Jörg Kratzer hört als Wirt der Füssener Hütte auf

Neuer Pächter gesucht

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Hüttenwirt Jörg Kratzer (links) hat seinen Pachtvertrag gekündigt. Wer künftig die Füssener Hütte im Schatten der Nordwand der Tannheimer Berge betreibt, ist derzeit noch unklar.

Füssen/Musau – „Das waren sechs wahnsinnig schöne Jahre.“ Wenn Jörg Kratzer an seine Zeit als Wirt der Füssener Hütte zurückdenkt, gerät er ins Schwärmen.

Dennoch hat er im Dezember überraschend seinen Pachtvertrag gekündigt – obwohl dieser erst im Frühjahr verlängert worden war. Die Tiroler Grundbesitz sucht deshalb nach einem Nachfolger für Kratzer und sein Team. Bewerbungen können noch bis kommenden Dienstag, 31. Januar, eingereicht werden.

Nach sechs Jahren als Pächter der Füssener Hütte auf 1550 Meter im Reintal hat Jörg Kratzer im Dezember für viele Beteiligte überraschend seinen Pachtvertrag gekündigt. „Aus familiären und wirtschaftlichen Gründen“, wie er im Gespräch mit dem Kreisbote erklärt. „Für mich und meine Familie ist das nicht mehr machbar“, so Kratzer weiter.

Dabei sei der Betrieb einer Hütte wie die Füssener Hütte ein Lebenstraum gewesen, erzählt der 41-Jährige. „Wir haben das gerne gemacht.“ Allerdings sei es mit der Zeit trotz vieler Stammgäste zunehmend schwerer geworden, das bei Wanderern beliebte Ausflugsziel unterhalb der Nordwände der Tannheimer Berge wirtschaftlich zu betreiben.

So habe er im vergangenen Jahr insgesamt 20 Wochen geöffnet gehabt. Davon habe das Wetter aber an gerade einmal sechs Wochenenden mitgespielt. Daher habe er sich trotz der Vertragsverlängerung im Frühjahr dazu entschieden, den laufenden Pachtvertrag zu kündigen. 

Auf der Facebook-Seite der Füssener Hütte reagierten die Gäste bestürzt und traurig auf Kratzers Abschied. „...dann bin ich megafroh, dass ich letzten Sommer noch Eure Gastfreundschaft samt sensationellem Hirschgulasch genießen durfte. Alles Gute!!!“, schreibt zum Beispiel ein Besucher. 

Frist läuft ab

„Die Hütte sollte vor allem wirtschaftlich und umsichtig geführt werden“, beschreibt Thomas Wechner von der Tiroler Grundbesitz die Anforderungen. Wechner trat erst im vergangenen Jahr die Nachfolge des langjährigen Bevollmächtigten der Stadt Füssen, Hans Seiser, an. Nun muss er gleich einen neuen Pächter für die Füssener Hütte finden. Noch bis zum 31. Januar können sich Interessierte bei ihm bewerben. Anschließend sollen die Bewerbungsgespräche stattfinden. „Damit wir uns einen persönlichen Eindruck machen können“, erklärte er auf Anfrage. 

Tal wird erschlossen

Doch das ist im Hinblick auf die Füssener Hütte nicht die einzige Herausforderung für Wechner. So ist schon länger geplant, einen kilometerlangen Abwasserkanal von der Füssener Hütte zu bauen und eine Stromleitung nach oben zu legen, um das Reintal mit seinen Hütten zu erschließen. Nun soll das Vorhaben erneut in Angriff genommen werden, kündigte Wechner an. 

Einen konkreten Zeitplan dafür konnte er allerdings noch nicht nennen. Erst im vergangenen Sommer habe die Füssener Hütte eine neue Elektroanlage bekommen. Jörg Kratzer hofft unterdessen, „dass die Hütte so weitergeführt wird wie bisher.“ Er selbst freue sich darauf, als Gast auf die Hütte zu kommen. Der 41 Jahre alte Metzgermeister hat aber schon eine neue Anstellung gefunden: Er arbeitet mittlerweile im Füssener Schlachthof.

Matthias Matz

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