"Mein bisher schwierigster Auftrag"

Bildhauer fertigt neue Holzfigur für Schwangauer Gebirgsjägerbrunnen an – Segnung am Veteranenjahrtag

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In den vergangenen Wochen hat Adi Schmid eine neue, originalgetreue Brunnenfigur aus Holz geschnitzt.

Schwangau – Am kommenden Freitag, 11. September, gedenkt die Gemeinde Schwangau ihrer Vetranen. Bis dahin soll der Gebirgsjägerbrunnen in der Gemeinde in neuem Glanz erstrahlen. Denn der Schwangauer Bildhauer Adi Schmid hat die Figuren „Zwei Kameraden” am Gebirgsjägerbrunnen neu angefertigt.

Eine Arbeit, die ihn vor einige Herausforderungen stellte.

Eine alte Postkarte zeigt die ursprüngliche Figur auf dem Brunnen „Zwei Kameraden“.

Die Originalfigur aus Holz, die einen Gebirgsjäger mit seinem Maultier zeigt, hatte der Schwangauer Künstler Ludwig Gebler 1953 geschnitzt. Am 26. Juli 1959 wurde der Brunnen in Kröb unter beachtlicher Beteiligung der Vereine und Bevölkerung geweiht. Der Geistliche Rat Leonhard Welzmiller, selbst ein Weltkriegsteilnehmer, zelebrierte damals die Feldmesse und hielt die Festrede.

60 Jahre später beschloss der Veteranenverein unter dem ersten Vorsitzenden Peter Bardzinski erneut eine handgeschnitzte originalgetreue Holzfigur auf den Brunnen zu setzen. Denn zwischenzeitlich zierte eine Nachbildung aus Kunststoff den Brunnen. In den vergangenen Tagen verpasste Bildhauer Adi Schmid der Holzfigur noch den letzten Schritt. Eine Arbeit, für die viel Feingefühl und Konzentration nötig war. Für ihn ist die Vorlage von Ludwig Gebler ein bildhauerisch gelungenes Werk. „Dabei hat der Künstler enorm viel Wert auf die Details gelegt“, erklärt der Inhaber von Alpha Art. „Vor allem auf die filigranen Gesichtszüge und die diversen Ausrüstungsgegenstände wie eine Gepäck-Kraxe und ein Rucksack, sogar das Zaumzeug und das Edelweiß am Hut des Gebirgsjägers, alles ist sehr fein ausgearbeitet. Es ist ein Unikat.“

Anfang mit der Motorsäge

Sechs Wochen lang arbeitete Schmid täglich gut acht Stunden an der neuen Holzfigur, stets mit dem Blick auf das danebenstehende Original. Begonnen hatte er mit der Herstellung des Grundmaterials, einem quadratischen Holzklotz mit den Maßen 70 mal 70 mal 96 Zentimeter, der aus circa 20 einzelnen Stücken Lindenholz verleimt und zwei Tage lang zusammengepresst wurde, um Spannungsrisse in der Figur zu vermeiden. Beim sogenannten Carving legte er mit speziellen Motorsägen dann die Konturen frei. Erste große Späne trug er danach beim „Anhauen“ mit großen Schnitzeisen ab, bevor im nächsten Schritt, dem „Anlegen“, bereits die genauen Maße ins Spiel kamen. Sämtliche Bilddetails maß er hierfür genau aus und berechnete sie, sodass mithilfe von Knüppel und Schnitzeisen schließlich Gebirgsjäger und Maulesel sichtbar wurden. Von einem Holzklotz mit etwa 115 Kilogramm Gewicht sind nun noch gut 90 Kilogramm übrig. Als letzten Schritt beim Schnitzen fügte Schmid die Aufschrift „Zwei Kameraden“ in den Sockel der Figur ein.

Ungewöhnlicher Standort

„Das war ohne Zweifel mein bisher schwierigster Auftrag“, sagt Adi Schmid. „Besonders schwer zu schnitzen waren die einzelnen Durchbrüche, die mitten durch das Holz gehen, wie zum Beispiel bei den Beinen des Maultiers.“ Eher ungewöhnlich ist auch, dass die Figur draußen steht, wo sie UV-Strahlung und Wetter ausgesetzt ist. Um sie vor Feuchtigkeit zu schützen, musste Schmid sie mehrmals mit einem speziellen Lärchenöl behandeln.

Pünktlich zum Gedenktag der Veteranen am Freitag, 11. September, soll die Holzfigur wieder auf dem Brunnen thronen. „Ich hoffe, dass sie dort die nächsten 100 Jahre steht“, sagt der gebürtige Tannheimer, der vor gut anderthalb Jahren nach Schwangau kam. „Vor allem aber bin ich sehr dankbar und auch etwas stolz, dass ich mich hier in gewisser Weise verewigen durfte. Das ist eine Ehre.“

VeteranenJahrtag mit begrenzter Teilnehmerzahl

Eine begrenzte Teilnehmerzahl wird heuer den VeteranenJahrtag begehen. Dafür treffen sich die Mitglieder der Veteranen- und Soldatenkameradschaft Schwangau sowie einer Ehrenabordnung von 25 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. Die Patenkompanie 1. Gebirgsaufklärungsbataillon 230 wird von Major Sebastian Zank angeführt.

Am Freitagabend marschieren sie gemeinsam vom Rathaus zur Pfarrkirche Sankt Maria und Florian. Nach dem Gottesdienst in Waltenhofen gedenken sie mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal neben der Kirche den gefallenen Kameraden der Kriege. Im Anschluss daran ziehen Veteranen und Soldaten zum Gebirgsjägerbrunnen im Kröb, wo Pfarrer Markus Dörre die „Zwei Kameraden“ in neuer Gestalt segnen wird.

kb

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