Ein Bett in der Küche

Die Leiterin der Museumsabteilung der Schlösserverwaltung, Dr. Sabine Heym, stellt die Exponate, darunter das Kochbuch von Johann Rottenhöfer, im Büro des Küchenchefs vor. Foto: Knoll

Um den Besuchern Schloss Neuschwanstein auf möglichst „authentische Weise zu präsentieren“, hat die bayerische Schlösserverwaltung das Schloss mit neuen Exponaten ausgestattet. Die stellte kürzlich die Leiterin der Museumsabteilung der Schlösserverwaltung, Dr. Sabine Heym, vor.

Eine 3D-Animation über Schloss Neuschwanstein und die Planungen zu Burg Falkenstein, Informationen zum Ritterbad und neue Ausstellungsstücke in der Schlossküche können sich Schlossbesucher nun nach der halbstündigen Führung anschauen. Dabei erfahren sie beispielsweise, wie der „Vanille gefrorene Schwan“, den König Ludwig II. gern als Nachspeise aß, zubereitet wird. Das Rezept dazu steht in Johann Rottenhöfers Kochbuch, das jetzt unter anderem mit einem Bett im Büro des Küchenchefs ausgestellt wird. Ein Bett stand schon zu Zeiten des Königs in dem Raum, da König Ludwig II. gern die Nacht zum Tage machte und sich sein Hofstaat entsprechend anpassen musste. Im Westteil des Schlosses sollte ein Ritterbad mit einer hohen Halle und einem großen Becken entstehen. Dort wollte König Ludwig II. das rituelle Bad der Gralsritter nachvollziehen. Da er dabei aber nicht auf Komfort verzichten wollte, sollte es mit warmen Wasser und einer großen Außenterrasse ausgestattet werden. Bis zu seinem Tod blieb es allerdings ein Rohbau. Ohne diesen Raum groß zu beachten gehen heute die Touristen hindurch, wenn sie das Schloss verlassen wollen. Deshalb hat die Schlösserverwaltung hier nun Informationstafeln und eine Plane, die die ganze Wand ausfüllt, angebracht. Auf der ist die einzig erhaltene Skizze, wie der Raum ursprünglich aussehen sollte, abgedruckt. Wie das Märchenschloss erbaut wurde, können sich die Besucher außerdem in einer 13-minütigen 3D-Animation anschauen. An diesem Projekt haben Professor Dr. Gerd Hirtzinger und Jürgen Dudowits rund zehn Jahre lang gearbeitet. Dazu gehörte auch viel Recherchearbeit, da der Film zudem zeigt, wie der Bergfried, die Kapelle und der Maurische Saal aussehen sollte. Die wurden zwar geplant, aber nie gebaut. Zu den unausgeführten Projekten des Königs gehört auch Burg Falkenstein, die der Film ebenfalls vorstellt. Somit soll das Märchenschloss auch wieder für die Besucher interessant werden, die schon „das zweite, dritte Mal da sind“, erklärte Heym. Ohne die Arbeiten am Film und die Investitionen für das Kupfergeschirr mitzurechnen, belaufen sich die Gesamtkosten für die drei Räume auf 20.000 Euro, erklärte Heym abschließend.

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