Neujahrsempfang der Blaulichtorganisationen

"Ein Segen für unser Land"

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Nachfolgerin von „Blaulichtoma“ Erika Wilczek (Mitte) ist Manuela Krüger-Ebner (links). Moderatorin Sonja Gleich vom BRK feut sich mit den beiden.

Füssen – Gegen persönlichen Egoismus und zunehmende Respektlosigkeit setzen die „Blaulichtorganisationen“ in Füssen und im Umland weiterhin ein deutliches Zeichen im Alltag.

Die oft im ehrenamtlichen Einsatz erbrachten Leistungen für die Gemeinschaft sind im vollbesetzten Sparkassensaal in den Grußworten beim „Neujahrsempfang“ der Helferorganisationen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet worden. 

Allerdings hieß es auch, Abschied von verdienten Helfern zu nehmen: So wird sich Erika Wilczek, die „Füssener Blaulichtoma“ – wie sie liebevoll genannt wird – nach 12 Jahren zur Ruhe setzen. Mit der „Blaulichtoma“, die bei der Veranstaltung geehrt und beschenkt wurde, ziehen sich auch ihr BRK-Kollege Gerhard Kreisle und Klaus Beylschmidt von der Feuerwehr Füssen aus dem seit mittlerweile zwölf Jahre funktionierenden Organisationsteam zurück. „Wir geben unser Baby, das wir jetzt bis in die Pubertät geführt haben, ab“, sagte Beylschmidt schmunzelnd. Es komme in gute Hände, sind sich Wilczek und Kreisle aber sicher. 

Ihre Nachfolge als Organisatoren wird künftig ein Team unter Leitung von Manuela Krüger-Ebner von der Füssener Wasserwacht übernehmen. 

Die Geschichte des Empfangs ist lang. In der BRK-Bereitschaftsleitung hatten beide im Jahr 2004 die Idee, die Mitarbeiter der verschiedenen Blaulichtorganisationen rund um Füssen dafür zu begeistern, ein Mal im Jahr gemeinsamen einen geselligen Abend zu feiern. Das Echo darauf sei „überwältigend gewesen“, so die „Blaulichtmama, die zur „Blaulichtoma“ wurde. Voraus gegangen sei „viel Arbeit, um diesen Abend zu finanzieren, den geeigneten Veranstaltungsort zu wählen und per Post die Leute auf unserer zusammen gestellten Liste einzuladen.“ 

Es sei üblich gewesen, wie sie am Samstagabend im Sparkassensaal berichtete, „prominente Gastredner“ wie Staatssekretär Georg Schmid einzuladen, der dafür ein Mal sogar den Opernball in Augsburg habe sausen lassen. Gast in Füssen war zuletzt auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. „Zum Abschluss wollten wir aber Persönlichkeiten zu Wort kommen lassen, die uns vor Ort sehr gut unterstützen“, so Gerhard Kreisle. 

Die Veranstaltung im Füssener Sparkassensaal wurde charmant von Sonja Gleich vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) moderiert. Nacheinander rief sie die Redner des gleichermaßen Mut wie nachdenklich machenden Abends auf. 

Viel Lob von Rednern

Alle Gastredner des Abends äußerten der Wunsch, dass die Einsatzkräfte gesund von den Einsätzen und Unfallstellen heimkommen werden. 

Der Füssener Landtagsabgeordneter Dr. Paul Wengert (SPD) gab außerdem den Hinweis auf „notwendige Gesetzesvorhaben“, die zum Beispiel dazu dienen sollten, Polizisten bei ihrer Arbeit zu schützen. 

Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) lobte den vorbildlichen Einsatz der Blaulichtorganisationen. „Wir haben eine Servicestelle Ehrenamt eingerichtet, die gerne Fragen beantwortet“, sagte sie und betonte damit, wie wichtig es amtlicherseits gesehen werde, „dass es hier ein solches vorbildliches Engagement gibt“. 

Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) betonte: „In dieser Gesellschaft wird der Egoismus systematisch aufgebaut. Das ist der falsche Weg.“ Wer bei einer der Blaulichtorganisation mitarbeite, handle gesellschaftlich und nicht Gewinn orientiert. „Wer mit dem Blick auf andere Menschen für die Sicherheit sorgt, kann ein gutes Gewissen haben“, betonte der Rathauschef. 

"Segen für das Land"

Für den Ostallgäuer CSU-Bundestagsgabgeordneten Stephan Stracke war es wichtig zu betonen, dass er in Berlin Politik mache, aber im Landkreis wohne, wo die Blaulichtorganisationen „großartig sind“. Besonders erwähnte Stracke noch das THW. Wie Organisationen die Rettungskette bilden, „ist ein Segen für unser Land“, schloss er seine Rede. 

Angeregt durch die Ansprachen gesellten sich die Besucher, die einen Sitzplatz hatten, zu den vielen Menschen auf den Stehplätzen, um in Grüppchen weiter zu diskutieren. Vorbereitet hatten den Abend selbstredend die Mitglieder der heimischen Blaulichtorganisationen. „Wir haben die Brote geschmiert“, so Tim Krumm vom Technischen Hilfswerk (THW) im Gespräch mit dem Kreisbote, als Pfarrer und Dekan Frank Deuring und sein evangelischer Kollegen Joachim Spengler im Saal das Schlusswort sprachen. 

Chris Friedrich

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