Die Biber sind weg

Auch diesen Baum haben die Biber an der Kläranlage in Nesselwang gefällt. Foto: Knoll

Er hat scharfe Zähne, fällt Bäume und staut Gewässer auf: Der Biber. In Europa fast vollständig ausgerottet, erobert er sich nun seinen Lebensraum zurück. Doch nicht überall ist er willkommen. So auch nicht an der Kläranlage in Nesselwang. Da er laut Bauamtsleiter Christoph Uhl „die halbe Anlage umgegraben hat“, hat die Gemeinde vom Landratsamt Ostallgäu eine Sondergenehmigung erhalten, die Biber zu fangen und zu töten, um die Funktionsfähigkeit der Anlage nicht zu gefährden.

Drei Biber seien es laut Uhl gewesen, die am Mühlbach Bäume gefällt und Höhlen gegraben haben, in die auch „Leute eingebrochen sind“. Zwei der Uferbewohner habe man eingefangen, so Uhl, einer sei „spurlos verschwunden“. Auf Nachfrage beim Landratsamt Ostallgäu erklärte die Sachgebietsleiterin des Natur- und Umweltschutzes, Ulrike Wörz, dass solche Genehmigungen nur für ein bestimmtes Gebiet und einen Zeitraum erteilt werden, wenn das Tier „erhebliche wirtschaftliche Schäden“ verursache und „die öffentliche Sicherheit“ gefährde. „Dies betrifft unter anderem die Abwehr von Schäden an Kläranlagen und Triebwerkskanälen von Wasserkraftanlagen“, so Wörz. Allerdings habe das Landratsamt diese erst zwei Mal erteilt. Eine Umsiedlung der Tiere wäre laut Wörz „innerhalb Deutschland und benachbarter Länder nicht möglich“, da „derzeit keine Länder zur Aufnahme von Bibern bereit sind“. Zudem hätten sie auch im Landreis nicht umziehen können, da die Nager auf der Suche nach Revieren an den Flüssen entlang nach Süden gezogen seien und „wir bereits Biberstandorte in den südlichsten Ostallgäuer Gemeinden haben“. „Derzeit bestehen im Ostallgäu circa 130 Biberstandorte mit circa 1000 Tieren“, so Wörz. Außerdem sei die Tendenz weiter steigend: „Die jungen Biber sind derzeit wieder auf Wanderschaft.“

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