Weiter in der Warteschleife

Bewilligung für die Einrichtung eines "Wissenstransferzentrums" in Füssen lässt auf sich warten

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Bei Touristen ist Füssen und das südliche Ostallgäu sehr beliebt. Was liegt da näher, als den Tourismus vor Ort zu erforschen? Noch warten Hochschule Kempten und Stadt Füssen aber noch auf eine Genehmigung aus München.

Füssen/Kempten/München – Als vor eineinhalb Jahren die Idee aufkam, in Füssen ein „Wissenstransferzentrum für innovative und nachhaltige Tourismusentwicklung“ (WTZ) einzurichten, war die Begeisterung im Stadtrat groß. Doch mittlerweile ist es ruhig um das von der Fakultät Tourismus der Hochschule Kempten entwickelte Konzept geworden.

So ruhig, dass jetzt der Wirtschaftsbeirat Ostallgäu einen offenen Brief an Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) geschrieben hat und ihn auffordert, für das WTZ einzusetzen. Ziel des geplanten WTZ ist laut Prof. Alfred Bauer, Dekan der Fakultät Tourismus in Kempten, den Tourismus im Allgäu strategisch weiter zu entwickeln. Dabei sollen touristische Zukunftstrends ebenso erforscht werden wie die negativen Auswirkungen und Konflikte zwischen Einheimischen und Touristen. „Es geht darum: Was braucht der Faktor Mensch“, so Bauer. „Man wird sich künftig stärker damit beschäftigen müssen.“ Betrieben werden soll das „Wissenstransferzentrum“ von der Kemptener Hochschule, die Finanzierung in Höhe von geschätzten rund 2,7 Millionen Euro soll für die ersten fünf Jahre der Freistaat Bayern übernehmen. Dieses Geld muss allerdings vom Landtag erst noch bewilligt werden. Vorgesehen sind eine Forschungsprofessur und vier Mitarbeiter. 

Von solchen Wissenstransferzentren profitieren sollen laut Bauer vor allem Regionen oder Städte ohne Universitäten oder Hochschulen. „Das heißt, Institute auslagern in die Fläche“, sagte der Kemptener Professor bei der Vorstellung des Projekts. Die Stadt Füssen sei aus naheliegenden Gründen (beispielsweise über 2,5 Millionen Tagesbesucher im Jahr) geradezu prädestiniert dafür, eines solches Zentrum aufzunehmen. 

Offener Brief 

Doch obwohl sich der Stadtrat seinerzeit begeistert von der Aussicht zeigte und ohne Diskussionen beschloss, die dafür vom Ministerium als Voraussetzung geforderten Räume im Füssener Rathaus für die ersten fünf Jahre kostenlos zur Verfügung zu stellen, hat sich bislang wenig getan. Der Wirtschaftsbeirat Ostallgäu hat daher jetzt einen offenen Brief an Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) verfasst, mit dem alle Entscheidungsträger aufgerufen werden, „sich für die Ansiedlung anwendungsorientierter Forschung zum Thema Tourismus stark zu machen“. Demnach sollte Tourismusforschung direkt dort betrieben werden, wo sie von Relevanz sei. Dafür sein die Region um Füssen wie geschaffen. „Die Erkenntnisse, die aus dem hiesigen Tourismus gewonnen werden können, sind von überregionaler Bedeutung“, heißt es weiter in dem Schreiben. So erhoffen sich die Verfasser vom Wirtschaftsbeirat, dass in der heimischen Region Lösungsvorschläge erarbeitet, erforscht und umgesetzt werden, die dann als „Best-Practice-Beispiele“ woanders ebenfalls angewendet werden können. 

Doch woran liegt es, dass sich bisher nichts getan hat? Laut Felix Blersch, Sprecher der Füssener Stadtverwaltung, hat die Hochschule Kempten den Antrag für das WTZ längst beim Wissenschaftsministerium in München unter der Leitung von Minister Bernd Sibler in München gestellt. 

Warten auf Haushalt 

Dort wird noch auf den Haushalt gewartet, wie eine Sprecherin auf Nachfrage des Kreisbote mitteilte: „Die Die Anschubfinanzierung durch den Freistaat muss im Haushaltsplan hinterlegt sein, die Ergebnisse der Aufstellung des Nachtragshaushaltes liegen jedoch noch nicht vor“, sagte sie am Montagnachmittag.

mm

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