Kein Anlass für Sorgen

Abwasserzweckverband bringt seine Technik auf den aktuellen Stand

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Die Ehrwanger Kläranalge. Hier werden das Abwasser der Verbandsgemeinden Füssen, Schwangau, Hopferau und Eisenberg behandelt und auf annähernd Trinkwasserniveau gebracht.

Füssen – In einem Topzustand, so Bürgermeister Paul Iacob (SPD), habe Rudolf Fichtl die Kläranlage in Füssen übernommen.

In seiner Eigenschaft als neuer Betriebsleiter übernahm es der bisherige Stellvertreter auch, jetzt einen Rückblick auf das vergangenen Jahr zu geben. In der Verbandsversammlung berichtete Fichtl, dass der Zweckverband weniger Geld ausgegeben habe. 

Außerdem habe man zahlreiche Projekte in Angriff genommen, unter anderem die Sanierung des Lechufersammlers. Eine der wohl spektakulärsten Aktionen des abgelaufenen Jahres war die Sanierung des Lechufersammlers. Dieser sammelt vor allem das Regenwasser am Lechufer und verläuft von Faulenbach kommend zum Klärwerk. 

Man sei dabei, alle Kanäle zu sichten, erklärte Iacob den Anwesenden Bürgermeistern und Amtsleitern der im Zweckverband zusammengeschlossenen Gemeinden. Im Rahmen des Klinikneubaus war bei den Überprüfungen der Regenwassersammler am Lechufer ins Visier geraten. Unter anderem war Wurzelwerk in die ursprünglich geschlossenen Röhren eingedrungen und hatte den Abfluss blockiert bzw. die Rohre zerstört, so dass Schmutzwasser austreten könnte, was man mit einer Druckprobe nachweisen konnte. 

Allein die mittels Kamera aufgezeichneten Zerstörungen hätten eine punktuelle Sanierung des Sammlers verhindert. Mit Hilfe eines so genannten Inliners, einem mit Glasfaserharz getränktem und flexiblen Schlauchs, wurde der Sammler auf einer Länge von 300 Metern saniert. 

Dabei wird der Schlauch, ohne größere Baggerarbeiten, durch die bestehende Verrohrung gezogen, aufgepumpt und das Harz mit Hilfe von UV-Licht ausgehärtet. 

Kanal wieder dicht

So habe man den Kanal innerhalb kürzester Zeit wieder auf den neuesten Stand bringen können, so der zuständige Ingenieur, Peter Deubzer. „Damit ist der Kanal auf die nächsten 50 Jahre wieder dicht“. 

Im Rahmen dieser Maßnahme wurden auch die Zugangsschächte saniert. Weiterhin habe man die beiden Belebungsbecken umgebaut, erläuterte Fichtl. So wurde eine Tauchwand verschlossen und zwölf neue Belüfterplatten, die Sauerstoff in das Becken pumpen, eingebaut, durch die sich der Schlamm nicht mehr auf dem Grund des Beckens absetzen kann. 

Außerdem wurde die Steuerung, unter anderem in der Pumpstation Weizern sowie im Gebläsehaus durch so genannte Speicherprogrammierbare Steuerungen SPS ausgetauscht. Mit ihrer Hilfe kann nun jede Form von Störung übermittelt werden, zuvor habe man mit den analogen Systemen nur drei Fehler weitermelden können. Der Umbau der SPS war unter anderem auch für die Anbindung des Blockheizkraftwerkes nötig, was allerdings nicht mehr heuer erfolgen soll. 

Neue Abwasserpumpe

Effizienter sollen die Rührwerke in den Becken drei und vier werden. Deshalb ersetzte der Verband die eingesetzten Edelstahl-Rührer durch GFK. Auch eine neue Zentratdoseriung, bei der das stärker belastete Wasser (Zentrat) dosierter in die Anlage abgegeben wird, wurde eingebaut sowie eine neue Abwasserpumpe. Die bisherige habe im Betrieb starke Vibrationen erzeugt, die zu Rissen in den Leitungen geführt hatten. Die neue Pumpe sorge für mehr Laufruhe.

gau

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