Hilteboldstraße soll 2018 ohne Baumfällungen ausgebaut werden

Bäume bleiben stehen

+
Diese beiden alten Bäume in der Hilteboldstraße sollen trotz des für das kommende Jahr geplanten Ausbaus der Straße erhalten bleiben.

Füssen – Die ersten beiden Bauabschnitte der Sanierung des Ziegelbergwegs konnten, wie bereits berichtet, planmäßig abgeschlossen werden. Nun soll im kommenden Jahr der Ausbau des nördlichen Teils der Dr.-Moser-Straße sowie die Hilteboldstraße erfolgen.

Die Planungen dafür stellte Tiefbauingenieur Gerald Blumrich am vergangenen Donnerstagabend im Verkehrsausschuss vor. Für Diskussionen sorgte die Frage, ob zwei große Bäume in der Hilteboldstraße gefällt werden müssen oder nicht. 

Wie schon beim Ziegelbergweg und dem südlichen Teil der Dr.-Moser-Straße sollen im Zuge der anstehenden Arbeiten vor allem die Fahrbahnen in beiden Straßen auf fünf Meter verbreitert werden, um Gegenverkehr problemlos zu ermöglichen. Dafür müsse auf der südlichen Seite der Hilteboldstraße im Bereich der Einmündung zur Dr.-Moser-Straße aber der Gehweg abgebaut werden, erläuterte Blumrich den Ratsmitgliedern. Das Problem: Genau an dieser Ecke stehen zwei große Bäume, deren Wurzeln unter dem Gehweg bzw. später dann unter dem Straßenasphalt liegen. „Jetzt müssen wir darüber reden, welche Lösungsmöglichkeiten es gibt“, so der Tiefbauingenieur. 

Drei Varianten

Denn auf der einen Seite sei klar: „Die Bäume sind absolut schützenswert.“ Auf der anderen Seite bestehe die Gefahr, dass die Wurzeln irgendwann in den kommenden Jahren die Straße anheben, was teure Reparaturen erforderlich machen werde. „Das wird auf jeden Fall passieren“, so Blumrich. Aus Sicht des Planers gebe es drei Möglichkeiten, das Problem zu lösen: Die Bäume werden gefällt und die Straße gerade ausgebaut, die Bäume bleiben stehen und die Straße wird in einem Knick um sie herum verengt oder die Bäume bleiben stehen und um sie herum wird eine Grüninsel gebaut, wofür die Fahrbahn ebenfalls verschwenkt werden müsste. 

Dafür müsste allerdings einer der gegenüber beim Kindergarten ausgewiesenen Parkplätze gestrichen werden. Weniger Tempo CSU-Fraktionschef Heinz Hipp sprach sich zwar zunächst dafür aus, die Bäume zu fällen und wo anders durch Neupflanzungen zu ersetzen. 

Die Mehrheit der Ausschussmitglieder bevorzugte aber die Variante mit der Grüninsel. Denn da dieser Bereich ohnehin zu einem verkehrsberuhigten werden soll, sahen sie in dem Knick ein geeignetes Mittel, die Autofahrer zum Langsamfahren zu veranlassen. „Die Geschwindigkeiten, die dort gefahren werden, entspreche nicht unbedingt dem, was wir uns wünschen“, berichtete Anwohner Dr. Martin Metzger (BfF). Ein Knick in der Straßenführung würde die Autofahrer dagegen automatisch bremsen. 

Ähnlich argumentierte auch Dr. Anni Derday von den Freien Wählern. „Das Ganze wird ein verkehrsberuhigter Bereich – da macht das doch Sinn“, sagte sie. Auch Stadtrat Hipp zeigte sich schließlich überzeugt: „Der verkehrstechnische Aspekt überzeugt mich natürlich auch.“ Einstimmig sprach sich das Gremium schließlich für die Variante mit der Grüninsel aus. 

Auf ein ganz anderes Problem wies Dr. Metzger in diesem Zusammenhang noch hin. So sei das Parken beim Kindergarten zeitlich begrenzt. Würde man diese Limitierung zumindest am Wochenende – wenn kein Betrieb im Kindergarten ist – und nach Feierabend im Kindergarten aufheben, habe man viel für die Anwohner gewonnen. Bürgermeister Paul Iacob (SPD) versprach, diesen Vorschlag ebenfalls umzusetzen.

mm

Auch interessant

Meistgelesen

Deutscher stürzt in die Tiefe
Deutscher stürzt in die Tiefe
Tag der offenen Tür in der Berufsausbildung der Plansee Gruppe
Tag der offenen Tür in der Berufsausbildung der Plansee Gruppe
Mietnomaden in Füssen: Mieterin zahlt keine Miete und verschmutzt Wohnung
Mietnomaden in Füssen: Mieterin zahlt keine Miete und verschmutzt Wohnung
Mark Forster gastiert in Füssen
Mark Forster gastiert in Füssen

Kommentare