Bettentrakt-Sanierung ab 2013

Gaben Auskunft über die Zukunft der Klinik Füssen: Vorstand Dr. Joachim Klasen (v.l.), Verwaltungsratsvorsitzender Johann Fleschhut, Dr. Winfried Eschholz, Dr. Roland Vieth, Dr. Kai Scriba und Dr. Martin Hinterseer. Foto: Knoll

Bis spätestens Frühjahr 2013 soll der Bau des neuen Bettentrakts des Krankenhaus Füssen beginnen. Das hat Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender Johann Fleschhut (FW) unter anderem auf einer Pressekonferenz am Freitag im Krankenhaus Füssen versichert. Allerdings könne der etwa 14 Millionen teure Bau nur dann sicher umgesetzt werden, wenn man im Kommunalunternehmen bleibe, gab er an. Auch durch einen neuen Computertomographen (CT), einen Linksherzkathetermessplatz und einen neuen Chefarzt will der Verwaltungsrat das Füssener Klinikum in nächster Zeit besser ausstatten.

„Wir wären höchst ungeschickt, wenn wir uns am Beginn einer solchen Maßnahme von einem Partner trennen, der 50 Prozent der Kosten übernimmt“, meinte Fleschhut mit Blick auf das anstehende Bürgerbegehren, als er auf seiner Reise durch die Ostallgäuer Krankenhäuser in Füssen gastierte, um die Lechstädter auf den neusten Informationsstand zu bringen. Anfang Februar wird es mit der Ärzteschaft zu einer Endabstimmung bezüglich des neuen Bettentrakts kommen und anschließend werden die Förderkriterien festgelegt, so dass spätestens im Frühjahr 2013 die Baumaßnahmen beginnen können. Allerdings sei dafür die Verlagerung der Geriatrischen Reha notwendig. Neuer Geburtshilfe-Chef Weiter werde laut Klinik-Vorstand Dr. Joachim Klasen das Krankenhaus in Kooperation mit dem Bezirkskrankenhaus Reutte im Juni den neuen Linksherzkathetermessplatz in Betrieb nehmen, damit Füssener und Außerferner Patienten bei einem Herzinfarkt nicht mehr nach Kaufbeuren oder Innsbruck fahren müssen und durch die Zeitersparnis größere Überlebenschancen haben. Obwohl die neue Füssener Frauenklinik das Defizit im Haushalt laut Fleschhut wohl noch verstärken werde, wird ab 1. April Dr. Winfried Eschholz die Leitung der Gynäkologie und der Geburtshilfe übernehmen. Damit stelle er die Grundversorgung in Füssen sicher, damit die Frauen bei der Geburt ihres Kindes nicht „30 Kilometer über die Autobahn brettern müssen“. Bereits im November hat der Facharzt für zwei Wochen im Füssener Klinikum ausgeholfen und in dieser Zeit schon „fast freundschaftliche Verhältnisse“ zu seinen Kollegen aufgebaut. Der persönliche Kontakt zu seinen Patientinnen liege ihm bei seiner Arbeit besonders am Herzen. Da sein Steckenpferd die Geburtshilfe sei, sei es ihm wichtig, die Geburt für Mutter und Kind so angenehm wie möglich zu gestalten. Neben der pränatalen Diagnostik, liege sein operativer Schwerpunkt bei der Behandlung von Senkungszuständen der Gebärmutter oder des Beckenbodens, sowie die Behandlung von Harninkontinenz. Allerdings werde das Klinikum schwere gynäkologische Erkrankungen wie Tumorleiden oder drohende Frühgeburten an spezialisierte Krankenhäuser abgeben müssen. Unterstützt wird er bei seiner Arbeit von zwei Oberärzten und vier Assistentsärzten. Zudem wird er interdisziplinär mit dem ärztlichen Leiter der Viszeralchirurgie Dr. Roland Veith kooperieren. Seit Veiths Einstellung im Sommer letzten Jahres wurde unter seiner Leitung das gesamte Spektrum der Schlüssellochchirurgie des Bauchraums in Füssen etabliert und zusammen mit dem Viszeralchirurgen und Proktologen Dr. Thomas Köth bietet er den Patienten eine 24-stündige bauchchirurgische Versorgung an. Insgesamt sei das Krankenhaus gut ausgelastet, verdeutlichte der Chefarzt der Chirurgie und Unfallchirurgie Dr. Kai Scriba. Seit 2005 habe sich seine Patientenzahl vervierfacht, wobei sich die Belegung bei niedrigeren Liegezeiten erhöht habe, was er unter anderem auch seinem guten Team zu verdanken habe. KU muss bleiben Aber nicht nur Scribas Abteilung ist gut ausgelastet. So verschwanden auf der Pressekonferenz ein Arzt nach dem anderen wieder in den Operationssälen, aber nicht ohne vorher klar zu stellen, dass eine gute medizinische Versorgung nur dann gewährleistet werden könne, wenn Füssen nicht aus dem Kommunalunternehmen austrete.

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