeitung von Reklamationen. Bei der Suche sollten Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis die erste Wahl sein - sofern man selbst nicht schon Erfahrungen mit einem einschlägigen Betrieb gemacht hat. 

Eine weitere Anlaufstelle sind die örtlichen Handwerksinnungen. Sie nennen auf Anfrage ortsansässige Mitgliederbetriebe, ohne dabei allerdings Empfehlungen auszusprechen. 

Auch beim Blick ins Branchenbuch ist Vorsicht geboten, denn in den lokalen Verzeichnissen finden sich regelmäßig Inserenten, die keineswegs aus der näheren Umgebung stammen. Sollte am Ende der Arbeiten doch ein Fantasiepreis gefordert werden, so wird geraten, den geforderten Betrag nicht in bar zu bezahlten sondern sich eine Rechnung ausstellen zu lassen.

Im Zweifel über den geforderten Rechnungsbetrag helfe eine Anfrage bei der örtlichen Handwerkskammer oder der entsprechenden Innung.

kb/mm

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